OPC Foundation
Taugt OPC UA zum IoT Standard?
OPC UA soll in den nächsten drei bis fünf Jahren weltweiter Standard für das Internet der Dinge werden: Dieses Ziel formulierte Stefan Hoppe, President der OPC Europe, auf der SPS IPC Drives und skizzierte die aktuell laufenden Aktivitäten der OPC Foundation.
Der aus der Automatisierungswelt stammende Interoperabilitäts-Standard OPC UA, wird die IT Welt beeinflussen - dessen ist sich Stefan Hoppe sicher. Als einen wichtigen Handlungsbedarf auf dem Weg dorthin, sieht er insbesondere die notwendige Intensivierung der USA Aktivitäten bezüglich OPC UA.
Was die aktuellen Aktivitäten der OPC Foundation betrifft, schwenkt Hoppe zunächst auf das Thema Security ein. Seiner Ansicht nach sind die Sicherheit und Interoperabilität im Daten- und Informationsaustausch Schlüsselthemen für Industrie 4.0 und das Internet der Dinge: Eine effiziente Vernetzung von Sensoren, Feldgeräten und Steuerungen bis in die IT-Cloud für neue Dienste oder Big Data lassen sich demnach schon heute mithilfe der OPC-Unified Architecture (OPC UA) verwirklichen. Dabei biete der IEC62541 Standard mehr als nur den reinen Datenaustausch. Die Beschreibung der Dienste, die Modellierung der Daten eines Gerätes und deren Zugriffsrechte seien in einer vernetzten Welt von hoher Bedeutung - nur so könnten Maschinen direkt eigenständig miteinander reden. "Security ist dabei viel mehr als nur die Zugangskontrolle – und wer glaubt, dass eine VPN-Verbindung irgendetwas mit Sicherheit zu tun hat muss sich schnell nachbilden", so Stefan Hoppe. Deshalb sei bei OPC UA von Anfang an "Security by Design" berücksichtigt worden: OPC UA bietet Authentifizierung, Signierung und Verschlüsselung. Das BSI evaluiert aktuell in einem Projekt die Sicherheit von OPC UA – das Ergebnis soll Ende nächsten Jahres vorliegen. Holger Junker, Referatsleiter Cyber-Sicherheit in kritischen IT-Systemen, Anwendungen und Architekturen (BSI) bestätigt: "Die einzige mir derzeit bekannte Kommunikationstechnologie in der Fabrik, die Sicherheitsaspekte mit eingebaut hat, und auch Potential für die Herausforderungen einer Industrie 4.0 bietet, ist OPC UA."
Open Source auf dem Wunschzettel
Matthias Damm, CEO Ascolab, berichtet über die Weiterentwicklungen der OPC UA Kommunikationsinfrastruktur: So beruhe der Datentransport bislang auf einer Client/Server Architektur. Die OPC UA Arbeitsgruppe erweitert nun die Transportschicht um eine Publisher/Subscriber Architektur ohne dass dies eine Rückwirkung auf die definierten und bestehenden Informationsmodelle habe. Als Ergebnis könnten etwa Steuerungen oder auch RFID Geräte ihre Informationen schnell und direkt an viele Abnehmer parallel verteilen.
Als Vertreter der Robotik Industrie begrüßte Dominik Bösl von Kuka die Erweiterung der OPC UA Kommunikation um einen schnellen UDP basierenden Transport und gab der OPC Foundation noch ein paar Vorschläge mit auf den Weg: Zum einen die Anregung OPC UA als Open Source zur Verfügung zu stellen; und zum anderen den Wunsch einer Echtzeitfähigkeit von OPC UA. Damit könne eine vollständig durchgängige Lösung erreicht werden, die auch die horizontale Kommunikation zwischen Robotersteuerungen einschließt.
Die Modellierungsmöglichkeiten von OPC UA macht sich auch die AutoID Industrie vertreten durch die AIM Organisation zu nutzen: Im Hinblick auf die gemeinsame Erarbeitung eines Companion-Standards für Auto-Ident-Systeme hat die gemeinsame Arbeitsgruppe von OPCF und AIM ein Objektmodell entworfen, das verschiedene Ident-Technologien wie RFID, Barcode, OCR oder Handheld-Geräte beinhaltet. Derzeit wird eine kommentierte Fassung des Modells erstellt, um es in den Mitgliedsunternehmen zum Review zu stellen. Ziel ist es, auf der Hannover-Messe Industrie 2015 sowohl eine erste Fassung des Companion-Standards als auch erste prototypische Realisierungen zu präsentieren.













