Forschungsprojekt CICS

Günter Herkommer,

Steuern mit der Cloud

Am 1. Oktober startete das neue Forschungsprojekt 'Cloud-based Industrial Control Services' – kurz CICS. Ziel ist die Erforschung einer Referenzarchitektur auf Basis von Webtechnologien für die Realisierung von industriellen Steuerungsprogrammen nach IEC 61131/IEC 61499 unter Nutzung öffentlicher und privater Cloud-Strukturen.

Ein Vorteil des Cloud-Ansatzes: Systemschnittstellen innerhalb von Steuerungssystemen reduzieren sich erheblich und existieren nur noch als Softwareschnittstellen im IP-Netz.

© ISW

Betrachtet man die historische Entwicklung der industriellen Steuerungstechnik ausgehend von der klassischen Hardware-SPS hin zur PC-basierten Soft-SPS, so soll mit dem CICS-Vorhaben die nächste Stufe der SPS-Entwicklung als im IP-Netz global verteilte Software (Steuerungsdienste) forciert werden.

Die geplanten Forschungsergebnisse sollen unter anderem die Entwicklung neuer, durchgängig weborientierter Steuerungssysteme ermöglichen, die sich extrem flexibel und mit wenig Aufwand an anwendungsspezifische Bedürfnisse anpassen lassen. Damit soll CICS einen Beitrag für adaptive und wandlungsfähige Steuerungssysteme leisten. Bisherige hardware-fixierte und zentralisierte Verfahren zur Steuerung automatisierter Geräte, Maschinen und Anlagen (z.B. SPS-Steuerungen) könnten demnach für unkritische Echtzeitbedingungen (z.B. Umweltprozesse, Temperatur, Klima) durch vollständig im IP-Netz verteilte Software-Funktionen transparent verteilt und genutzt werden.

Eine weitere Zielstellung im Vorhaben ist die Ermittlung und Analyse der Rahmenbedingungen und Anforderungen, um CICS in automatisierungstechnischen Anwendungen einsetzen zu können. Dazu gehören die Erarbeitung einer Studie zum Anwendungs- und Nutzungspotential sowie die Bewertung neuer Webtechnologien für die Anwendung in einem CICS-System.

Das Forschungsprojekt wird über die Forschungsvereinigung Elektrotechnik beim ZVEI durch das BMWi gefördert und hat eine Projektlaufzeit von 2,5 Jahren. Die Projektleitung erfolgt gemeinsam durch das Düsseldorfer Telelabor und den Lehrstuhl für Kommunikationssysteme der Universität Augsburg. Begleitet wird das Projekt von sechs Unternehmen der Automatisierungsbranche: ESR Pollmeier, Formware, MicroNet Automation, Siemens, Software Factory und Wiesemann & Theis.

Anzeige
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

SPS IPC Drives 2018

Safety in der Sensorik

Was bieten Sensor-Hersteller aktuell in Sachen Safety an? Auf der SPS IPC Drives gab es hierzu einiges an cleveren Konzepten zu sehen - unter anderem bei Sick, Pepperl+Fuchs und Leuze electronic.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Start-ups

Der 'Automation Hackathon'

Beim 'Automation Hackathon' der SPS IPC Drives 2018 hatten sieben Start-ups die Chance, in 48 Stunden neue Geschäftsmodelle für ausgewählte Unternehmen der Automatisierungsbranche zu entwickeln. Gewinner: das Start-up Othermo in Zusammenarbeit mit...

mehr...

Pilz

One cable, many safety doors

At Pilz, users were able to create individual safety-door solutions from various components using the modular principle. The decisive factor here is a diagnostic tool that allows individual safety safety-doors to be controlled with single-cable...

mehr...
Jetzt Newsletter abonnieren