VDMA / ZVEI

Thomas Günnel,

Starke Exporte im ersten Halbjahr

Das erste Halbjahr 2011 brachte sowohl für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau als auch die Elektroindustrie ein solides Exportwachstum: Um jeweils elf, beziehungsweise rund 16 Prozent wuchsen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie ZVEI und VDMA melden.

Besonders im Raum Ostasien wuchs der Exportabsatz im Vergleich zum Vorjahr.

© Statistisches Bundesamt, VDMA

Die deutschen Maschinenexporte wuchsen demnach im zweiten Quartal um 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf nunmehr 35,9 Milliarden Euro. VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers: "Während sich in den meisten Märkten das Wachstum verlangsamt hat, kommt der russische Markt erst wieder richtig in Schwung." Der Vorjahreswert wurde um 50,1 Prozent übertroffen.

„Insbesondere die Bauinvestitionen sind geradezu explodiert.“  Russland ist mittlerweile der viertwichtigste Markt für die deutschen Maschinenbauer nach China, den USA und Frankreich. "Das Tempo aus dem ersten Quartal, mit einer Steigerungsrate von 20,9 Prozent, wurde nicht mehr erreicht. Damals war der Vergleichsmaßstab aber auch das erste Quartal 2010, und das war im Export der absolute Tiefpunkt der Krise“, erklärt Wiechers.

Exporte steigen im ersten Halbjahr um 18,2 Prozent

Die deutschen Maschinenausfuhren wuchsen im Juni 2011 um nominal 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Exporte steigen damit im ersten Halbjahr um plus 18,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Großen Anteil an diesem Zuwachs hatte der chinesische Markt, der um 41,5 Prozent auf einen Anteil von jetzt 13,5 Prozent wuchs. Der russische Markt wuchs um 40,1 und verdrängte den italienischen von Platz 4. Großes Wachstum gab es auch in der Türkei (36,1 Prozent), die von Rang 15 auf 11 vorzog. Auch der US-Markt legte um 25,8 Prozent zu“, betont Wiechers.

Im Juli lag der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau um real neun Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft stieg um 20 Prozent, das Auslandsgeschäft um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Mai bis Juli 2011 ergibt sich insgesamt ein Plus von zehn Prozent im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von sieben Prozent und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von elf Prozent.

„Die Inlandsaufträge übertrafen ihr Vorjahresniveau um ein Fünftel, was sich auch positiv im Kurvenverlauf niederschlug. Die Auslandsorders fielen um drei Prozent höher aus als noch vor Jahresfrist, wobei die leicht rückläufigen Bestellungen aus den Euro-Partnerländern belasteten. Insgesamt bestätigte sich im Juli das bereits in den Vormonaten absehbare vorläufige Ende des stürmischen Wachstumsprozesses“, kommentiert Wiechers das Ergebnis.

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Elektroindustrie mit Exportrekord im ersten Halbjahr

Einen beachtlichen Exportzuwachs verzeichnet auch die deutsche Elektroindustrie im ersten Halbjahr 2011. Von Januar bis Juni dieses Jahres wurden Produkte und Systeme im Rekordwert von 74 Mrd. Euro exportiert. „Verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von elf Prozent", sagt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

„Neben den Ausfuhren nach China, die in den ersten sechs Monaten um 25 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen sind, haben insbesondere auch die Elektroexporte in die USA überproportional zugelegt." Sie wuchsen im ersten Halbjahr um 21 Prozent gegenüber Vorjahr. Zwar sind die Elektroausfuhren im Juni dieses Jahres zwei Prozent hinter ihrem Vorjahreslevel zurückgeblieben und damit zum ersten Mal seit November 2009 gesunken. Allerdings war das Exportwachstum im Juni 2010 mit plus 35 Prozent auch außerordentlich hoch ausgefallen, betont Dr. Gontermann.

Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland haben sich im Juni dieses Jahres auf zehn Mrd. Euro und zwischen Januar und Juni auf 63 Mrd. Euro summiert. Gegenüber Juni 2010 ist dies ein Rückgang um neun Prozent und gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 ein Anstieg um fünf Prozent. Die Exporterwartungen der deutschen Elektrounternehmen sind im August 2011 zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. 76 Prozent der Firmen gehen nach Aussage des ZVEI aber weiter von zunehmenden oder stabilen Ausfuhrgeschäften im kommenden Vierteljahr aus.

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