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Artikel und Hintergründe zum Thema

Siemens-Quartalszahlen Q3-2024

Andrea Gillhuber,

Siemens bestätigt Prognose mit einem »Aber«

Siemens kämpft im dritten Quartal mit einem schwächelnden Automatisierungsmarkt. Stark hingegen entwickelt sich das Softwaregeschäft. Ob das nach dem Umstieg auf ein SaaS-Modell so bleibt, wird sich zeigen.

Die Siemens-Konzernzentrale in München

© Siemens AG

Auch im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2024 konnte Siemens den Umsatz um 5 % auf 18,9 Mrd. Euro (Q3/2023: 18,1 Mrd. Euro) steigern. Wie der viele Marktbegleiter kämpfen aber auch die Münchner mit einem schwächelnden Auftragseingang. Dieser ging auf vergleichbarer Basis um 15 Prozentpunkte auf 19,8 Mrd. Euro (Q3/2023: 23,5 Mrd. Euro) zurück.

Den Gewinn nach Steuern gibt der Konzern mit 2,1 Mrd. Euro an. Das entspricht einem Plus von 48 % (Q3/2023: 1,4 Mrd. Euro). Anzumerken ist hier, dass das Vorjahresquartal einen Verlust von 0,6 Mrd. Euro in Verbindung mit der Beteiligung an der Siemens Energy verzeichnet hatte. Auf Konzernebene erreichte der Free Cash Flow 2,1 Mrd. Euro und lag damit unter dem des Vorjahreszeitraums (Q3/2023: 3,0 Mrd. Euro). Der Auftragsbestand liegt im dritten Quartal bei 113 Mrd. Euro, das Book-to-Bill-Verhältnis bei 1,05.

Die Zahlen sorgen dafür, dass Siemens den Ausblick für das Jahr 2024 bestätigt; das vergleichbare Umsatzerlöswachstum, also ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte, auf Konzernebene bleibt bei 4 bis 8 %, die Ergebnismarge für Digital Industries bei 18 bis 21 %. Aber: Die Zahlen werden jeweils am unteren Ende der jeweiligen Bandbreite liegen.

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»Wir sind im dritten Quartal profitabel gewachsen. Wir profitierten weiterhin von der anhaltend hohen Nachfrage bei der Elektrifizierung. Ein weiterer Wachstumstreiber war unser besonders starkes industrielles Softwaregeschäft, das einige größere Lizenzverträge gewinnen konnte. Das industrielle Automatisierungsgeschäft bleibt allerdings weiterhin herausfordernd. Wir bestätigen unseren Ausblick für das Geschäftsjahr 2024«, sagte Roland Busch, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG.

Das industrielle Geschäft legte getrieben vom Softwaregeschäft um 11 % auf 3,0 Mrd. Euro zu (Q3:2023: 2,7 Mrd. Euro).

Die Sparten im Detail

Die Umsatzerlöse bei Digital Industries sind auf vergleichbarer Basis gleichgeblieben und beziffern sich auf 4,893 Mrd. Euro (Q3/2023: 4,976 Mrd. Euro). Der Auftragseingang konnte um 21 % auf 4,5 Mrd. Euro zulegen. Das Ergebnis stieg um 3 % auf 1,1 Mrd. Euro, während die Ergebnismarge sich um einen Prozentpunkt auf 22,9 % verbesserte.

Zurückzuführen ist das Wachstum vor allem auf ein sehr starkes Softwaregeschäft. Hier sorgte eine ganze Reihe großer Aufträge für Softwarelizenzen vor allem aus den Regionen Asien, Australien und Amerika für ein Wachstum auf vergleichbarer Basis von 82 %. Wie einige andere Unternehmen am Markt möchte auch Siemens ein Software-as-a-Service-Modell einführen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich das Software-Geschäft danach entwickelt.

Der Auftragseingang im Automatisierungsgeschäft sank hingegen. Zurückzuführen sei dies auf die anhaltend hoher Lagerbestände bei den Kunden.

Siemens Smart Infrastructure

Der Auftragseingang von Smart Infrastructure weist ein Wachstum auf vergleichbarer Basis um 11 % auf 5,993 Mrd. Euro (Q3/2023: 5,361 Mrd. Euro) auf, zu dem alle Geschäfte beitrugen, insbesondere die Geschäfte Electrification und Buildings. Der Auftragseingang enthielt eine Reihe größerer Aufträge für Rechenzentren und von Kunden im Energiebereich. Die Umsatzerlöse stieben ebenfalls in allen Geschäften auf vergleichbarer Basis um 10 % auf 5,416 Mrd. Euro. Das Servicegeschäft hat dabei einen Anteil von 1,132 Mrd. Euro (Q3/2023: 1,054 Mrd. Euro).

Regional betrachtet kam der höchste Wachstumsbeitrag aus den USA. Smart Infrastructure verzeichnete einen fortgesetzten Anstieg von Ergebnis und Profitabilität gegenüber dem Vorjahr auf breiter Basis bei höheren Umsatzerlösen, gestiegener Kapazitätsauslastung sowie kontinuierlichen Verbesserungen der Produktivität. Das Ergebnis stieg um 20 % auf 923 Mio. Euro. Die Ergebnismarge erreichte 17,0 % gegenüber 15,6 % im Vorjahresquartal.

Siemens Mobility 

Mobility verzeichnete einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis um 2 % auf 2,608 Mrd. Euro (Q3/2023: 2,560 Mrd. Euro). Der Auftragseingang hingegen sank auf vergleichbarer Basis um 71 % auf 2,399 Mrd. Euro (Q3/2023: 8,330 Mrd. Euro). Das dritte Quartal 2023 verzeichnete jedoch einen Rekordauftragseingang mit einigen Großaufträgen, darunter ein 2,5-Mrd.-Euro-Auftrag für ein schlüsselfertiges Bahnsystem in Ägypten sowie ein 2,1-Mrd.-Euro-Auftrag für S-Bahn-Züge in Deutschland. Das Ergebnis belief sich auf 227 Millionen Euro und die Ergebnismarge betrug 8,7 Prozent gegenüber 8,1 Prozent im Vorjahresquartal.

Siemens Healthineers

Auch Siemens Healthineers konnte zulegen: Das Ergebnis stieg auf vergleichbarer Basis um 9 % von 5,201 Mrd. Euro auf 5,423 Mrd. Euro an, der Auftragseingang um vier Prozentpunkte von 5,615 Mrd. Euro auf 6,079 Mrd. Euro. Ergebnis und Profitabilität verbesserten sich in den meisten Geschäften, insbesondere im Diagnostics-Geschäft überwiegend aufgrund von Kostenreduzierungen im Zusammenhang mit seinem Transformationsprogramm. Die Rückgänge im Imaging-Geschäft resultierten vor allem aus negativen Währungseffekten, so der Konzern.

Prognose bestätigt – Digital Industries wohl unter Vorjahreswert

Die in der Ergebnisveröffentlichung zum zweiten Quartal 2024 abgegebene Prognose bestätigt der Konzern. Erwartet wird ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis von 4 bis 8 % sowie ein Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatzerlösen (Book-to-Bill-Verhältnis) von über 1.

Für die Sparte Digital Industries erwartet Siemens, dass die Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis um 8 bis 4 % unter dem Vorjahreswert liegen werden. Die Ergebnismarge wird in einer Bandbreite von 18 bis 21 % erwartet.

Smart Infrastructure erwartet für das Geschäftsjahr 2024 ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis zwischen 8 und 10 % sowie eine Ergebnismarge in einer Bandbreite von 16 bis 17 %.

Für Siemens Mobility wird für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzerlöswachstum auf vergleichbarer Basis zwischen 8 und 11% sowie eine Ergebnismarge zwischen 8 und 10 % erwartet.

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