Deutscher Maschinenbau
Robust in 2018 - Unsicherheit mit Blick auf 2019
„Das für 2018 prognostizierte Produktionswachstum im deutschen Maschinenbau von 5 % auf den Rekordwert von 228 Mrd. Euro ist ehrgeizig, aber realisierbar“ – so Carl Martin Welcker, Präsident des VDMA, auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Frankfurt.
Nach zehn Monaten des laufenden Jahres wies der Maschinenbau nach Berechnungen des VDMA ein Produktionsplus von 3,7 % auf. Die Auftragseingänge erreichten im gleichen Zeitraum ein Plus von 7 % im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten (in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern) im Inland bis September um 34.000 auf 1,067 Millionen – ein Zuwachs von 3,4 %. „Das zeigt, dass die Maschinenbauer keine Angst vor der Zukunft haben und weiter investieren wollen“, erläuterte Welcker.
Sorgen bereiten den Unternehmen allerdings Engpässe sowohl in den Lieferketten, als auch bei Fachkräften. Laut aktuellen Umfragen leiden 27 % der Maschinenbauer in Deutschland unter einem Mangel an Arbeitskräften, in 28 % der Unternehmen wird die Produktion aufgrund von Materialknappheit behindert. „Diese Engpässe könnten das Wachstum auch in diesem Jahr noch begrenzen“, merkt der VDMA-Präsident an.
2019 mit weniger Schwung
Für das kommende Jahr rechnen die VDMA-Volkswirte nur noch mit einem Produktionswachstum von real 2 % im Maschinenbau. Erwartet wird, dass sich das Tempo der Weltwirtschaft verlangsamen wird. Dies werde auch im Maschinenbau, der eine Exportquote von beinahe 80 % aufweist, zu spüren sein. Positiv sei, dass die Aufträge in den Büchern derzeit im Durchschnitt noch eine Reichweite von 8,6 Monaten haben. Aber der anhaltende Handelsdisput der USA mit China, in den auch die EU noch stärker hineingezogen werden könnte, die Gefahr eines harten Brexits, die Sanktionen gegen Russland sowie die Verschuldungskrise Italiens seien nur die offensichtlichsten Hürden für das weitere Wachstum.
Vom Inlandsmarkt erhofft sich die mittelständisch geprägte Industrie dagegen einen weiter anhaltenden Schwung: „Die Investitionen haben hierzulande zwar bereits angezogen, sind aber immer noch unterdurchschnittlich. Zudem werden Automatisierungslösungen, die der Maschinenbau anbietet, gerade in Zeiten knapper Fachkräfte für viele Unternehmen unverzichtbar“, so der VDMA-Präsident.
Die Exportsituation
Die Exporte der Maschinenbauer aus Deutschland legten in den ersten neun Monaten 2018 um nominal 5,2 % auf 131,9 Mrd. Euro zu. China (plus 11,4 % auf 14,23 Mrd. Euro) und USA (plus 6,9 % auf 14,16 Mrd. Euro) lieferten sich dabei ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Spitzenplatz in der Exportrangliste, mit knappem Vorsprung für die Volksrepublik. Das Exportplus nach China in diesem Zeitraum werde allerdings getrübt von den Aussichten einer sich abschwächenden chinesischen Binnenkonjunktur, die auch unter den Strafzöllen der amerikanischen Regierung leidet. Zugleich steigen Arbeits- und Produktionskosten in China weiter an.
Die Konjunktur in den Vereinigten Staaten profitiert dem VDMA zufolge derzeit noch von abgesenkten Unternehmenssteuern, allerdings werden auch hier die Inlandsinvestitionen schon wieder schwächer. „Wir erwarten deshalb von der EU, dass sie die Verhandlungen sowohl über ein schlankes Freihandelsabkommen mit den USA als auch über ein Investitionsabkommen mit China energisch vorantreibt“, forderte Welcker.
Gefahr eines harten Brexits bleibt
Als nach wie vor schwer abschätzbare Belastung der Geschäfte erweist sich laut Welcker der Brexit. Zwar haben sich die Exporte der Maschinenbauer aus Deutschland nach Großbritannien in den ersten neun Monaten 2018 um 4,5 % erhöht; die Gefahr eines harten Brexits mit all seinen schwer abschätzbaren Folgen bleibe jedoch bis zur Annahme des Austrittsabkommens durch das britische Parlament bestehen. „Unsere Unternehmen müssen sich angesichts der unklaren Situation mit Hochdruck auf einen harten Brexit vorbereiten. Die Chancen, dieses Szenario noch zu vermeiden, werden jeden Tag kleiner“, warnt der VDMA-Präsident.













