ABB

Günter Herkommer,

Rekord bei Umsatz und EBIT im Geschäftsjahr 2008

Die ABB-Gruppe hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich: Mit 34,9 Mrd. US-Dollar lag der Umsatz um 20 % über dem Vorjahreswert (in Lokal-Währungen: 16 % ), der Auftragseingang wuchs um 11 % (7%) auf 38,3 Mrd. US-Dollar und beim EBIT kann sich der schweizerische Energie- und Automationstechnik-Konzern über 4,55 Mrd. US-Dollar freuen, was einer Steigerung um 13 % entspricht.

Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres können allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass sich auch bei ABB die abgekühlte Wirtschaftslage bemerkbar macht. Speziell im vierten Quartal kam es nahezu in allen Bereichen zu deutlichen Rückgängen beim Auftragseingang. Dass die Umsätze in diesem Zeitraum in vielen Sparten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum trotzdem noch gestiegen sind, ist zum Großteil auf die Ausführung von Projekten aus einem starken Auftragsbestand zurück zu führen.

Die Division Automationsprodukte etwa verzeichnete im vierten Quartal 2008 ein Umsatzplus von 4 % (in Lokal-Währungen: + 13 %) auf knapp 2,5 Mrd. US-Dollar (Gesamtjahr 2008: 10,25 Mrd. US-Dollar), wohingegen der Auftragseingang angesichts der schwächeren Nachfrage in den meisten Regionen um -11 % (-30%) auf knapp 2,1 Mrd. US-Dollar sank. Aufträge für Niederspannungsantriebe, Motoren und Niederspannungssysteme legten in der Berichtsperiode hingegen zu. Hier wirkten sich nach Angaben von ABB die Bemühungen für mehr Energieeffizienz in der Industrie und die Nachfrage aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windindustrie, positiv aus. Regional gesehen gingen die Orders in Europa sowie dem Nahen Osten und Afrika leicht zurück, während sie sich in Nord- und Südamerika erhöhten.

Die Division Prozessautomation ist im vierten Quartal bezogen auf den Umsatz sogar noch um +8 % (+20 %) auf knapp 2,1 Mrd. US-Dollar (Gesamtjahr: 7,8 Mrd. US-Dollar) gewachsen; der Auftragseingang hingegen ist in diesem Sektor zum Jahresende um -38 % (-30 %) eingebrochen. Besonders ausgeprägt war ABB zufolge der Investitionsrückgang in der Mineralstoff- und Metallindustrie. Dort erhielten Kunden nicht die nötigen Finanzierungsmittel für ihre Projekte, oder die Rohstoffpreise machten Investitionen in neue Produktionskapazitäten unattraktiv. Auch in der Schiffbauindustrie war ein Auftragsrückgang zu beobachten. Ursächlich hierfür sind die unsichere Nachfrageentwicklung im Zusammenhang mit dem Ölpreis sowie der Vergleich mit den Rekord-Auftragseingängen in den letzten Quartalen. Service- und Turboladeraufträge blieben stabil, während Aufträge in der Öl- und Gasindustrie sowie der Papier- und Zellstoffindustrie ebenso rückläufig waren.

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Division Robotik und Hannover Messe

Anders als die beiden vorgenannten Bereiche, musste die Division Robotik in den letzten drei Monaten des Geschäftsjahres 2008 nicht nur beim Auftragseingang, sondern auch beim Umsatz einen Rückgang verkraften – und zwar um -3 % (in Lokal-Währungen +3%) auf 407 Mio. US-Dollar (Gesamtjahr: 1,64 Mrd. US-Dollar). Die Neuorders gingen um -14 % (-10 %) auf 299 Mio. Euro zurück. ABB will auf die rasante Marktabkühlung in diesem Geschäftsfeld unter anderem mit einer Verlagerung von Fertigungs- und Engineering-Kapazitäten in Schwellenländer mit günstiger Kostenstruktur und einer Anpassung von Kapazitäten an die rasante Marktabkühlung reagieren.

 

 

Ausblick auf die Hannover Messe

 

Ungeachtet der wirtschaftlichen Turbulenzen sieht man bei ABB der Hannover Messe im April positiv entgegen. Die Sparte Prozessautomation etwa wird dort der Fachwelt unter anderem den neu entwickelten Life Cycle Index für sämtliche Leitsysteminstallationen vorstellen. Mit seiner Hilfe kann der Betreiber über den gesamten Lebenszyklus seiner Anlagen-Automatisierung den Produktivitätsstatus ablesen und daraus Schritte ableiten, um die Leistungsfähigkeit seiner Produktionsanlage zu verbessern. Auch für Maschinenbauer hat ABB Neuheiten parat: Zum Beispiel das neue Kleinsteuerungssystem AC500-eCo. Dabei handelt es sich um eine Abrundung der AC500-Plattform nach unten. Mit Preisen ab 200 Euro bei einem Anwendungsprogramm-Speicher von 128 kByte eignet sich diese SPS laut ABB insbesondere für kleinere industrielle Anwendungen, bei denen eine SPS-Lösung im Stand-Alone-Betrieb ausreicht. (Details hierzu lesen Sie in der März-Ausgabe der Computer&AUTOMATION; Erscheinungstermin: 18. März)

 

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