Sensorik / MSR-Technik
Jumo bleibt auf Wachstumskurs
Der Sensor- und MSR-Technik-Anbieter Jumo hält trotz einer etwas nachlassenden Konjunktur an seinen Umsatzzielen für 2011 und 2012 fest. Mit dazu beitragen soll eine neue Automatisierungs-Plattform auf Basis von Ethercat und Codesys (V3).
Jumo-Geschäftsführer Bernhard Juchheim: „Wir werden auch in 2012 weiteres Umsatzwachstum haben.“
© computer-automation.deDass die Unternehmensgruppe Jumo die weltweite Wirtschaftskrise im Jahr 2009 gut überstanden hat, bekam man im vergangenen Jahr auf positive Art und Weise zu spüren. "Wie in der gesamten Elektrotechnik- und Elektronikindustrie zogen auch bei Jumo die Auftragseingänge und Umsätze so stark an, dass die Erwartungen gleich dreimal nach oben korrigiert werden mussten," erklärte Jumo-Geschäftsführer Bernhard Juchheim auf einer Pressekonferenz in Fulda. Der Großteil des Umsatzes wurde in 2010 – wie in den vorangegangenen Jahren – in Deutschland erwirtschaftet, konkret 132 Millionen Euro. Zusammen mit dem Ausland lagen die Erlöse bei 170 Millionen Euro, nach 143 Millionen Euro in 2009 entspricht das einem Umsatzplus von knapp 19 Prozent.
Nach dem starken Aufschwung Anfang 2011 hat die Wirtschaft wieder einen leichten Dämpfer erhalten. Die Auftragseingänge gehen seit Sommer leicht zurück und auch der Geschäftsklimaindex zeigt die Sorgen der Unternehmer. „Nachdem der extreme Druck aus dem Markt etwas nachlässt“, sagt Juchheim, „können wir unsere Lieferzeiten endlich wieder verringern.“
Für das Geschäftsjahr 2011 kündigt er einen Umsatz der Unternehmensgruppe von 196 Millionen Euro an. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von 15 Prozent. „Trotz einiger Wolken am Konjunkturhimmel werden wir das Ziel auch erreichen“, betont Bernhard Juchheim, der zusammen mit seinen Söhnen Carsten und Michael das Unternehmen leitet. Nichtsdestotrotz blickt man bei Jumo optimistisch in die Zukunft: Gegenwärtig plant das Unternehmen mit einem Umsatzplus von vier Prozent im Jahr 2012.
Zum Umsatz beitragen soll dann auch das neue Steuerungs- und Regelungssystem mTron T, das auf der SPS/IPC/Drives Ende November vorgestellt wird.
Automatisierungsplattform mTRON T: Jumo setzt auf Ethercat als Systembus
Modular aufgebaut, nutzt Jumo bei seinem Mess-, Regel- und Automatisierungssystem Ethercat als Systembus und eine Soft-SPS auf Basis des Programmiersystems Codesys V3 der Firma 3S. Hinzu kommen verschiedene Funktionsmodule.
Die Zentraleinheit unterstützt ein Prozessabbild von bis zu 30 E/A- und Reglermodule, die an das CPU-Modul angereiht werden. Als Module stehen Mehrkanal-Reglermodule, Analog-Eingangsmodule (4/8 Kanäle), ein vierkanaliges Relaismodul sowie ein konfigurierbares E/A-Modul mit zwölf digitalen Kanälen zur Verfügung. Fehlt eigentlich nur ein analoges Ausgangsmodul, um auch in der Soft-SPS mit Funktionsbausteinen Regelungen zu realisieren. „Das Analog-Ausgangsmodul haben wir zugunsten einer schnelleren Markteinführung zurückgestellt. Zudem gibt es dann keinen Ausfallschutz bei einer Störung der Zentraleinheit, den die Reglermodule bieten“, gibt Produktmanager Thomas Diel zu bedenken.
Jedes Reglermodul arbeitet autark ohne die Zentraleinheit zu belasten und unterstützt bis zu vier PID-Regelkreise. Im Maximalausbau sind also bis zu 120 Regelkreise realisierbar, „mehr als genug, um auch anspruchsvollen Regelprozessen gerecht zu werden“, betont Diel. Zudem lassen sich die Ein- und Ausgänge jedes Reglermoduls über Steckplätze individuell erweitern und anpassen. Über ein Router-Modul lassen sich die E/A- und Reglermodule künftig auch in andere Ethercat-basierende Applikationen integrieren. „Auch der umgekehrte Weg - die Integration von Ethercat-Slaves in mTron T - ist langfristig denkbar“, erklärt Diel auf Nachfrage.

Ambitionierte Umsatzziele für 2012
Die Jumo-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück: Erstmals wurde die Umsatzgrenze von 200 Millionen Euro geknackt. Das macht Mut für 2012: Mit knapp 11 Prozent kalkuliert Jumo-Chef Bernhard Juchheim mit einem deutlich stärkeren Wachstum als die Wettbewerber.
Systemaufbau: E/A- und Reglermodule lassen sich seitlich anreihen, das Multifunktionspanel und das Router-Modul für dezentrale Erweiterungen über einen zweiten Ethercat-Port.
© Jumo GmbHFür die übergeordnete Kommunikation verfügt die Zentraleinheit über eine Ethernet-Schnittstelle sowie einen Webserver. Weiterer Systembestandteil ist ein Multifunktions-Panel, das ebenfalls über Ethercat mit der Zentraleinheit kommuniziert. Darüber ist neben der Visualisierung der Prozesswerte auch die Bedienung der Regler und Programmgeber möglich, ebenso ein benutzerabhängiger Zugriff auf Parameter- und Konfigurationsdaten des Gesamtsystems.
Als weitere Besonderheit des Panels nennt Diel die integrierten Registrierfunktionen eines vollwertigen Bildschirmschreibers inklusive Webserver. Die Hard- und Softwarekonfiguration sowie die Projektierung der Messwerterfassungs- und Regelungsaufgaben erfolgt mittels Setup-Programm und vordefinierten Bildschirmmasken. Zusammen mit den IEC 61131-3-Editoren von Codesys V3 erstellen Anwender damit ihre individuellen Automatisierungslösungen. Die gesamte Applikation wird in einer Projektdatei erfasst, wodurch sich die Projektverwaltung und Versionspflege vereinfacht.












