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Artikel und Hintergründe zum Thema

Spitzencluster it’s OWL

Andreas Knoll,

Industrie 4.0 für den Mittelstand

Unter dem Dach des Spitzenclusters it’s OWL arbeiten auch die Automatisierungstechnik-Hersteller Beckhoff, Harting, Lenze, Phoenix Contact, Wago und Weidmüller an Lösungen für die intelligente Produktion - sprich: für Industrie 4.0. Auf der SPS IPC Drives stellen sie einige ihrer Projekte vor.

Im Rahmen des Forschungsprojekts 'FlexiMon' entwickelt Harting flexible Fertigungszellen mit 'Plug-and-Produce'-Fähigkeit.

© Computer&AUTOMATION

Insgesamt 46 Projekte werden im Rahmen der Cluster-Strategie von it’s OWL (Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe) umgesetzt. Ein Herzstück ist der Transfer der neuen Techniken in den Mittelstand. "Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben gemeinsam eine Plattform mit Basistechniken für Industrie 4.0 aufgebaut", erläutert Dr. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer der it‘s OWL Clustermanagement GmbH. "Unternehmen können diese jetzt in Form von Transferprojekten nutzen." Laut Dumitrescu bringen 40 Transferprojekte neue Techniken in den Bereichen Selbstoptimierung, Mensch-Maschine-Interaktion, Intelligente Vernetzung und Systems Engineering in die Unternehmen.

Als "Erfolgsrezept für Industrie 4.0 made in OWL" bezeichnet Dumitrescu Lösungen unter Einbindung der ganzen Wertschöpfungskette - von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung in der Produktion. Die Firma Beckhoff beispielweise arbeitet mit dem Heinz-Nixdorf-Institut, der Fachhochschule Bielefeld, den Maschinenherstellern Hüttenhölscher, Schirmer und IMA Klessmann sowie dem Küchenhersteller Nobilia an einer Scientific-Automation-Plattform mit besonders leistungsfähiger Steuerungstechnik: "Wir integrieren Techniken wie etwa Lernverfahren oder Condition Monitoring in die Standard-Automatisierungstechnik", verdeutlicht Hans Beckhoff, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. "Zur effizienten Implementierung dieser Techniken entwickeln wir besonders leistungsfähige Industrie-PCs mit mehr als 16 Kernen, sogenannte Many-Core-Rechner, und schaffen Engineeringtools für die Parallelisierung der Steuerungs-Software. Auf Basis von Langzeitaufnahmen der Prozessabläufe und Energieverbräuche unterschiedlicher Produktionsanlagen werden Strategien für ein Last-Management zur Optimierung von Produktivität und Energieverbrauch sowie zur vorausschauenden Wartung realisiert."

Eine der wichtigsten Herausforderungen für Industrie 4.0 ist laut Lenze-Vorstand Frank Maier die Systemintegration: "Innerhalb von it’s OWL denken wir Intelligente Technische Systeme vor", sagt er. "In mehreren Innovationsprojekten erforschen wir Systeme etwa für die Intralogistik. Durch hochintegrierte Antriebe, vorgedachte Baukästen, einfache Parametriermöglichkeiten über Smart Devices und ein intelligentes Energie-Management in Echtzeit können unsere Kunden Material und Energie sowie Zeit für Engineering und Systemintegration sparen."

Die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Arbeitswelt sind ein neues Forschungsfeld für it‘s OWL. "Wir müssen die Rolle des Menschen sowohl bei der Technologie-Entwicklung als auch bei der Anwendung mitberücksichtigen", betont Dr. Volker Franke, Geschäftsführer von Harting Applied Technologies. "In unserem Projekt 'FlexiMon' haben wir intuitive Bedienschnittstellen geschaffen und den Aufwand für die Einrichtung von Maschinen verringert. Auf dieser Basis untersuchen wir jetzt, wie sich die Arbeitsbedingungen und Anforderungen in der Produktion verändern, und entwickeln Maßnahmen, um die Veränderungen zu gestalten. In den Prozess sind Entwickler, Maschinenbediener, Betriebsräte, Soziologen und Arbeitspsychologen eingebunden."

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