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Artikel und Hintergründe zum Thema

Machine-to-Machine-Kommunikation

Meinrad Happacher,

Die Hürden im M2M-Markt

Der M2M-Branche wird für die nächsten Jahre ein sehr dynamisches Wachstum prophezeit. Welche Hürden stehen aber einer breiten Etablierung der Machine-to-Machine-Kommunikation noch im Wege? Diese Fragestellung stand im Mittelpunkt der Expertendiskussion im Forum der Halle 8 auf der SPS/IPC/Drives.

Die sehr optimistischen Prognosen der Marktbeobachter in puncto M2M-Einführung sind sicherlich noch nicht eingetroffen,“ skizziert Klaus-Dieter Walter, Vorstand der M2M-Allianz, zu Beginn der vom ZVEI veranstalteten Diskussion den steinigen Weg der M2M-Etablierung. Andererseits gebe es „aber auch viel mehr realisierte M2M-Applikationen als wir vermuten.“ Grund sei: M2MAnwendungen sind in der Regel nicht sichtbar, „weil sie in eingebetteten Systemen mehr oder weniger versteckt agieren.“

Doch woran liegt es, dass sich die Machine-to-Machine-Kommunikation nicht so schnell etabliert, wie gewünscht. „Die M2M-Applikation bedingt eine 100-prozentige Verfügbarkeit des Netzes“, sagt Walter, „und diese ist in der Praxis nicht immer gegeben“, bringt er einen wichtigen hemmenden Aspekt auf den Punkt. Prof. Jürgen Jasperneite, Direktor des Instituts Industrial IT, berichtet diesbezüglich über Messungen, die an seinem Institut durchgeführt wurden. Diese hätten ergeben, dass das für eine M2M-Anwendung in der Regel notwendige Gesamtnetz aus Mobilfunk und Internet während der Tageszeiten eher verfügbar sei als in Nachtzeiten: „Nachts finden Absenkungen der Netze und Down-Zeiten von durchaus mehreren Minuten statt“, die M2M-Applikationen nicht unbedingt zuträglich seien.

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Klaus-Dieter Walter unterstreicht, dass insbesondere im Internet dem Zufall überlassen sei, wann das abgeschickte IP-Paket am Endpunkt ankomme: „Was die Laufzeit betrifft, ist das überhaupt nicht vorhersehbar!“ Ralf Ammon von Vodafone versucht zu differenzieren: Daten zur Fernwartung etwa „dürfen nicht einfach nur ins Internet übergeben werden. Hierfür gilt es schon spezielle Lösungen – IPsec-Tunnel, MPLSNetze oder Punkt-zu-Punkt-Verbindungen – heranzuziehen.“ Dann seien die Übertragungen zum einen sicher und zum anderen auch eher vorhersehbar. Was die Verfügbarkeit der Mobilfunk-Netze betrifft, so würden die Zellen zwar je nach Bedarf vergrößert und verkleinert. Dass ein Netz allerdings komplett „down“ sei, komme nicht vor.

Fakt sei vielmehr, dass insbesondere die weltweite Erreichbarkeit per GSM besser sei, als etwa bei kabelgebundener Kommunikation. Zudem sei derzeit ein nationales Roaming am Entstehen, „was die Redundanz der Netze und die Verfügbarkeit nochmals erhöht“, sagt Ammon. Frank Hakemeier von Phoenix Contact pflichtet Ammon bei und bricht für die Netzbetreiber eine Lanze: „Seit ein paar Jahren registrieren wir bei den Mobilanbietern eine starke Sensibilisierung für M2M-Belange. Vor fünf bis sieben Jahren sprachen die Mobilfunkanbieter noch gar nicht unsere Sprache; Ansprechpartner zu finden war Fehlanzeige. Heute spüren wir, dass die Anbieter versuchen, unsere Bedürfnisse zu berücksichtigen.“

M2M – Eine Gesamtlösung?

Den Blickwinkel des Anwenders nimmt Klaus-Dieter Walter in einem weiteren Aspekt auf: „Heute bekommt der Anwender nur M2MKomponenten und Lösungsbausteine geboten; diese muss er dann immer noch selbst zu einer Lösung zusammenfügen.“ Ziel müsse doch sein, dass der Anwender letztlich eine Komplettlösung etwa als Dienstleistung erhalte, beispielsweise für die Funktion Condition Monitoring. „Warum muss ich mich als Endkunde mit Tarifen und SIM-Karten auseinandersetzen?“ fragt Walter.

Frank Hakemeier ist etwas anderer Meinung: „Wir als Hersteller wollen den Umgang mit den Geräten so einfach wie möglich machen. Aber es gibt unsagbar viele Anwendungen für unsere Geräte. Deshalb bezweifelt er, dass es der richtige Weg ist, „eine Plattform zu entwickeln, die alle Anwendungen erschlägt.“ Es gebe durchaus Fachleute am Markt, die sich auf gewisse Bereiche spezialisierten und diese hätten auch ihre Berechtigung.

Ralf Ammon pflichtet Hakemeier bei: „Ich glaube, in der Automation ist auch ein entsprechender Freiheitsgrad gewünscht – viele möchten das System selbst zusammensetzen, um vielleicht einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.“

M2M auf der embedded world 2011

Mit Unterstützung der M2M Alliance vertieft die Computer&AUTOMATION auf der embedded world das Thema M2M: Im Rahmen des begleitenden Kongresses findet am Donnerstag, den 3. März, die eintägige Session „M2M/Internet-Technology" mit folgenden Vorträgen statt:


09:00 – 09:30 Uhr - M2M-State of the Art - Prof. Dr. Axel Sikora, DHBW Lörrach

09:30 – 10:00 Uhr - Advancing the Machine-to-Machine Industry - Shawn A. Holiday, Intel

10:00 – 10:30 Uhr - Build easily wireless M2M solution: open development tools and generic platform  -  Joachim Dressler, Sierra Wireless

10:30 – 11:00 Uhr - Coffee Break

11:00 – 11:30 Uhr  - From consumer SIM to embedded SIM - Mark Schönfeld, Deutsche Telekom

11:30 – 12:00 Uhr - Developing customer specific M2M appliances - Stephan Hoffmann, reLinux

12:00 – 12:30 Uhr - One user interface – tree points of view - Kerstin Gerhardt, SSV Software Systems

13:30 – 14:00 Uhr - Introduction to Web Services for Embedded Developers - Günter Obiltschnig, Applied Informatics Software Engineering

14:00 – 14:30 Uhr - Web 2.0 Integration in Embedded Systems - Bert Strueber, Sevenstax

14:30 – 15:00 Uhr - Internet of Things atWork European Project: Enabling Plug and Work in Automation Networks - Dr. Amine Houyou, Siemens – Corporate Technology

15:00 – 15:30 Uhr - Coffee Break

15:30 – 16:00 Uhr - Building Next Generation Service Delivery Platforms - Ed Grossman, IBM


Nähere Informationen: www.embedded-world.eu

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