SPS/IPC/Drives 2011

Günter Herkommer,

Die Anwender sprechen!

Der Countdown läuft für den Herbstevent der Automatisie­rungs­branche – die Nürnberger Fachmesse SPS/IPC/Drives (22. bis 24. November) mit ihrem angegliederten Kongress. Letzterer lässt in diesem Jahr explizit die Anwender zu Wort kommen.

© computer-automation.de

Eine Trendsession, drei Tutorials sowie 69 Vorträge zu Themen der elektrischen Automatisierung  umfasst das Gesamtprogramm des SPS/IPC/Drives-Kongresses 2011. Eine zusätzliche Neuerung in diesem Jahr sind vier spezielle Anwender-Sessions, in deren Rahmen Unternehmen über ihre Erfahrungen im Umgang mit moderner Automatisierungstechnik berichten. Die Sessions, welche laut Veranstalter „zum intensiven Dialog zwischen Kongressbesuchern und Anwendern“ einladen sollen, finden am Dienstag- und Mittwochvormittag pa­rallel zu den übrigen Kongresszügen statt.

Den Auftakt der Anwender-Session am ersten Messetag bilden „siche­re und verteilte Systeme“. Das Höch­städter Unternehmen Grünbeck Wasseraufbereitung referiert in diesem Kontext über das Thema Effizienz in der Trinkwasseraufbereitung mit dezentralen Systemen, wobei auch die Aspekte Fernüberwachung und Fernsteuerung zur Sprache kommen. Im Anschluss an diesen Vortrag geht es „spaßig“ zu: Stefan Sittler von der Wiener Firma Koidl Vergnügungsbetriebe zeigt auf, welchen Beitrag moderne Automatisierungstechnik dazu leistet, für die Sicherheit von Passagieren bei den Fahrgeschäften im Wiener Prater Sorge zu tragen.Den Abschluss dieser Session macht ein Erfahrungsbericht über die Umrüstung einer Kesselanlage durch die Firma Energy-Service Friesenbichler auf der Grundlage eines sicheren Automatisierungssystems der neuesten Generation.

Teil 2 der Anwender-Sessions am Dienstag steht unter dem Titel „Maschinenautomatisierung“. Während im Beitrag der Firma Somic Verpackungsmaschinen das Thema Mechatronik im Vordergrund steht, fokussiert Dr. Michael Füner von Heidelberger Druckmaschinen auf das Thema berührungslose Energie- und Datenübertragung in Bogenoffset-Druckmaschinen. Ebenfalls eine berührungslose Technik – und zwar die RFID-Technologie – hat bei Winkler und Dünnebier Süßwarenmaschinen zur Prozessoptimierung bei der Identifikation von Schokoladenformen beigetragen.

Tag zwei der Anwender-Sessions am Mittwoch stellt zunächst das Thema Ethernet in den Vordergrund: Florian Schreyer von Nestle beantwortet dabei die Frage: Ethernet in der Feldebene – Wunschtraum oder bereits Realität? Von Seiten VW erfährt der Kongressbesucher anschließend Interessantes über den Profinet-Einsatz im Werk in Mexiko. Dieser Ethernet-Variante ist auch der Vortrag von Liebherr gewidmet, wobei hier spe­ziell die Sicherheitsfunktionen von Profisafe bei Turmdrehkränen im Vordergrund stehen.
Den Abschluss der Erfahrungsberichte von Anwendern für Anwender bildet schließlich eine Session mit vier Vorträgen, die sich alle mit dem Thema „Energieeffiziente Produktion“ ausei­nandersetzen.

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Sicher automatisieren mit PC-Technologie

Neben den Anwender-Sessions findet am Nachmittag des ersten Messetages eine weitere Trend-Session zum Thema „Sicherheit der PC-basierten Steuerung“ statt. Vertreter der Firmen Siemens, Beckhoff, Bosch Rexroth, Kuka, Homag und 3S diskutieren dabei unter anderem die Frage nach der Zukunfts­sicherheit „kurzlebiger“ PC-Komponenten im Vergleich zu Maschinen-Lebensdauern von 20 Jahren und mehr. Ebenfalls beleuchtet wird die Eignung von kostengünstigsten Standardkomponenten für den Einsatz bei Anwendungen mit funktionaler Sicherheit (Safety), sowie die Sicherheit gegen ungewollte Zugriffe (Security).

Das vollständige Kongressprogramm mit detaillierten Informationen zu allen Programmpunkten findet sich online unter www.mesago.de/sps/kongress. Messebesucher mit begrenztem Zeitbudget haben vor Ort noch die Möglichkeit, über den Erwerb des „Pick & Win Tickets“ gezielt drei Kongressvorträge zu buchen.

Der Young Engineer Award

Nach der Premiere im letzten Jahr verleiht der Veranstalter Mesago Messemanagement im Rahmen der SPS/IPC/Drives wieder zwei Young Engineer Awards – einen im Bereich Automation und einen im Bereich Drives. Mit dem Award soll der Nachwuchs gefördert und jungen Ingenieuren eine Plattform zur Präsenta­tion ihrer Arbeit geboten werden. Anhand der eingereichten Abstracts hat das Kongresskomitee eine Vorauswahl getroffen. Die Nominierten:

■ Mario Göb, Bosch Rexroth: Bahn­zugkraft- und Registerkorrelation bei Maschinen mit Non Impact Printing
■ Thomas Orlik, TU Braunschweig: Sensorlose Regelung von Synchronmotoren mit Berücksichtigung magnetischer Sättigungseffekte
■ Jens Frieben, Fraunhofer: Automatic Deployment of IEC 61499 Function Blocks into Interconnected Devices
■ Peter Stich, TU München: Effiziente Methoden zum digitalen Engineering im Maschinen- und Anlagenbau
■ Stephan Seidel, Fraunhofer: Planung und virtuelle Inbetriebnahme von Steuerungen für Intralogistik-Systeme
■ Harald Sima, TU Wien: Hocheffizientes Axial-Hybridmagnetlager für schnell drehende Maschinen
■ Jürgen Bregenzer, Bosch Rexroth: Parallelisierung von Automatisierungs-Steuerungen für Multicore-Prozessoren
■ Jürgen Welter, KL Technik: Steigerung der Energieeffizienz in KMU – Ein Erfahrungsbericht
■ Dr. Alexander Bähr, LTi Drives: Anwendung von Delta-Sigma-Konvertern in der Servo-Antriebstechnik

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