Flüssigkeitsanalyse

Inka Krischke,

Smarte Sensoren für Industrie 4.0

Jumo setzt auf Intelligenz im Sensor und stellt zur SPS IPC Drives verschiedene 'smarte' Ansätze im Bereich Flüssigkeitsanalyse vor.

Die Industrie 4.0 berge mit ihrem steigenden Bedarf an hochwertiger Mess- und Regeltechnik große Chancen für Jumo, sind Bernhard Juchheim (links) und Michael Juchheim überzeugt.

© Jumo

"Wir entwickeln uns konsequent von einem Komponenten- zu einem Systemanbieter, der Kunden aus aller Welt Komplettlösungen aus einer Hand anbieten kann", erklärte Michael Juchheim, neben seinem Vater Bernhard Juchheim geschäftsführender Gesellschafter von Jumo, im Rahmen einer Pressekonferenz im Vorfeld der SPS IPC Drives.

Zu diesem Anspruch passend stellt Jumo zur SPS IPC Drives unter anderem das Anschlusssystem 'Digiline' vor, mit dem sich unterschiedliche Sensoren in Stern- oder Baumstruktur miteinander verbinden lassen. Da nur eine einzige digitale Signalleitung zu einer Auswerte-Einheit oder Steuerung führt, wird eine effiziente Verkabelung von Anlagen möglich, in denen mehrere Parameter gleichzeitig an verschiedenen Stellen zu messen sind. Zur Markteinführung wurden eine pH- und eine Redox-Sonde entwickelt, darüber hinaus lassen sich Produkte zur Trübungs- und Sauerstoffmessung anbinden. 'Digiline' erweitert zudem die Anzahl anschließbarer Sensoren an die Mehrkanal-Mess- und Regelgeräte 'Aquis touch'. Da sich die smarten Sensoren auch in das Automatisierungssystem 'mTron T' einbinden lassen, entfällt ein zusätzlicher Messumformer zwischen Steuerung und digitalem Sensor.

Mit der zum System gehörenden DSM-Software (Digital Sensor Management) lassen sich Parametrierung und Kalibrierung der pH- oder Redox-Sonde mittels PC oder Laptop, einem USB-Schnittstellenwandler und der Software im Labor durchführen. Kalibrierdaten und die Bewertung des Sensorzustandes sind direkt im Sensor gespeichert und ermöglichen eine lückenlose Dokumentation über den gesamten Lebenszyklus.

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Kommunikation via App

Ein weiterer Schritt Richtung Industrie 4.0 ist die kostenlose ‚JumoDevice App‘, mit der Android- und Apple-Smartphones sowie Tablets mit verschiedenen Geräten des Unternehmens kommunizieren können. Die App kann den Bildschirmschreiber 'Logoscreen 600' und nach Software-Updates ebenso die Mehrkanalmessgeräte für die Flüssigkeitsanalyse der 'Aquis touch'-Serie sowie das Automatisierungssystem 'mTron T' visualisieren und überwachen. Sie kann nach Ge­räten in einem Firmennetzwerk scannen und zeigt die gefundenen Jumo-Produkte in einer Liste an. Über diese Liste oder manuell über die ­Eingabe von IP-Adresse/DNS-Name erfolgt die Auswahl des Gerätes; auch eine Auswahl nach Gerätetyp ist über Filterfunktionen möglich. Wird ein Gerät über die App angewählt, teilt es der App mit, welche Daten ­verwertet werden können – zum Beispiel Textbild-, Ereignis- oder Alarmlisten. In einer weiteren Ausbaustufe sind zudem Steuerfunktionen für die App geplant.

Umsatztreiber Ausland

Insgesamt blickt Jumo optimistisch in die Zukunft: Das Unternehmen hat in den letzten zehn Jahren fast 60 % ­Umsatzwachstum erzielt und inzwischen Tochtergesellschaften in 24 Ländern der Welt. Im vergangenen Jahr wurden mit rund 2200 Mitarbeitern weltweit 221 Mio. Euro erwirtschaftet. Für das aktuelle Geschäftsjahr geht Jumo von einer "Konsolidierung auf hohem Niveau" aus. Als bedeutender Umsatztreiber fungiert das Ausland, die Exportquote der Unternehmensgruppe liegt bei über 50 %. "Das internationale Wachstum hilft uns, Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern", resümiert Bernhard Juchheim.

Als einen Meilenstein für das Unternehmen bezeichnet Michael Juchheim abschließend den für 2016 geplanten Bau eines neuen Sensorwerks für 600 Mitarbeiter in Fulda – mit 50 Mio. Euro sei dies die größte Investition in der Firmengeschichte und "ein klares Bekenntnis für ein weiteres Wachstum am Standort Deutschland".

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