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Artikel und Hintergründe zum Thema

Voss Automotive auf der SPS 2023

Inka Krischke,

Der Sensor-Handschuh

Der Automobilzulieferer Voss Automotive präsentierte auf der diesjährigen SPS seine aktuelle Entwicklung: einen Sensor-Handschuh zur Erkennung korrekter Steckprozesse. Was dahinter steckt, erläutert Dr. Anne Völkel, Leiterin Innovationsprojekte.

Sensor-Handschuh zur Erkennung korrekter Steckprozesse

© Voss Automotive

Frau Dr. Völkel, was kann das intelligente Wearable?

Es erkennt bei händischen Montageprozessen von elektrischen oder fluidischen Steckern, ob die Montage korrekt ausgeführt wurde oder nicht. Zusätzlich zählen wir die Steckungen mit, damit kein Stecker vergessen wird. Das Wearable fügt sich zur Erfüllung dieser Aufgabe nahtlos in den Montageprozess ein, sodass die Arbeitskräfteweiterarbeiten können, wie zuvor. Über die Einsatzzeit lernt das Gerät stetig mit und erhält regelmäßige Updates.

Was war das Problem mit bisherigen Lösungen?

Einige Ansätze zur Erkennung basieren lediglich auf der Erkennung des Einrastgeräuschs. Das reicht aber nicht immer aus, weil es ähnliche Geräusche in der Produktion gibt, die dann fälschlicherweise als Klicken des Steckers wahrgenommen werden. Außerdem konnten wir durch unsere Auswahl von Sensorik und Datenverarbeitung eine Akkulaufzeit von über elf Stunden im Produktionseinsatz realisieren, ohne einen großen Aufbau mit einer schweren Batterie.

Wie funktioniert der Sensor-Handschuh technisch im Detail?

Der Handschuh erkennt die Bewegung der Arbeitskraft und das Geräusch des Einrastens, und nur dann, wenn beides zu dem Muster passt, das zuvor antrainiert wurde, wird die Steckung als ordnungsgemäß erkannt. Die Signale werden noch im Handschuh verarbeitet und sowohl ein optisches als auch ein haptisches Feedback an den Werker zurückgegeben.

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Dr. Anne Völkel: »Über die Einsatzzeit lernt der Sensor-Handschuh stetig mit und verbessert sich dank KI kontinuierlich.«

© Hanna Bernardy

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz dabei?

Wir verwenden eine KI, um dem Gerät zu erklären, welche Steckungen ordnungsgemäß verbunden, also ‚okay‘ sind, und welche fehlerhaft, also ‚nicht okay‘, sind. Das heißt, die KI wertet in Echtzeit die Sensorsignale aus und übermittelt das Feedback an die Arbeitskraft. Um stets die beste Performance der KI anbieten zu können, lernt das Gerät mit jeder Steckung im produktiven Einsatz mit und verbessert sich kontinuierlich.

Gibt es weitere Bereiche, in denen der Sensor-Handschuh künftig eingesetzt werden kann oder soll?

Wir erproben gerade erste stationäre Anwendungen, bei denen die Adaptivität unserer KI-Sensorik-Kombination auf weitere Trackingprozesse in der Produktion untersucht wird. Unsere Vision ist die allgemeine Erkennung korrekter Produktionsprozesse, zu deren Validierung die Kombination aus Sensorik im Kompaktformat und KI genutzt werden kann.

Halle 10.0, Stand 530

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