Interview mit Thomas Langer, Baumer
Den Einstieg in die IO-Link Welt selbst probieren
Baumer baut neben dem Hauptstand auch in diesem Jahr wieder die ‚Sensorwerkstatt‘ auf. Die Beweggründe dazu erläutert Thomas Langer, Produktmanager Connectivity bei Baumer.
Die Sensorwerkstatt gibt es bereits zum dritten Mal auf der SPS – sie scheint ein voller Erfolg zu sein?
Das stimmt. Die Sensorwerkstatt kommt bei den Besuchern sehr gut an. Sensoren sollte man nicht nur sehen, sondern auch testen. Und das ermöglichen wir: In unserer Sensorwerkstatt können Besucher an kleinen Applikationsbeispielen selbst entdecken, was alles in unser Sensor Solution Toolbox steckt.
Was ist das Besondere an der Sensorwerkstatt?
Es ist eine Art interaktive Sensor-Experience, die in Erinnerung bleibt. Wer zum Beispiel selbst mit wenigen Klicks die Schallkeule eines Ultraschallsensors einstellt, erkennt sofort, welches Potenzial zur Zeitersparnis in unseren smarten Lösungen steckt. Zusätzlich stehen wir als Experten beratend zur Seite. Besucher können von ihren Applikationen und Herausforderungen berichten, und wir finden gemeinsam den optimalen Lösungsansatz.
Gibt es einen speziellen Fokus?
An sieben Stationen stehen die Neuheiten aus unserer Toolbox zum Testen bereit – unter anderem smarte Drehgeber, Sensoren zur Distanzmessung, einfach bedienbare Prozesssensoren und natürlich die beliebte IO-Link-Testfläche.
Was bieten Sie Besuchern an der IO-Link-Station?
An IO-Link führt kein Weg mehr vorbei, besonders in der Automation. IO-Link ist ein Schlüsselfaktor für die Digitalisierung, denn durch günstige einheitliche Verdrahtung und standardisierte Integration stehen sämtliche Sensorinformationen einfach in Steuerung und IT-System zur Verfügung – ähnlich wie bei USB-Geräten am Rechner. Erst mit IO-Link lassen sich Sensoren live in der Anlage parametrieren und die Wirkung sofort testen, um so Maschinen im Handumdrehen zu optimieren und ihr potenzielles Maximum herauszukitzeln. Und das kann man bei uns selbst ausprobieren: einen Sensor nehmen, mit dem Laptop verbinden und sofort sehen, was der Sensor sieht. Diese Möglichkeit bieten wir in der Sensorwerkstatt. Natürlich erklären wir Interessierten auch, wie sie in ihren Anwendungen das volle Potenzial von IO-Link nutzen. Und wir geben als IO-Link Experte leicht verständliche Starthilfe in diese Technologie.
Wie ist allgemein die Resonanz auf das Thema IO-Link? Wie viel Aufklärungsbedarf besteht hier?
Das ist extrem spannend: Vor drei Jahren wollten Kunden sich noch allgemein über IO-Link informieren. Heute kommen sie mit ganz konkreten Projekten. Unsere Beobachtung ist: IO-Link ist bei fast allen Maschinenbauern mittlerweile gesetzt. Andere Sensoren werden gar nicht erst betrachtet.
Abschließend: Was sind aus Ihrer Sicht die größten Vorteile von IO-Link? Und: Gibt es Nachteile?
Die wichtigsten Vorteile sind sie schnellen Primärdaten ohne Übertragungsverluste sowie die Weiterverwendung bisheriger Kabel – und das günstiger als bei analog, denn M12 3-Pin ungeschirmt reicht. Das ist die günstigste Leitung, die man im Maschinenbau bekommt. Weiterhin bietet IO-Link Zugriff auf eine ganze Welt von Einstellmöglichkeiten und Zusatzdaten, womit sich die Performance in der laufenden Maschine bis zum Maximum optimieren lässt. Und es lassen sich zum Beispiel Wartungsintervalle bedarfsgerecht planen, da die Sensoren mittels ihrer Zusatzdaten über den Maschinenzustand detailliert berichten können.
Mit unserer ‚Sensor Suite‘ wird diese gesamte Informations- und Parametrierwelt intuitiv zugänglich. Wir sehen, was der Sensor sieht – buchstäblich. Und genau das kann man an der Sensorwerkstatt live tun und erleben.
Der Nachteil ist, dass man im Vergleich zu klassischen Schalt- und Analogsignalen natürlich auch die Komplexität erst einmal etwas erhöht, was unweigerlich eine gewisse Lernkurve zur Folge hat. Aber auch dafür haben wir eine Lösung: Unser Ziel ist es, diese Lernkurve so kurz wie möglich zu halten und den Kunden dabei an die Hand zu nehmen. Das tun wir einerseits mit unserer leicht zu bedienenden Parametrier-Software. Andererseits helfen wir Kunden bei der Integration in die SPS. Hierfür haben wir eine ‚How-to‘-Video-Serie entwickelt, die in weniger als zwei Stunden Gesamtspielzeit Schritt für Schritt von der Einrichtung des IO-Link Masters bis zur Integration zyklischer und azyklischer Daten die Integration aufzeigt.
Als weiterer Nachteil wird oft genannt, dass man ja jetzt noch einen IO-Link Master zwischenschalten muss. Stimmt – aber dafür spart man sich die analoge Eingangskarte und die geschirmten Kabel. Auch muss man nur noch bis auf den IO-Link Master im Feld verdrahten und nicht mehr bis zum Schaltschrank. Und dank M12 Steckern ist so ein Master in wenigen Minuten bestückt, während die Schaltschrankverdrahtung Stunden verschlingt. Wir haben das für eine Beispielmaschine ausgerechnet und herausgefunden, dass sich der IO-Link Master bereits finanziell bezahlt macht, wenn er lediglich mit zwei messenden Sensoren bestückt ist.
Baumer auf der SPS 2025: Halle 4A Stand 345 und 351










