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Artikel und Hintergründe zum Thema

Genua / Schubert System Elektronik

Günter Herkommer,

Security 'made in Germany'

Der IT-Sicherheitsspezialist Genua hat zusammen mit der im Bereich industrielle Computertechnik tätigen Firma Schubert System Elektronik das ‚GS.Gate‘ entwickelt. Gemeinsam stellten die beiden Unternehmen in Nürnberg die neue Digitalisierungs-Lösung für Industrie 4.0 vor.

Matthias Ochs, Geschäftsführer Genua GmbH, Hr. Ralf Schubert (Gerhard Schubert) und Lothar Kümmerlin (Schubert System Elektronik)

© Schubert System Elektronik

Bei GS.Gate handelt es sich um ein Gateway, welches herstellerunabhängig an Maschinen angebunden werden kann, um Zustands- und Leistungsdaten zu erfassen, zu analysieren und zu filtern sowie sicher an Monitoring-Systeme oder in die Cloud weiterzuleiten. Oberste Priorität bei der Entwicklung hatte nach Aussage von Genua-Geschäftsführer Matthias Ochs das Thema ‚Security by Design‘ beziehungsweise die Maßgabe, dass durch die Vernetzung zur Informationsgewinnung keine Einfallstore für Hacker-Angriffe aufgerissen werden dürfen.

Auf die Frage, was Genua konkret dazu bewogen, bei diesem Thema mit Schubert System Elektronik zusammenzuarbeiten, antwortet Ochs: „Als Spezialist für IT-Sicherheit brauchen wir einen Partner, der die Anforderungen und Möglichkeiten der Industrie bei der Digitalisierung versteht. Die Gerhard-Schubert-Unternehmensgruppe ist hier ein Vorreiter auf dem Gebiet digitaler Verpackungsmaschinen. Durch Vernetzung und gezielte Analysen auf einer digitalen Plattform ermöglicht Schubert neben Vorteilen wie Predictive Maintenance bereits heute ganz neue Geschäftsmodelle bis hin zur Prozessberatung und -optimierung.“

Konkret bedeutet ‚Security by Design‘, dass beim GS.Gate die Anwendungen zur Datenverarbeitung, die mit der Maschine ‚sprechen‘, strikt getrennt sind von den Sicherheitssystemen, welche die externe Kommunikation und Schnittstelle Richtung Netzwerk schützen. Die separierten Bereiche verfügen über jeweils eigene Betriebssysteme sowie fest zugewiesene Hardware-Ressourcen – hier gibt es keine Überschneidungen. Möglich wird dies durch ein Mikrokernel-Betriebssystem, das als unterste Ebene auf dem GS.Gate läuft und die getrennten Bereiche erzeugt.

Der Vorteil dieses Ansatzes laut Ochs: „Nach außen sind nur die speziell gehärteten Sicherheitssysteme sichtbar, die durch regelmäßige Updates auf dem neuesten Stand und gegen aktuelle Bedrohungen gewappnet sind. Hinter diesem Schutzschirm können die Datenverarbeitungs-Anwendungen ohne ständige Eingriffe durch Updates und Patches betrieben werden, die stets das Risiko von Störungen bei den abgestimmten Abläufen bergen.“ Ein VPN-Gateway leitet die gewonnenen Informationen ausschließlich über verschlüsselte Verbindungen zu den Monitoring-Systemen oder zur Cloud weiter, und eine Firewall schützt die Lösung vor unbefugten Zugriffen und Malware.

Physikalisch gesehen bietet das GS.Gate also auf kompakter Hardware zwei getrennte Bereiche. Der Anschluss aller gängigen Steuerungen am Grundgerät erfolgt ausschließlich per Ethernet. Als Protokoll kann OPC-UA oder ein proprietäres Protokoll dienen. Daneben ist der Anschluss an einen Ethernet-basierenden Feldbus (zum Beispiel Profinet, Sercos, Ethercat) oder den Sensor-Aktor-Bus IO-Link über eine entsprechende Geräteoption möglich. Bei der Ethernet-Variante fungiert das Gateway als Slave, bei der IO-Link-Variante als Master. „Prinzipiell werden die Daten immer auf dem GS.Gate zwischengespeichert. Eine nachgeschaltete Datenvorverarbeitung ist über den von uns bereitgestellten Software-Container kundenspezifisch durch den Maschinen- und Anlagenhersteller realisierbar“, erläutert Lothar Kümmerlin, Geschäftsführer bei Schubert System Elektronik.

Seinen ersten Feldeinsatz wird das GS.Gate Ende des ersten Quartals 2018 bei Gerhard Schubert Verpackungsanlagen absolvieren. Ab Mitte des Jahres soll dann die allgemeine Vertriebsfreigabe erfolgen. Das Vermarktungskonzept sieht vor, dass jedes der beiden Unternehmen für sich seine entsprechenden Branchen angeht, es aber keine firmenspezifischen Gerätevarianten geben soll. Für Genua ist das GS.Gate insofern eine Premiere im Produktportfolio, da auf einer kompakten Hardware sowohl Sicherheits- als auch Anwendungssysteme speziell für Industriekunden kombiniert sind. Bis dato bieten die Lösungen von Genua wie zum Beispiel Industrial Firewalls, VPN-Systeme und Datendioden ausschließlich Sicherheitsfunktionen.

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