Kaspersky
APT-Gruppe hat Energieeinrichtungen im Visier
Laut aktuellen Analysen von Kaspersky hat die berüchtigte Advanced Persistent Threat (APT)-Gruppe SideWinder ihre Angriffsstrategien angepasst und ihre geografischen Ziele ausgeweitet. Demnach richtet sich SideWinder nun auch gegen Atomkraftwerke und Energieeinrichtungen.
Betroffene Unternehmen finden sich überwiegend in Afrika und Südostasien, aber auch in Teilen Europas, darunter Österreich. SideWinder hatte bislang vor allem Regierungs-, Militär- und diplomatische Einrichtungen im Visier. Nun richten sich die Angriffe der Gruppe jedoch auch gegen maritime Infrastruktur- und Logistikunternehmen in ganz Südostasien, während sie gleichzeitig auf den Nuklearsektor zielt. Die Kaspersky-Experten verzeichneten jüngst einen Anstieg der Angriffe auf Atom- und Energieerzeugungsanlagen, bei denen Spear-Phishing-E-Mails und schädliche Dokumente mit branchenspezifischer Terminologie eingesetzt werden. Dabei nutzen die Angreifer regulatorische und anlagenspezifische Themen als Köder.
SideWinder nutzt für die aktuellen Angriffe eine ältere Microsoft-Office-Sicherheitslücke (CVE-2017-11882) aus, ist jedoch in der Lage, schnell Anpassungen an seinem Toolset vorzunehmen, um einer Erkennung zu entgehen. Sobald die betroffenen Dokumente geöffnet werden, wird eine Angriffskette ausgelöst, die es den Angreifern ermöglicht, auf Betriebsdaten, Forschungsprojekte und Personaldaten von Kernkraftwerken zuzugreifen.
„Wir sehen nicht nur eine geografische Expansion, sondern auch eine strategische Weiterentwicklung der Fähigkeiten und Ambitionen von SideWinder“, erklärt Vasily Berdnikov, Lead Security Researcher im Global Research & Analysis Team (GReAT) bei Kaspersky. „Die Gruppe kann nach einer Erkennung aktualisierte Malware-Varianten mit einer bemerkenswerten Geschwindigkeit einsetzen und verändert damit die Bedrohungslandschaft enorm. Statt einer reaktiven Bekämpfung wird dadurch eine nahezu in Echtzeit stattfindende Reaktion nötig.“










