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Artikel und Hintergründe zum Thema

Euchner

Inka Krischke | Inka Krischke,

Fokus auf kleine Klappen und Türen

Die in Anlagen oder Maschinen integrierten Sicherheitssysteme müssen so gestaltet sein, dass sie Fertigungsabläufe nicht unterbrechen und die Produktivität der Anlagen auf hohem Niveau halten. Was kann eine ­transpondercodierte Zuhaltung leisten?

© Euchner

Welche Art der Sicherheitstechnik einschließlich des erforderlichen Perfor-mance Levels in Maschinen und Anlagen zum Einsatz kommen muss, ergibt sich aus der Maschinenrichtlinie und verbindlichen Normen wie zum Beispiel der EN ISO 13849-1 und der EN ISO 14119. Aus diesen Normen leitet sich ab, wann beispielsweise eine Zuhaltung mit oder ohne Transpondercodierung gewählt werden sollte.

Zuhaltungen sorgen einerseits für den Personenschutz: Sie stellen sicher, dass Menschen bei nachlaufenden, gefahr­bringenden Bewegungen nicht gefährdet werden. Andererseits schützen sie den ­Prozess, denn eine Zuhaltung verhin-dert wirkungsvoll, dass Mitarbeiter Schutz­einrichtungen einfach öffnen können, was zu Maschinenstillständen und somit zu Produktivitätsverlusten führen würde.
Um unnötige Ausfallzeiten von Anfang an zu vermeiden, setzen Maschinen-hersteller verstärkt auf Zuhaltungen, auch wenn sie gemäß EN ISO 14119 teilweise nicht erforderlich wären. Auch nach Umbau oder Umrüstung einer Maschine kann der Einbau einer transpondercodierten Zuhaltung mit hohem Schutz­niveau die richtige Wahl sein – zum Beispiel um den aktualisierten Anforderungen einer Risikobeurteilung nachzukommen und damit gleichzeitig auch in Zukunft sicher produzieren zu können. Einen hohen Manipulations-schutz bieten dabei Zuhaltungen mit Transponderco­dierung.

Sollen bei Maschinen kleine Türen und Klappen mit Schutzeinrichtungen abgesichert werden, favorisieren Konstrukteure oft kompakte Schalter und Sicherheitssysteme – zum einen, weil der Bauraum meist begrenzt ist, zum anderen spielen in vielen Branchen daneben Aspekte des Maschinendesigns eine besondere Rolle. Im Idealfall sollen sich Sicherheitsschalter also so verbauen lassen, dass sie nahezu unsichtbar sind. 

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Unauffällig integriert

Für diese Ansprüche hat Euchner in Zusammenarbeit mit Endanwendern die ‚CTM‘-Serie entwickelt. Die Geräte gehören zu den kleinsten transponder-codierten Schaltern mit Zuhaltung und lassen sich dank Abmessungen von 120 mm x 36 mm x 25 mm unauffällig in die Um- oder Einhausung von Maschinen integrieren. So bietet sich schon vom Design her die Verwendung in kleinen beziehungsweise leichten Türen und Klappen an. Ein Elastomer-gelagerter Kugelbetätiger ermöglicht zudem die Absicherung von Türen mit kleinen Schwenkradien ab 150 mm.

Trotz der kompakten Bauform bietet der Schalter eine Schutztürabsicherung nach Kat. 4/PL e entsprechend EN ISO 13849-1 und erfüllt so das höchste Schutzniveau für Mensch und Maschine.
Bei einem Stromausfall oder beim Abschalten der Anlage sorgt die bistabile Zuhaltefunktion der Zuhaltung stets für eine hohe Schutzwirkung, da das System in diesen Fällen in seinem aktuellen Zustand verharrt: War die Zuhaltung des Schalters zuvor aktiviert, bleibt die Tür weiterhin sicher zuge-halten. War die Zuhaltung deaktiviert, kann die Tür nach wie vor geöffnet und wieder geschlossen werden. So ist das unbeabsichtigte Einschließen von Personen damit praktisch ausgeschlossen.
Das System bietet eine hohe Codierungsstufe. Zudem genügt seine Zuhalte-kraft von 1000 N für viele Anwendungen. Typische Applikationen sind beispielsweise Case Packer sowie Dosier-, Füll- und Verschließmaschinen aus der Verpackungsbranche; auch 3D-Drucker, Blasformmaschinen für die kunststoffverarbeitende Industrie oder kleinere Türen und Klappen bei Werkzeugmaschinen zählen dazu. 

Hygienegerecht gestaltet

Offen versus geschlossen (siehe Bild unten): Der flexible Kugelbetätiger der ‚CTM‘-Serie ermöglicht kleinste Türradien – ideal für Maschinen mit knappem Bauraum.

© Euchner

Für Anwendungen im Lebensmittel- und Pharmabereich bietet die Zuhaltung eine hygienegerechte Gestaltung: Bereits das Basismodell ist nach Hygienegesichts-punkten konzipiert, sodass es sich leicht reinigen lässt. Das Gehäuse entspricht Schutzklasse IP69 und widersteht somit Hochdruck- und Dampfstrahlreinigern. Neben der Grundversion gibt es eine spezielle Variante, in der ausschließlich lebensmittelkonforme Werkstoffe verbaut sind. Die Kunststoffe dieser an ihrem schwarzblauen Design erkennbaren Version entsprechen der EU-Verordnung Nr. 10/2011 und erfüllen darüber hinaus die Anforderungen der EHEDG- und FDA-Konformität. Dank ihren glatten Oberflächen, abgerundeten Kanten und gegenüber Reinigungsmedien resistenten Materialien eignet sich die Hygienevariante insbesondere für das First Packaging von Lebensmitteln, medizinischen Instrumenten oder Arzneimitteln. Auch für das Abfüllen von flüssigen Körperpflege- und Wellness-Produkten oder Getränken bietet sich diese spezielle Version an.

Der flexible Kugelbetätiger der ‚CTM‘-Serie ermöglicht kleinste Türradien – ideal für Maschinen mit knappem Bauraum. Hier der geschlossene Zustand.

© Euchner

Das Thema Energieeffizienz spielt auch im Maschinen- und Anlagenbau eine wichtige Rolle. Die zahlreichen Sicherheitsschalter und Zuhaltungen, die in einer Anlagenlinie verbaut sein können, machen sich durchaus als Strom-verbraucher bemerkbar. Aus diesem Grund achten Konstrukteure zunehmend darauf, dass sich der Energiebedarf der darin integrierten Systeme in Grenzen hält. Die auf Sparsamkeit getrimmten 
Schalter der ‚CTM‘-Serie ziehen – nicht zuletzt dank des bistabilen Zuhalteprinzips – bei der Umpolung des Magnets nur 70 ms lang 500 mA aus dem Stromnetz. Während des Dauerbetriebs sind es 50 bis 70 mA.

Intelligente Kommunikationsfunktionen

Ariane Isabel Walther ist Mitarbeiterin im Bereich Marketing/Corporate Communications bei Euchner in Leinfelden-Echterdingen.

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Im Feld lassen sich bis zu zehn CTM-Zuhaltungen elektronisch aneinander-reihen. Außerdem kann sie der Konstrukteur ohne weiteres mit anderen Geräten von Euchner verdrahten. Beispielsweise lassen sich die hot-plug-fähigen Systeme mit dem Sicherheits-modul ‚ESM-CB‘ koppeln, um etwa kontinuierlich Prozessdaten vom 
System via IO-Link-Master an die übergeordnete Steuerungsebene zu liefern. Das Sicherheitsmodul fungiert als Sicherheitsrelais. Zugleich steht es in ständigem Dialog mit angeschlossenen Geräten. Für jeden Schalter fragt es unter anderem den Systemzustand, die Umgebungsbedingungen sowie weitere Details in Echtzeit ab. Sind die Zuhaltungen so miteinander vernetzt, ergeben sich für Betreiber von Anlagen zahlreiche Diagnose- und Auswertungsmöglichkeiten. Darüber hinaus lassen sich die intelligenten Kommunikationsfunktionen des Systemverbunds auch im Sinne von Industrie 4.0 nutzen, etwa für Predictive Maintenance.

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