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Artikel und Hintergründe zum Thema

Finanzierung geglückt

Joachim Krooll,

Etappensieg für Echtzeit-Linux

Im Ringen um die Integration der Echtzeit-Patches in den Mainline-Kernel gibt es einen wichtigen Etappensieg: Die OSADL-Genossenschaft konnte 250.000 Euro an zusätzlichem Geld für die Weiterentwicklung auftreiben.

"Ich war überrascht, wie schnell und wie viele Unterstützer sich gefunden haben", so Dr. Carsten Emde, Geschäftsführer der Open Source Development Labs (OSADL).

© OSADL

"Mit der Behauptung, es gäbe viele Nutznießer und nur wenige, die etwas beitragen, haben wir der Automatisierungsindustrie wohl doch etwas Unrecht getan,« sagt Dr. Carsten Emde, Geschäftsführer der OSADL. In der zweiten Jahreshälfte 2014 hatten OSADL und der Kernel-Entwickler Thomas Gleixner angekündigt, dass die Integration der Echtzeit-Patches in den Linux-Kernel unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht fortgeführt werden kann. Unter anderem hatten die Branchengrößen IBM und Red Hat ihre Unterstützung für die Echtzeit-Entwicklung eingestellt, weil deren Entwicklungsziele erfüllt sind.

"Ich war überrascht, wie schnell und wie viele Unterstützer sich gefunden haben, um unsere weitere Arbeit zu mitzufinanzieren", sagt Dr. Emde. Vier OSADL-Mitglieder haben ihren Mitgliedsstatus von "Bronze" auf "Gold" angehoben, was einer Steigerung des Mitgliedsbeitrags von 8.000 auf 24.000 Euro jährlich entspricht. Einige Firmen haben Service-Level-Agreements im Umfang von je 20.000 Euro abgeschlossen. Neue Mitglieder sind OSADL beigetreten und weitere haben Extra-Leistungen vertraglich abgeschlossen.

"Das Schöne bei den Mitgliedsbeiträgen und Service-Verträgen ist, dass uns dieses zusätzliche Geld nicht nur dieses Jahr, sondern auch in den nächsten Jahren zur Verfügung steht", freut sich Emde. Insgesamt kann die Genossenschaft schon 2015 auf zusätzliche 250.000 Euro zurückgreifen. Das entspricht ungefährt eineinhalb Ingenieursstellen. Damit ist die weitere Integration der Echtzeit-Patches in den Linux-Kernel gesichert. Wie bisher soll dies in jeder "geraden" Version geschehen.

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8000 Euro einzahlen, 250.000 bekommen

Durch Integration der Echtzeit-Patches in den Mainline-Kernel sinkt der langfristige Pflegebedarf.

© OSADL

Das eigentliche Ziel ist jedoch, nicht immer von neuem zu patchen, sondern die Patches nach Mainline zu bringen, also zu einem integralen Bestandteil des offiziellen Linux-Kernels zu machen. Diese Entwicklungsarbeit lässt sich aber nicht vollständig vom Patchen trennen. Dr. Emde denkt, dass im Zuge der anstehenden Software-Entwicklung das eine oder andere Feature auch nach Mainline gehen wird. "Man kann diese Arbeiten nicht vollständig trennen", sagt er. "Wenn man schon an der Entwicklung dran ist, stellt sich recht schnell die Frage, ob man das dann nicht gleich nach Mainline bringen kann." Trotzdem werde es auch weiterhin Wartungsaufwand geben, etwa durch neue Prozessor-Architekturen, die unterstützt werden sollen.

"Die Mitglieder, die uns jetzt unterstützen, zahlen 8.000 Euro ein und erhalten dafür Software im Gegenwert von 250.000 Euro", strahlt Dr. Emde. Er ist sich sicher, dass dieses Geschäftsmodell auch in Zukunft funktioniert und damit auch die letzten finanziellen Hürden für einen echtzeitfähigen Mainline-Linux-Kernel genommen werden.

Dr. Carsten Emde und Prof. Nicholas Mc Guire werden mit folgenden Classes auf der embedded world Conference sein:

  • am 24. Februar 2015, Class 03: Open-Source Risk Management
  • am 25. Februar 2015, Class 06: Legal aspects of Open-Source
  • am 26. Februar 2015, Class 12: Linux for Safety-critical Systems
  • Xing Icon
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