Produkt- und Know-how-Schutz
Die Sieger des 5. Deutschen IT-Sicherheitspreises
Wibu-Systems, das FZI Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben den 5. Deutschen IT-Sicherheitspreis gewonnen. Gewürdigt wurde damit deren Blurry-Box-Kryptographie, die Software vor unerlaubter Vervielfältigung, und Reverse Engineering und Manipulation schützt.
Der Deutsche IT-Sicherheitspreis der Horst Görtz Stiftung will IT-Sicherheitslösungen „Made in Germany“ zu fördern. Das genannte Team war einer der Finalisten aus insgesamt 66 Bewerbern. Das Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro durften bei der Preisverleihung an der Ruhr-Universität Bochum die Projektverantwortlichen Oliver Winzenried (Wibu Systems) und Professor Doktor Jörn Müller-Quade stellvertretend für das gesamte Team entgegen nehmen.
Gehenstand der Ausgezeichnung ist die neue Blurry-Box-Kryptographie. Sie arbeitet gemäß dem Kerckhoffs’schen Prinzip und ermöglicht einen beweisbar sicheren und korrekten Softwareschutz, bei dem die Sicherheit auf der Geheimhaltung der Schlüssel und der Fachlichkeit der Anwendung beruht und nicht auf der Geheimhaltung des Verfahrens.
Beim Blurry-Box-Verfahren werden unter anderem Funktionen und Prozeduren des zu schützenden Programmes vor seiner Auslieferung so vervielfältigt, modifiziert und anschließend verschlüsselt, dass jede Variante nur bei bestimmten Eingabewerten richtig arbeitet. Gemeinsam decken diese Varianten den gesamten Bereich der Eingabewerte ab. Wird zur Laufzeit der Software eine Funktion aufgerufen, wird die zum Eingabewert passende Variante mit Hilfe des CmDongles von Wibu Systems ausgewählt, entschlüsselt und danach ausgeführt. Als Fallen eingefügte Varianten, die im Normalfall nicht aufgerufen werden, bewirken ein Sperren des CmDongles, sollte ein Angreifer versuchen, diese Fallenvariante zu entschlüsseln.
Professor Müller-Quade zur Auszeichnung: „Durch die Beachtung des Kerckhoffs‘schen Prinzips kann das Blurry-Box-Verfahren in Zukunft öffentlich diskutiert und erforscht werden. Die Geheimhaltung eines Verfahrens war nie eine gute Grundlage für Sicherheit.“ Oliver Winzenried, Vorstand und Gründer von Wibu-Systems ergänzt: „Die Auszeichnung als Gewinner des ersten Preises ist für uns besonders wertvoll und ein weiterer Ansporn. Die Bedeutung von Produkt- und Know-how-Schutz wird weiter steigen. Das Preisgeld werden wir dafür einsetzen, eine Beispielanwendung zu entwickeln und unser Schutzverfahren in einem öffentlichen Wettbewerb unter Beweis zu stellen.“










