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Artikel und Hintergründe zum Thema

50 Jahre Comau

Andrea Gillhuber,

»Wer sich ändert, bleibt sich treu«

Als die wichtigste Eigenschaft in der 50jährigen Geschichte von Comau nennt Volker Buchbauer die Fähigkeit, sich selbst zu verändern. Im Interview erläutert er, was er damit meint, und warum Schwierigkeiten auch Chancen mit sich bringen.

Volker Buchbauer ist Managing Director – E-Mobility Segment Leader/Strategic Marketing bei Comau Deutschland

© Comau

Herzlichen Glückwunsch zum 50-jährigen Bestehen von Comau! Rückblick: Was war die bedeutendste technologische Entwicklung in Ihrem Unternehmen?

Volker Buchbauer: Zuerst einmal vielen Dank für die Glückwünsche, das 50-jährige Jubiläum ist ein sehr bedeutender und wichtiger Meilenstein, der beweist, dass Comau sich in dieser langen Zeit stets bemüht hat, seinen Kunden neue Technologien anzubieten. Wenn wir auf die letzten 50 Jahre zurückblicken, ist das wichtigste und charakteristischste Element für unser Unternehmen nicht mit einem einzigen Projekt oder Produkt verbunden. Zugrunde liegt vielmehr die Fähigkeit von Comau, sich selbst zu verändern, dank der ständigen Aktualisierung der Fähigkeiten seiner Ressourcen und der Entwicklung von Systemen, die auf die sich ständig verändernden Bedürfnisse des Marktes und damit der Kunden zugeschnitten sind. Auf dieses Engagement für Innovation bauen wir schon heute, wie wir auf der Automatica bewiesen haben, unsere Zukunft auf.

»Wenn wir auf die letzten 50 Jahre zurückblicken, ist das wichtigste und charakteristischste Element für unser Unternehmen nicht mit einem einzigen Projekt oder Produkt verbunden. Zugrunde liegt vielmehr die Fähigkeit von Comau, sich selbst zu verändern.«

Im Rahmen der Messe haben wir in der Tat Lösungen vorgestellt, die auf dem Markt einzigartig sind, wie das mobile Roboterschweißsystem für den Schiffbau und andere Sektoren, das gemeinsam mit einem führenden italienischen Unternehmen auf dem Markt, Fincantieri, entwickelt wurde. Oder das neue lumbale Exoskelett, das mit einem anderen führenden italienischen Unternehmen im Großhandel, Esselunga, erprobt wurde. Die mobile Fabrik zur effizienteren Installation von Solarzellen (Hyperflex), unsere Familie von Bildverarbeitungssystemen für die Automatisierung in der Logistik (MI.RA) und die digitale Plattform von Intrinsic (Flowstate), einem Unternehmen der Alphabet-Gruppe, die Comau nutzt und mitentwickelt hat. Nicht zu vergessen unsere eMobility-Technologien – eine Branche, in der wir dank unserer historischen Erfahrung im Automobilbereich bereits etabliert sind.

Gibt es einen absoluten „Bestseller“ und was zeichnet ihn aus?

Buchbauer: Comau ist insbesondere weltweit für seine Systeme zur Herstellung von Automobilen bekannt, sowohl Verbrennungs- als auch Hybrid- und Elektroantriebe. In diesem Bereich haben wir im Laufe der Zeit fortschrittliche Technologien für die Montage und das Schweißen von Karosserieteilen entwickelt, die es beispielsweise 20 Robotern ermöglichen, gleichzeitig an einer Station zu arbeiten. Wir bieten unseren Kunden flexible und skalierbare Lösungen, die es ermöglichen, mehrere Fahrzeuge auf einer Linie gleichzeitig zu produzieren. Diese Technologien werden in digitalen Umgebungen entwickelt und integriert und haben sich weiterentwickelt, um den neuen Anforderungen der E-Mobilität gerecht zu werden, wie zum Beispiel den batteriebezogenen Prozessen. 

Comau zeichnet sich dadurch aus, dass es neben seiner Kompetenz für komplexe Systeme auch seine Kompetenz für einzelne Produkte in den Vordergrund stellt, um eine ständige Innovation zu gewährleisten. So bieten wir heute auch digitale Plattformen, Exoskelette, das heißt tragbare Robotergeräte, an. Diese Technologieelemente werden durch Simultaneous Engineering, Projektmanagement und Schulung ergänzt. Diese Kompetenz wird durch eine weltweit koordinierte lokale Präsenz in 13 Ländern verstärkt, sodass wir unseren Kunden in jeder Hinsicht das Beste aus unserem Know-how und unserer Technologie bieten können.

In 50 Jahren war nicht alles rosig: Was war Ihrer Meinung nach der schwierigste Moment für das Unternehmen?

Buchbauer: Kritische Momente gibt es in allen Unternehmen. Sie können durch externe Faktoren, wie die Covid-Pandemie oder das makroökonomische Szenario, oder auch durch interne Situationen, wie unerwartete Probleme bei der Produktentwicklung, bedingt sein. Das Wichtigste ist jedoch, die Schwierigkeiten in eine Chance für Weiterentwicklung zu verwandeln. Es kommt darauf an, wie man auf schwierige Momente, die unvermeidlich sind, reagiert.

»Das Wichtigste ist jedoch, die Schwierigkeiten in eine Chance für Weiterentwicklung zu verwandeln. Es kommt darauf an, wie man auf schwierige Momente, die unvermeidlich sind, reagiert.«

Welche technologischen Trends und Herausforderungen sehen Sie in den nächsten zehn bis 15 Jahre auf Comau zukommen?

Buchbauer: Die Nachfrage nach Automatisierung wächst weltweit um mehr als 10 Prozent pro Jahr, mit noch höheren Spitzenwerten in Sektoren, die sich für diese Technologien öffnen, wie Logistik, Pharmazeutik, Bauwesen und Schiffbau, um nur einige Beispiele zu nennen. Comau stützt sich auf seine Erfahrung in der ‚traditionellen‘ Automobilbranche und seine konsolidierte Präsenz im Bereich der E-Mobilität und entwickelt zunehmend diversifizierte Technologien, die auf fortschrittlicher Robotik und digitaler Technik basieren, um die Produktionsprozesse vieler Branchen effizienter und nachhaltiger gestalten zu können. Möglich wird dies durch das Engagement für Innovation und die Fähigkeiten unserer Mitarbeitenden, die seit 50 Jahren den Mehrwert des Unternehmens ausmachen.

Wenn dies unser Horizont für die nächsten Jahre ist, dann ist die größte Herausforderung aus technologischer und kommerzieller Sicht diejenige, mit der wir uns bereits beschäftigen: die Vorteile der Automatisierung in neue Bereiche zu bringen, um die Produktionsanforderungen unserer Kunden zu erfüllen.

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