Photovoltaik-Produktionsmittel

Günter Herkommer,

Wenige Impulse im ersten Halbjahr

Der Umsatz der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu halbiert. Nichts desto trotz sieht der VDMA Licht am Ende des Tunnels.

© SolarWorld

Ursachen für die andauernde Investitionszurückhaltung der Wafer-, Zell- und Modulherstellern seien vor allem die aufgebauten Überkapazitäten, der harte Kosten- und Preisdruck, sowie die zahlreichen Handelskonflikten der Solarindustrie. "Nachdem die Europäische Union und China ihren Konflikt über Importzölle auf Solarmodule und ihrer Kernkomponenten Ende Juli beigelegt haben, spüren wir aber wieder erste positive Signale. Es wird allerdings noch ein wenig Geduld brauchen bis sich diese in Auftragseingang und Umsatz ummünzen lassen", so Dr. Peter Fath, Geschäftsführer von RCT Solutions und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Den Benchmark mit seinen internationalen Marktbegleitern brauche der deutsche Photovoltaik-Maschinenbau indes nicht zu scheuen. Mit einem Weltmarktanteil von knapp 42 Prozent konnten deutsche Unternehmen Fath zufolge ihre hervorragende Wettbewerbsposition auch in der ersten Jahreshälfte 2013 erfolgreich verteidigen. Gut 90 Prozent der Umsätze in den ersten beiden Quartalen wurden im Ausland getätigt. Zugpferd der Umsatzentwicklung bleibt mit einem Anteil von über 74 Prozent Asien. Leitmärkte für PV-Equipment sind in erster Linie China und Taiwan. Potentiale in Asien bieten aber auch Südkorea, die Länder der ASEAN-Gruppe, mit längerer Anlaufzeit sicher auch Indien. Umsatzstärkstes Segment für den deutschen PV-Maschinenbau war im ersten Halbjahr erneut das Produktionsequipment für die Zelle mit einem Anteil von 46 Prozent an den Gesamtumsätzen. Auf das Produktions-Equipment für die Dünnschicht-PV entfallen 37 Prozent. Equipment für das kristalline Backend – die Modulproduktion – machte im ersten Halbjahr zwölf Prozent, Anlagen zur Poly-Silizium-, Ingot- und Waferfertigung fünf Prozent der Umsätze aus.

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Turnaround in 2014?

Nicht nur bei den Umsätzen, sondern auch bei den Auftragseingängen sieht es derzeit nicht gut aus. Nennenswerte Aufträge gab es nur aus Fernost und Amerika. Hier wurden gut 66 Prozent, respektive 22 Prozent, der Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2013 akquiriert. Weniger als sieben Prozent der Auftragseingänge konnten im Inland verbucht werden, knapp vier Prozent stammen aus dem europäischen Ausland. Die Auftragsreichweite der Meldefirmen erreicht zum Ende des ersten Halbjahres 3,6 Produktionsmonate und damit ein deutlich schwächeres Niveau wie der Gesamtmaschinenbau (5,8 Monate im Juni 2013).

Fath bleibt dennoch optimistisch: "Zur Bewältigung der aktuellen Krise wurden sicher noch nicht alle Hausaufgaben gemacht. Dennoch sind wir auf dem richtigen Weg. Erste positive Signale bestärken uns in unserem Kurs. So scheinen die führenden chinesischen PV-Hersteller den Wendepunkt bereits erreicht zu haben. Hier erhoffen wir uns ein Erstarken der Investitionsbereitschaft. Aber auch Emerging Markets wie die MENA-Region, Südafrika, Türkei und Lateinamerika bieten für die PV-Produktion bisher noch nicht ausgeschöpfte Potentiale. Die mittel- und langfristige Perspektive der deutschen PV-Zulieferer bewerte ich deshalb weiterhin positiv. Den Turnaround für die PV-Zulieferer erwarten wir im kommenden Jahr".

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