Robotik
Midea will Kuka übernehmen
Midea, einer der weltweit führenden Hausgeräte-, Heizungs-, Ventilationssystem- und Klimaanlagen-Hersteller mit Sitz in China, hat heute ein öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien des Augsburger Kuka-Konzerns ausgesprochen.
Midea hält derzeit indirekt einen Aktienanteil von 13,5 % an Kuka. Der Vollzug des Übernahmeangebots ist an bestimmte Bedingungen geknüpft, wie dem Erreichen einer Mindestannahmeschwelle von 30 % der ausgegebenen Kuka-Aktien (inklusive des bestehenden Anteils von Midea), an die Erteilung der erforderlichen kartellrechtlichen und weiteren aufsichtsrechtlichen Genehmigungen sowie an die Zustimmung der Aktionäre von Midea. Aufgrund der geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen erfordert die Erhöhung des Anteils auf über 30 % ein Angebot für alle ausstehenden Aktien des Augsburger Konzerns. Dessen Aktionären will Midea nun 115 Euro pro Aktie bieten.
Paul Fang, Chairman und CEO von Midea, erklärte im Rahmen der Ankündigung: „Als Kunde und Aktionär sind wir vom Kuka-Management und den Mitarbeitern sehr beeindruckt und befinden uns seit Beginn unseres Engagements in einem konstruktiven Dialog. Kuka ist in einer ausgezeichneten Verfassung und wir wollen weiter in die Belegschaft, die Marke, gewerbliche Schutzrechte und Produktionsstätten investieren, um das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen. Eine höhere Beteiligung trifft unserer Meinung nach die richtige Balance zwischen einer unabhängigen Kuka und der Möglichkeit, durch eine engere Zusammenarbeit, vor allem in China, mehr Wachstum zu generieren.“
Welche Pläne hat Midea mit Kuka?
Ein erklärter strategischer Fokus von Kuka ist der chinesische Markt für Serviceroboter, in dem Midea angesichts steigender Lohnkosten und der alternden chinesischen Bevölkerung ebenfalls erhebliches Wachstumspotenzial sieht. Kuka will seine Umsätze in China bis 2020 von 425 Mio. Euro im vergangenen Geschäftsjahr auf 1 Mrd. Euro steigern. Als einer der führenden Haushaltsgerätehersteller verfüge Midea über ein umfangreiches Vertriebsnetz, Kontakte zu Zulieferern und wichtigen Entscheidungsträgern.
Kuka selbst solle auch bei einer erfolgreichen Übernahme operativ unabhängig bleiben. Die unveränderte Führung des Unternehmens durch das derzeitige Managementteam sei für Midea eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Erfolg des Unternehmens. „Wir streben eine Vertretung im Aufsichtsrat an, die unsere Beteiligung am Unternehmen entsprechend widerspiegelt. Wir wollen konstruktiv mit dem Führungsteam und den Aktionären von Kuka zusammenarbeiten, um die zukünftige Entwicklung des Unternehmens voranzutreiben. Wir sind bereit, in dieser Hinsicht konkrete Zusagen hinsichtlich der Mitarbeiterbeschäftigung, der Firmenmarken und des geistigen Eigentums einzugehen. Darüber hinaus streben wir Investitionen in Forschung und Entwicklung und Software an, um sicherzustellen, dass das Unternehmen seinen Wettbewerbsvorteil erhalten und ausbauen kann“, erklärte Midea Chairman und CEO, Paul Fang.
Midea wurde 1968 in Guangdong, China, gegründet und umfasst mehr als 200 Tochtergesellschaften und neun strategische Geschäftsbereiche. Der Gesamtumsatz des Unternehmens belief sich im Geschäftsjahr 2015 (per 31. 12.) auf mehr als 18,7 Mrd. Euro. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 100.000 Mitarbeiter an 21 Standorten und betreibt 260 Logistikzentren. Das Unternehmen ist an der Börse von Shenzhen notiert.













