Informationstechnologie

Davina Spohn,

Menschliches Gehirn als Vorlage für Supercomputer

Durch Simulation das menschliche Gehirn verstehen. An der Umsetzung dieser Vision arbeiten Forscher aus 23 Ländern - darunter das Forschungszentrum Jülich und die Universität Heidelberg - im 'Human Brain Project'. Das Projekt soll die Entwicklungen in der Medizin, in der Robotik und in der Informationstechnologie vorantreiben.

© Fotolia, agsandrew

Die Europäische Kommission will das 'Human Brain Project' im Rahmen ihrer FET-Flagship-Initiative in den kommenden zehn Jahren mit 500 Millionen Euro unterstützen. 'FET' steht hierbei für 'Future and Emerging Technologies' - für ehrgeizige Forschungsprojekte mit visionärem Ziel.

Ziel des Projektes ist es, das komplette menschliche Gehirn in den kommenden zehn Jahre detailgetreu auf einem Supercomputer der Zukunft zu simulieren: von der Genetik über die molekulare Ebene bis hin zur Interaktion ganzer Zellverbände. Daran arbeiten Forscher aus rund 80 wissenschaftlichen Einrichtung. Die Forscher des Jülicher Supercomputing Centres (JSC) etwa arbeiten an neuen Rechnersystemen der Exaflop-Generation. Der Grund: Derzeitige Rechner reichen bei Weitem noch nicht aus, neuronale Netzwerke von der Komplexität eines menschlichen Gehirns zu simulieren. Hierzu wäre eine Rechenleistung notwendig, die um den Faktor 100 höher ist als die der heutigen Höchstleistungsrechner.

Auch für die Energieeffizienz der Rechner ist die menschliche Schaltzentrale ein Vorbild: Laut dem Forschungszentrum Jülich benötigt das Gehirn eines Menschens für hochkomplexe Informationsübertragungen und -verarbeitungen weniger Energie als eine 60 Watt Glühbirne. Das entstehende virtuelle Modellgehirn soll es der Medizin künftig erleichtern, die Struktur und Arbeitsweise des gesunden und des erkrankten Gehirns besser zu verstehen. Neue Medikamente könnten sich daran entwickeln und testen lassen.

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