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Artikel und Hintergründe zum Thema

Robotik / Logistik

Günter Herkommer,

Kuka – die Zahlen für Q2 und das erste Halbjahr 2019

Der Augsburger Kuka-Konzern hat seinen Zwischenbericht zum ersten Halbjahr 2019 veröffentlicht. Sowohl die Auftragseingänge als auch der Umsatz sowie das EBIT waren im zweiten Quartal rückläufig.

Kuka-CEO Peter Mohnen gibt sich trotz sinkender Auftragseingänge und Umsätze optimistisch: „Die zum Jahresbeginn eingeleiteten Effizienzmaßnahmen wirken sich positiv auf die Entwicklung von Kuka aus.“

© Kuka

Konkret sank der Auftragseingang im Kuka-Konzern im zweiten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,8 % auf 914 Mio. Euro (Q2/18: 960,2 Mio. Euro). Im Vergleich zum ersten Quartal (Q1/19: 895,2 Mio. Euro) konnte der Konzern jedoch mehr Aufträge verbuchen, vor allem in den Regionen Europa und Americas. Der Auftragsbestand reduzierte sich leicht um 2,1 % von 2,34 Mrd. Euro zum 30. Juni 2018 auf 2,29 Mrd. Euro zum 30. Juni 2019.

Mit 801,9 Mio. Euro gingen die Umsätze um 6,0 % zurück (Q2/18: 852,7 Mio. Euro). Im Vergleich mit dem ersten Quartal 2019 konnte ebenfalls ein Wachstum erzielt werden (Q1/19: 737,7 Mio. Euro).

Das EBIT schließlich lag im zweiten Quartal 2019 mit 23,7 Mio. Euro über dem Niveau des ersten Quartals 2019 (Q1/19: 22,2 Mio. Euro), jedoch unter dem Wert des Vorjahres (Q2/18: 52,1 Mio. Euro). Die EBIT-Marge sank entsprechend von 6,1 % im zweiten Quartal 2018 auf 3,0 % im zweiten Quartal 2019. Im Vorjahresquartal wurde das Ergebnis positiv durch den Verkauf von Unternehmensanteilen beeinflusst.

Nachfolgend die einzelnen Kuka-Sparten im Detail:

Kuka Systems

Das Business Segment Systems verbesserte seine Auftragseingänge von 165,0 Mio. Euro im zweiten Quartal 2018 auf 222,2 Mio. Euro im zweiten Quartal 2019. Dies entspricht einem deutlichen Anstieg um 34,7 %. Aufträge konnten vor allem in der Region Americas erzielt werden. Die Umsätze stiegen von 205,1 Mio. Euro im zweiten Quartal 2018 auf 238,9 Mio. Euro im zweiten Quartal 2019 an, was einem Plus von 16,5 % entspricht. Positiv wirkten sich das leicht gestiegene Geschäftsvolumen sowie der Produktionshochlauf bei Kuka Toledo Production Operations (KTPO) aus. Nach dem Umbau der Produktionsanlage wird dort seit April 2019 wieder produziert. Das EBIT im zweiten Quartal 2019 sank leicht auf 12,6 Mio. Euro nach 15,7 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Die EBIT-Marge lag mit 5,3 % unter dem Vorjahreswert in Höhe von 7,7 %. Jedoch konnte im Vergleich zu Q1/19 mit 1,4 % eine deutliche Verbesserung erzielt werden.

Der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2019 betrug 425,6 Mio. Euro. Zusammen mit dem niedrigeren Auftragseingang aus dem ersten Quartal 2019 ergab sich insgesamt ein Rückgang um 13,0 %. Die Umsätze betrugen im ersten Halbjahr 455,8 Mio. Euro und bewegten sich nahezu auf Vorjahresniveau (H1/18: 455,7 Mio. Euro). Das EBIT belief sich in H1/19 auf 15,7 Mio. Euro nach 35,3 Mio. Euro in H1/18. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 3,4 bzw. 7,7 %. Der Rückgang lag Kuka zufolge vor allem an den schwächeren Ergebnissen aus dem ersten Quartal 2019. Hier wirkte sich das schwierige Marktumfeld mit erhöhtem Druck auf die Margen aus.

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Kuka Robotics

Im zweiten Quartal 2019 erwirtschaftete das Segment Robotics Auftragseingänge in Höhe von 279,6 Mio. Euro, was einem Rückgang von 11,0 % gegenüber dem Wert des Vorjahres entspricht (Q2/18: 314,2 Mio. Euro). Der Umsatz sank leicht von 300,8 Mio. Euro in Q2/18 um 4,3 % auf 287,9 Mio. Euro in Q2/19, wohingegen der Umsatz seit Jahresbeginn weiter gesteigert werden konnte (Q1 /19: 274,4 Mio. Euro). Das EBIT lag bei 20,8 Mio. Euro und reduzierte sich im Vorjahresvergleich deutlich um 65,2 % (Q2/18: 59,7 Mio. Euro). Im Vorjahr wurde das Ergebnis positiv durch den Verkauf von Unternehmensanteilen beeinflusst. Entsprechend reduzierte sich die EBIT-Marge von 19,8 % in Q2/18 auf 7,2 % in Q2/19. Verglichen mit dem ersten Quartal 2019 konnte das Ergebnis weiter verbessert werden (Q1 /19: 5,3 %).

Die Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2019 beliefen sich auf 606,9 Mio. Euro, was einem Rückgang von 9,0 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht (H1/18: 666,9 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse hingegen stiegen leicht um 0,8 % von 557,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2018 auf 562,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 an. Das EBIT im ersten Halbjahr belief sich auf 35,4 Mio. Euro, was einer EBIT-Marge von 6,3 % entspricht. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres erwirtschaftete das Business Segment Robotics 68,2 Mio. Euro mit einer EBIT-Marge von 12,2 %. Im Vorjahreszeitraum wurde das Ergebnis vor allem durch den Verkauf von Unternehmensanteilen positiv beeinflusst.

Logistics Automation

Logistics Automation verzeichnete im Auftragseingang einen starken Anstieg um 62,6 % auf 280,4 Mio. Euro im zweiten Quartal 2019 (Q2/18: 172,5 Mio. €). Dieser deutliche Anstieg konnte vor allem aufgrund eines Großauftrags im laufenden Quartal erzielte werden. Die Umsatzerlöse gingen von 153,6 Mio. Euro in Q2/18 um 7,2 % auf 142,6 Mio. Euro in Q2/19 zurück. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die chinesische Gesellschaft aufgrund des Wechsels der Konsolidierungsmethode seit 2019 nunmehr anteilig im Ergebnis und nicht mehr in den Umsätzen enthalten ist. Das EBIT konnte im zweiten Quartal 2019 auf 2,6 Mio. Euro verbessert werden nach 1,9 Mio. Euro im zweiten Quartal 2018. Die EBIT-Marge erhöhte sich folglich auf 1,8 % in Q2/19 nach 1,2 % in Q2/18.

Kumuliert betrachtet konnte das Business Segment Logistics Automation Auftragseingänge in Höhe von 473,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 verzeichnen - ein deutliches Plus von 44,1 % (H1/18: 328,5 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse betrugen im ersten Halbjahr 284,6 Mio. Euro und befinden sich damit nahezu auf Vorjahresniveau (H1/18: 296,3 Mio. Euro). Das EBIT im ersten Halbjahr 2019 belief sich auf 3,5 Mio. Euro mit einer EBIT- Marge in Höhe von 1,2 % (H1/18: EBIT 4,2 Mio. Euro; EBIT-Marge 1,4 %).

Healthcare

Die Auftragseingänge bei Healthcare lagen mit 55,9 Mio. Euro in Q2/19 um 3,1 % über dem Vorjahreswert (54,2 Mio. Euro). Die im Berichtszeitraum erzielten Umsatzerlöse lagen mit 54,8 Mio. Euro knapp über dem Niveau des Vorjahres (54,1 Mio. Euro). Das EBIT hingegen ging deutlich um 122,2 % auf -0,2 Mio. Euro zurück, nach 0,9 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies entspricht einer EBIT-Marge von -0,4 % (Q2/18: 1,7%). Hier wirkten sich vor allem die erhöhten Ausgaben für F&E und im Vertrieb aus. Im zweiten Halbjahr rechnet Kuka mit einer Verbesserung und für das Gesamtjahr 2019 mit einem positiven EBIT.

Im ersten Halbjahr 2019 erzielte Healthcare Auftragseingänge in Höhe von 105,9 Mio. Euro und lag nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (107,8 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse stiegen leicht von 104,4 Mio. Euro in H1/18 auf 105,7 Mio. Euro in H1/19 an. Das EBIT sank auf Null (H1/18: 1,2 Mio. Euro), was auf die erhöhten Ausgaben in den Bereichen F&E und Vertrieb zurückzuführen sei.

China: Einbruch beim Auftragseingang

Das Segment China erzielte im zweiten Quartal 2019 Auftragseingänge von 139,2 Mio. Euro. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang von 50,3 % gegenüber dem Vorjahreswert (Q2/18: 279,9 Mio. Euro). Dieser Rückgang sei vor allem auf die globalen Unsicherheiten in der Weltwirtschaft zurückzuführen. Kunden hielten sich infolgedessen bei Auftragsvergaben zurück. Hinzu komme, dass im Vorjahr größere Aufträge überwiegend im zweiten Quartal akquiriert werden konnten. Die Umsatzerlöse stiegen leicht um 1,9 % auf 133,5 Mio. Euro. Im Vorjahr lagen diese bei 131,0 Mio. Euro. Das EBIT betrug im abgelaufenen Quartal -0,9 Mio. Euro (Q2/18: -5,3 Mio. Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge von -0,7 % (Q2/18: -4,0 %).

Insgesamt beliefen sich die Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2019 im Segment China auf 312,0 Mio. Euro und lagen damit um 12,8 % unter dem Wert des Vorjahres (H1/18: 357,9 Mio. Euro). Die Umsatzerlöse befanden sich mit 227,7 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 auf dem Niveau des Vorjahres (H1/18: 234,3 Mio. Euro). Das EBIT stieg von -6,7 Mio. Euro auf 4,2 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 an. Die EBIT-Marge lag entsprechend bei 1,8 % gegenüber -2,9 % im ersten Halbjahr 2018.  Der Anstieg sei auf die positiven Effekte durch den Wechsel der Konsolidierungsmethode im ersten Quartal 2019 zurückzuführen.

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