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Schwerpunkt

Humanoide Roboter in der Industrie

Melanie Steinbeck,

Schaeffler kooperiert mit Humanoid

Der deutsche Industriekonzern Schaeffler und das britische Technologieunternehmen Humanoid haben dafür eine strategische Partnerschaft vereinbart. Ziel ist es, humanoide Roboter mit präzisen Aktoren auszustatten und sie in großem Maßstab in industrielle Abläufe zu integrieren.

Schaeffler wird humanoide Roboter von Humanoid in sein globales Fertigungsnetzwerk integrieren. © Schaeffler

Für Schaeffler, traditionell bekannt als Zulieferer für Automobil- und Maschinenbau, ist das ein Schritt in ein neues Geschäftsfeld. „Als Motion Technology Company wollen wir eine Schlüsselrolle im wachsenden Markt der humanoiden Robotik einnehmen. Wir setzen dabei auf unsere jahrzehntelange Fertigungsexzellenz und Industrialisierungskompetenz. Mit Humanoid gewinnen wir einen attraktiven Partner in Europa, der es uns ermöglicht, gemeinsam Innovationen im Bereich der humanoiden Robotik voranzutreiben“, sagt Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG.

Reale Anwendung von Humanoiden in großen Stückzahlen

Für Humanoid-Gründer Artem Sokolov ist der Maßstab entscheidend. Die Technologie habe sich über Jahre in Demonstrationen und „Proof-of-Concepts“ bewährt, doch erst die großflächige Anwendung in realen Produktionsumgebungen stelle die Roboter wirklich auf die Probe:

(v.l.) Georg F. W. Schaeffler, Familiengesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender der Schaeffler AG, Artem Sokolov, CEO und Gründer von Humanoid und Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, besiegelten die Technologiepartnerschaft. © Schaeffler

„Seit Jahren findet humanoide Robotik in Laboren, bei Produktdemonstrationen und ‚Proof-of-Concepts‘ statt, doch die reale Anwendung in großen Stückzahlen ist der Moment, in dem die Technologie wirklich auf die Probe gestellt wird. Bei Humanoid sind wir der Überzeugung, dass die Zukunft der humanoiden Robotik nicht durch die beeindruckendsten Demonstrationen definiert wird, sondern durch die Fähigkeit, sie im großen Maßstab zu skalieren und in realen Umgebungen einzusetzen. Diese großflächige Anwendung ist ein wichtiger Schritt in Richtung dieser Zukunft. Sie ermöglicht es uns, Humanoide unter realen Bedingungen zu validieren und einen klaren Weg zur kommerziellen Nutzung in den kommenden Jahren zu ebnen. Gemeinsam mit Schaeffler beweisen wir, dass Humanoide zuverlässig, sicher und effizient in Industrieumgebungen arbeiten können.“

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Humanoide Roboter:. Auf die Aktorik kommt es an

Zentral für die Partnerschaft ist die Aktorik – die Gelenkbewegung der Roboter. Schaeffler liefert Wellgetriebeaktoren, lineare und rotatorische Aktoren, die Präzision, Belastbarkeit und Effizienz verbinden. Sie sitzen in Schultern, Armen und Oberkörpern der Humanoiden.

Der Wellgetriebeaktor von Schaeffler vereint Präzision und Leichtbau für den Einsatz in modernen humanoiden Robotern. © Schaeffler

Das Design ermöglicht interne Verkabelung, hohe Spielfreiheit, geringe Reibung und ist auf Serienfertigung ausgelegt. Andreas Schick, Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf bei Schaeffler, beschreibt die Ambition:

„Humanoide Roboter stehen für Bewegung und Präzision in Perfektion. Mit unserer umfassenden Fertigungsexzellenz bei hohen Stückzahlen und einer starken vertikalen Integration bieten wir innovative Produkte in höchster Qualität. Durch die enge Verzahnung von Entwicklung und Produktion realisieren wir maßgeschneiderte Lösungen, die moderne humanoide Roboter auf ein neues Level heben werden.“

Wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

Die Partnerschaft zeigt, dass humanoide Robotik längst kein Nischenprojekt mehr ist. Für Industrieunternehmen geht es um Effizienz, Automatisierung und Skalierbarkeit. Gleichzeitig steht die Branche vor Herausforderungen: hohe Produktionskosten, komplexe Logistik und die Integration der Roboter in bestehende Arbeitsprozesse. Humanoide Roboter könnten Arbeitsprozesse ergänzen, nicht unbedingt ersetzen – vor allem in repetitiven oder physisch belastenden Tätigkeiten.

Die Investition in humanoide Roboter ist auch ein Signal an die Industrie: Unternehmen wie Schaeffler setzen auf technologischen Vorsprung und wollen nicht nur Zulieferer sein, sondern Partner für die digitale Transformation. Die Fähigkeit, Roboter im industriellen Maßstab einzusetzen, könnte künftig zu einem Wettbewerbsfaktor werden.

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