Automatica Trendindex 2025

Andrea Gillhuber,

Roboter finden große Zustimmung unter Beschäftigten

© Pixabay

Die Ergebnisse des aktuellen Automatica Trend Index 2025 zeigen: Die globale Akzeptanz für Robotik und Automatisierung in der Industrie steigt – und mit ihr das Bewusstsein, dass technologische Innovation der Schlüssel zur Zukunft der Arbeit ist.

Roboter als Standortsicherung. © automatica

Im „automatica Trendindex 2025 zeigt sich ein klarer Trend: Automatisierung wird nicht mehr als Jobkiller, sondern als Arbeitsplatzretter wahrgenommen. Laut der repräsentativen Umfrage unter 5.000 Arbeitnehmern in Deutschland, Japan, China, den USA und Großbritannien glauben rund drei Viertel der deutschen Befragten, dass der Einsatz von Robotern die Industrieproduktion im eigenen Land stärkt. „Robotik und Automation sind vom Jobkiller zum Retter von Arbeitsplätzen geworden“, betonte Dr. Reinhard Pfeiffer, CEO der Messe München. „Gerade in China ist die Akzeptanz am höchsten – dort, wo auch der Roboter-Einsatz am weitesten verbreitet ist, mit 470 Robotern pro 10.000 Beschäftigten.“ In China erwarten etwa 80 % der Befragten positive Effekte für die heimische Industrie. In den USA liegt der Wert dagegen bei zwei Dritteln.

Auch in Deutschland steigt die Zustimmung: 47 % der Befragten sehen Automatisierung als Chance zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. „Vor 20 Jahren hätte man hier gesellschaftspolitisch diskutiert. Heute wissen wir: Es geht um die Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland“, so Pfeiffer im Rahmen der Pressekonferenz zum automatica Trendindex 2025.

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Mit Roboter gegen den Fachkräftemangel

Ein besonders drängendes Thema ist der zunehmende Fachkräftemangel in der Industrie. 75 % der Beschäftigten in Deutschland sehen in Robotik eine wirkungsvolle Antwort auf diese Herausforderung. Hinzu kommt: Eine breite Mehrheit wünscht sich, dass Roboter gefährliche, gesundheitsschädliche oder monotone Tätigkeiten übernehmen. 85 % erwarten, dass Roboter das Verletzungsrisiko bei gefährlichen Aufgaben reduzieren. 84 % sehen Roboter als wichtige Hilfe im Umgang mit kritischen oder schädlichen Materialien. 70 % glauben, dass Robotik älteren Mitarbeitenden hilft, länger im Beruf zu bleiben. 

Pressekonferenz zur Automatica 2025: Dr. Matthias Glötzner, PR Manager automatica; Dr. Reinhard Pfeiffer, Geschäftsführer Messe München; Dr. Dietmar Ley, Vorsitzender VDMA Robotik + Automation und CEO von Basler; Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation. © Computer&Automation

Dr. Dietmar Ley, Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Robotik + Automation, sieht große Chancen: „Robotik und Automation bieten enormes Potenzial, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und gleichzeitig die Arbeitsqualität zu verbessern.“ Der technologische Fortschritt in Bedienfreundlichkeit und Integration macht den Einstieg in die Industrie-Robotik einfacher als je zuvor. Pfeiffer fügt hinzu: „Die berühmten drei Ds – 'dirty, dangerous, dull' – werden zunehmend von Maschinen übernommen. Das macht Produktionsberufe auch für junge Menschen attraktiver.“

Wettbewerbsdruck wächst

Mit Roboter gegen Fachkräftemangel. © automatica

Angesichts weltweiter Industriekonkurrenz kam im Rahmen der Presseonferenz die Frage auf, wie Deutschland sich in verschiedenen Industrien und Zukunftsthemen wie Batterietechnologie, Wasserstoff und Brennstoffzelle, Wärmepumpe oder Kreislaufwirtschaft behaupten kann. Der Tenor: Nur durch Automatisierung lassen sich diese Zukunftsfelder effizient skalieren. „Technologien wie Robotik sind der Hebel, um E-Mobility oder Kreislaufwirtschaft massentauglich zu machen. Das geht nur mit Automation – qualitativ hochwertig und zu wettbewerbsfähigen Preisen“, betonte Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer VDMA-Fachverband Robotik + Automation.

Laut der International Federation of Robotics (IFR) hat China Deutschland bei der Roboterdichte im produzierenden Gewerbe überholt. In nur vier Jahren (2019 bis 2023) verdoppelte China die Zahl der eingesetzten Industrieroboter pro Fabrikarbeiter und liegt nun bei 470 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte. Deutschland folgt mit 429 Einheiten auf Rang 4, dicht gefolgt von Japan mit 419 Einheiten.

Nachhaltigkeit © automatica

Die Diskussion beleuchtete auch die geopolitischen Rahmenbedingungen. Trotz wachsender Autarkiebestrebungen in den USA etwa sieht das Podium wenig unmittelbare Gefahren für europäische Hersteller: „Ohne massive Automatisierung wird es keine Rückverlagerung der Produktion in die USA geben“, erläutert Ley. „Viele Amerikaner hätten es gerne, wenn wieder Massenproduktionsindustrie in Land wäre, sie möchten aber selbst nicht gerne in der Massen-Produktion arbeiten.“

Digitalisierung und KI als Basis für Automation

Der Index zeigt zudem, wie eng der Fortschritt von Automatisierung mit der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz (KI) verknüpft ist. Dennoch herrscht gerade in Deutschland hohe Sensibilität, was Transparenz im Umgang mit KI betrifft: 68 % der Deutschen wollen wissen, ob sie mit einem Menschen oder einer Maschine sprechen – etwa im Kundenservice. „Ohne Digitalisierung keine Automation, ohne KI keine Weiterentwicklung“, so Pfeiffer. Gleichzeitig gebe es bei neuen Technologien wie humanoiden Robotern noch Zurückhaltung, besonders im Vergleich zu Ländern wie China.

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