Fraunhofer IPA

Inka Krischke | Inka Krischke,

Ausstellung ‚Meilensteine der Robotik‘ erweitert

Nach zwei Milliarden Griffen darf er in den Ruhestand – der ‚IRB 340 Flexpicker‘. Der Deltaroboter für Handhabungsaufgaben von ABB bereichert seit dem 1. Oktober 2021 die Ausstellung des Fraunhofer IPA ‚Meilensteine der Robotik‘.

Deltaroboter ‚IRB 340 Flexpicker‘ von ABB im Einsatz bei Unilever: Ein Team von vier Deltarobotern konnte in nur einer Minute 150 Salamiwürstchen greifen.

© Robomotion

Eingesetzt wurde der Deltaroboter bei der Firma Jacklinks (ehemals Unilever) über rund 15 Jahre: Im Team mit drei weiteren Robotern griff der ABB-Roboter kameragesteuert mehr als 500 Millionen Bifi-Würstchen von einem Zuführband und legte sie zum Einschweißen in die vorbereitete Tiefziehfolie. Gemeinsam kommen die vier Roboter so auf über zwei Milliarden gegriffene Würstchen.

In der hauseigenen Ausstellung ‚Meilensteine der Robotik‘ würdigt das Fraunhofer IPA Forschungsleistungen aus knapp 50 Jahren Robotik am Institut. Für das neue Exponat gab es ab Mitte der 1990er Jahre umfassende wissenschaftliche und technische Vorarbeiten am Fraunhofer IPA mit Entwicklungen zum Thema ‚Roboter an Förderbändern‘ und in der Folge 2003 die Gründung der Firma Robomotion durch ehemalige Fraunhofer-Mitarbeitende.

In den 2000er Jahren war die Nachfrage nach den Salami-Snacks sehr hoch. Der damals noch Unilever heißende Hersteller stand vor der Herausforderung, die produzierten Würstchen so schnell wie möglich sortieren zu müssen – von Hand eine mühsame Aufgabe. Diese Aufgabe konnte Robomotion basierend auf den IPA-Entwicklungen automatisieren. Aber: Würstchen zu greifen ist für einen Roboter herausfordernd. Er muss sie mit ihrer jeweiligen Form und Größe erkennen und anschließend gut aufnehmen können – und das, obwohl ihre Oberfläche sehr schwierig zu handhaben ist. Hinzu kommen höchste Hygieneanforderungen in der Lebensmittelbranche. Trotzdem schaffte der in der Ausstellung gezeigte Roboter die geforderten Taktzeiten von 150 Würstchen pro Minute ohne Probleme und verbesserte zudem die Prozesssicherheit.

Im Rahmen des Bifi-Projekts wurden ebenfalls Entwicklungen mit dem Fraunhofer IPA zum Einsatz 3D-gedruckter Greifer an Robotern durchgeführt. Im Ergebnis setzte Unilever die gewichtsoptimierten Dreifach-Greifer dann ab 2009 in der Produktion ein.

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