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Artikel und Hintergründe zum Thema

ERP / Cloud-Computing

Stefan Kuppinger,

SAP erweitert Cloud-Geschäft

Mit einer Milliarden-schweren Akquisition baut der ERP-Anbieter SAP seine Aktivitäten im Bereich Cloud-Anwendungen aus.

Am Tag vor der Hauptversammlung am 23. Mai gab SAP bekannt, dass das SAP-Tochterunternehmen SAP America und die US-amerikanische Firma Ariba, Anbieter cloud-basierter Handelsnetzwerke, eine Übernahmevereinbarung geschlossen haben. Der Preis von 45 US-Dollar pro Aktie entspricht einem Unternehmenswert von rund 4,3 Milliarden US-Dollar. Ariba erzielte im Geschäftsjahr 2011 rund 440 Millionen US-Dollar Umsatz. Mit der Akquisition vereint SAP ihre breite Kundenbasis und Erfahrung bei Geschäftsprozessen mit dem Kollaborationsnetzwerk von Ariba Die Kombination ermöglicht neue, cloud-basierte Modelle für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen.

Wachstumstreiber Geschäfts-Netzwerke

Erst vor kurzem hatte SAP ihre Strategie für Cloud-Anwendungen (Software als Service) vorgestellt: Die Konzentration auf das Management von Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Finanzen parallel zu den bestehenden Cloud-Angeboten Business-ByDesign und Business-One. Mit Aribas Beschaffungslösungen erweitert SAP das Cloud-Portfolio um Kollaborations-Anwendungen für Geschäftskunden und positioniert sich in einem schnell wachsenden Marktsegment, in welchem sich Käufer und Verkäufer über Cloud-Lösungen vernetzen. Branchenexperten schätzen den Umsatz mit cloud-basierten Unternehmensnetzwerken und Beschaffungsmärkten auf rund 5 Milliarden US-Dollar.

Das Netzwerk von Ariba verbindet und automatisiert ein Handelsvolumen von 319 Milliarden US-Dollar. Etwa 730.000 teilnehmende Unternehmen nutzen das Netzwerk für Handelstransaktionen und weitere Formen der Zusammenarbeit. Die rund 190.00 Kunden von SAP stellen ein großes Potenzial dar, die Zahl der Teilnehmer zu erhöhen und damit die Volumina der darüber laufenden Transaktionen zu erweitern. Bereits heute unterstützen SAP-Systeme 63 Prozent der weltweiten Handelsumsätze.

Der Verwaltungsrat von Ariba hat der Akquisition einstimmig zugestimmt. Der Kaufpreis entspricht einem Aufschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs der Ariba-Aktie am 21. Mai. SAP finanziert den Kauf aus liquiden Mitteln und über ein Darlehen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro (rund 3 Milliarden US-Dollar). Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Ariba-Aktionäre, der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden und der Erteilung weiterer in diesem Zusammenhang üblicher Genehmigungen. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2012 erwartet. Ariba beschäftigt rund 2.600 Mitarbeiter und ist am Umsatz gemessen, der zweitgrößte Cloud-Anbieter weltweit. Im Geschäftsjahr 2011 wuchs der Umsatz des Unternehmens um 38,5 Prozent auf 444 Millionen US-Dollar. Das Business-Netzwerk legte im gleichen Zeitraum organisch um 62 Prozent zu.

Nach Abschluss der Transaktion sollen alle Cloud-bezogenen Beschaffungslösungen der SAP unter Ariba zusammengeführt werden. Das bestehende Management von Ariba wird das Unternehmen als eigenständige Geschäftseinheit der SAP weiter führen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats soll Ariba-Geschäftsführer Bob Calderoni in das Global Managing Board der SAP berufen werden.

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