Nachgehakt bei Uwe Keiter
Der Neustart der OMAC
Ziel der OMAC – Organization for Machine Automation and Control – ist, offene Automatisierungslösungen bei Werkzeug- und Verpackungsmaschinen voranzutreiben. In den letzten Jahren ist es um die Nutzergruppe ruhig geworden. Im Herbst 2011 hat die OMAC deshalb mit den Partnern Packaging Machinery Manufacturers Institute und der ARC Advisory Group einen Neubeginn initiiert. Uwe Keiter erläutert, was daraus geworden ist.
Herr Keiter, in unserer November-Ausgabe 2011 haben Sie die Auferstehung der OMAC beschworen. Sind Sie denn gut aus den Startlöchern gekommen?
Ja! Die OMAC-Organisation hat sowohl alle bestehenden Arbeitsgruppen wiederbelebt als auch neue Themen aufgegriffen. Zudem konnte die OMAC einige neue Mitglieder aus den Bereichen Endanwender und Maschinenbau begrüßen.
Sie haben vor einem Jahr angekündigt, dass insbesondere die Arbeitsgruppen PackML, PackConnect und PackSafety bis September 2012 Ergebnisse erarbeiten würden. Konkret wollten Pack ML und PackConnect die Lesbarkeit und Eindeutigkeit bestehender Dokumente verbessern beziehungsweise einen einheitlichen Standard für eine Maschine-Maschine-Kommunikation definieren. PackSafety wollte ein IEC-kompatibles, offenes Protokoll für den Austausch sicherheitsrelevanter Informationen zwischen Maschinen standardisieren.
Alle drei Arbeitsgruppen haben bereits Ende 2011 ihre Arbeit aufgenommen und zunächst einmal einen Fragebogen erstellt, auf dessen Basis nun Themenblöcke innerhalb der Arbeitsgruppen adressiert werden. Aktuell ist sowohl die PackML- als auch die PackSafety-Arbeitsgruppe am Ausfeilen letzter Details zur Erstellung der notwendigen Dokumentation, um diese Anfang Februar in Orlando auf dem ARC-Forum zu präsentieren.
Die PackML-Arbeitsgruppe hat unter anderem die Lesbarkeit der existierenden Dokumentation überarbeitet und die Tag-Liste in Hinblick auf die MES-Integration erweitert. PackConnect wertet derzeit die Ergebnisse des Fragebogens aus und wird in Kürze einen Vorschlag für die Maschine-Maschine- sowie Maschine-MES/SCADA-Kommunikation unterbreiten. PackSafety beschränkt sich momentan auf die generelle Beschreibung der Sicherheitsanforderungen. Unter anderem wurden die Sicherheits-Interfaces definiert und die notwendigen Sicherheitsfunktionen zwischen diesen Interfaces identifiziert.
Das wichtige Thema des offenen Kommunikationsprotokolls, bei dem openSafety ja stark in der Diskussion ist, wird im nächsten Schritt bearbeitet. Grundvoraussetzung hierfür ist die Vorarbeit der Arbeitsgruppe PackConnect.
Sie hatten sich auch zur Aufgabe gemacht, den stark ausgeprägten US-amerikanischen Charakter der Organisation aufzuweichen. Ist das schon gelungen?
Die OMAC hat ihre Aktivitäten außerhalb der USA deutlich verstärkt: Es gibt eine enge Kooperation mit der in Skandinavien ansässigen SESAM-Organisation, die sich ebenfalls der Thematik der Standards verpflichtet hat. Auch auf Messen in England, Italien und Deutschland wurde aktiv für die OMAC-Aktivitäten geworben. In Indien wird die OMAC offiziell auf einer Verpackungsmaschinenmesse im Februar 2013 vertreten sein. Im Rahmen der Packology-Messe im Sommer 2013 in Italien ist darüber hinaus zum ersten Mal ein offizielles Treffen des OMAC-Vorstandes außerhalb der USA geplant.
Insbesondere die Komitees PackAdopt und PackLearn sollten mit den europäischen Maschinenbau-Organisationen – VDMA, PPMA und UCIMA – und den europäischen Universitäten in Kontakt treten, um auch auf dieser Ebene einen deutlich höheren Verbreitungsgrad zu erwirken. Haben Sie bei diesen Organisationen Gehör gefunden?
Es gibt mit allen namenhaften Maschinenbau-Organisationen weltweit intensive Kontakte. Darüber hinaus konnten einige große Maschinenbauer als Mitglieder geworben werden. Unter anderem haben die Barry-Wehmiller-Design-Gruppe, die Promach-Gruppe und die Firma Bosch Packaging ihren Willen zur Zusammenarbeit mit einer Mitgliedschaft in der OMAC besiegelt.
Wie sieht es in der OMAC bezüglich der Zusammenarbeit mit Endanwendern aus?
Die Endanwender sind die treibende Kraft innerhalb der OMAC. Neben den bereits seit langem aktiven Unternehmen, wie P&G, SABMiller oder auch Nestlé, konnten in letzter Zeit Unternehmen wie Pfizer, PepsiCo, Church&Dwight oder auch Arla Foods als Mitglieder gewonnen werden. Alle diese Unternehmen fordern bereits heute die Umsetzung der OMAC Guidelines innerhalb ihrer jeweiligen Spezifikationsdokumente aktiv ein.










