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Artikel und Hintergründe zum Thema

M2M Hotspot

Jürgen Hase | Meinrad Happacher,

Das Cloud-Kontrollzentrum

Um den wachsenden Bestand verschiedenster Geräte und Daten einfach und anwendungsgerecht zu verwalten, sind Unternehmen auf cloud-basierte Plattformen angewiesen. Für die Wahl einer Plattform sind jedoch mehrere Kriterien zu berücksichtigen: von der Kompatibilität mit dem Gerätepark über die Skalierbarkeit bis hin zur Integration in die Unternehmens-IT.

© Deutsche Telekom

Die Einführung von M2M-Lösungen bietet immense Vorteile, konfrontiert Unternehmen aber auch mit neuen Herausforderungen. So stellt sich die Frage, wie sich der vernetzte Maschinenpark verwalten lässt. Was passiert zum Beispiel, wenn Software-Updates vorliegen? Wie stellen Unternehmen sicher, dass auf allen Geräten die neueste Version läuft und alle ordnungsgemäß konfiguriert sind? Wie lassen sich die Messwerte und Daten von unterschiedlichen Geräten miteinander kombinieren? In all diesen Fällen hilft eine cloud-basierte, anwendungsorientierte Verwaltungsplattform.

Esperanto der Maschinen

Bis vor kurzem nutzten viele M2M-Anbieter reine Konnektivitäts-Plattformen, mit denen sie SIM-Karten verwalten und Verbindungen kontrollieren können. Darauf aufbauend entwickelten die Anbieter für jede M2M-Lösung eine eigenständige Verwaltungs-Software. Heute betreten mehr und mehr Plattformen den Markt, in die Anbieter und Anwender neue Geräte und Messwerte direkt einbinden können. Dazu gehören Plattformen von Arkessa, Evrthng, ThingWorx, SeeControl, Prosyst sowie die M2M Device Cloud von der Telekom und Cumulocity.

Die Idee dahinter ist einfach: Sämtliche gerätespezifischen Daten werden in ein geräteunabhängiges Format überführt – eine Art Esperanto der Maschinen. Als Übersetzer fungiert eine speziell entwickelte Software, der Agent. Er kann lokal auf dem Gerät installiert sein oder serverseitig implementiert werden. Der Agent sorgt dafür, dass das Gerät barrierefrei und zuverlässig mit der Cloud-Plattform kommuniziert.

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Plug & Play

Bevor sich Lösungsanbieter und Anwender für eine cloud-basierte Verwaltungsplattform entscheiden, sollten sie die Kompatibilität mit ihren Geräten prüfen. Stellt die Plattform für alle Geräte im Unternehmen einen Agenten zur Verfügung? Im Idealfall lässt sich der Gerätepark ohne weiteren Aufwand in die Plattform einbinden. In manchen Fällen sind jedoch exotische Geräte im Einsatz, für die noch kein Agent existiert. Anwender sollten darauf achten, dass die Plattform-Anbieter Zertifizierungsprogramme bereitstellen.

Um die Kompatibilität zu neuen Geräten sicherzustellen, sind zwei Vorgehensweisen üblich. Entweder programmiert der Anwender den Agenten selbst und reicht ihn zur Zertifizierung bei dem Plattform-Anbieter ein. Oder er beauftragt den Anbieter mit der Entwicklung und erhält eine zertifizierte Lösung. Sofern sich ein Unternehmen für eine Plattform entschieden hat, sollte bei weiteren unternehmensbezogenen Entwicklungen und Anschaffungen rund um das Internet der Dinge auf Kompatibilität zur Plattform geachtet werden.

Geräte und Daten verwalten

Obwohl sich der Funktionsumfang verschiedener cloud-basierter Verwaltungsplattformen stark voneinander unterscheidet, teilen die meisten Vertreter einen ähnlichen Satz an Basisfunktiona-litäten. Sie geben eine Übersicht aller Geräte (Inventory) und ihren Status, visualisieren Messwerte in Diagrammen und ermöglichen es, Alarme zu definieren.

Gerade für Lösungsanbieter sind Funktionen interessant, mit denen sie neue Anwendungen für das Internet der Dinge mit geringem Aufwand zusammenstellen lassen. Dazu gehören beispielsweise APIs und Tools für Entwickler, außerdem die Verwaltung von Firm- und Geräte-Software.

Anwendungen wie Tracking-Dienste profitieren außerdem von einer vorgefertigten Kartenansicht, die den Standort aller verbundenen Geräte übersichtlich darstellt. Grundsätzlich gilt: Der Funktionsumfang muss für den jeweiligen Einsatz im Unternehmen angemessen sein. Gerade Mittelständler sind mit einer schlankeren Plattform besser beraten als mit einem komplexen System, das Abstriche in der Einfachheit der Bedienung mit sich bringt.

Bedarfsgerechte Cloud-Ressourcen

Als Kernkriterium von M2M/IoT-Plattformen gilt die Skalierbarkeit. Die Plattform muss ihre Aufgaben bei variierenden Mengen von Geräten, Daten und Nutzern verlässlich erfüllen. Auch bei tausenden Geräten darf der Betrieb nicht beeinträchtigt sein. Die Kosten für die Plattform sollten skalieren, denn hier liegt der Vorteil der Cloud-Architektur. Anwender buchen die benötigen Ressourcen dazu und nur das kostet. Die Zeiten, in denen bei M2M-Projekten sechsstellige Beträge bezahlt wurden, bevor die ersten Geräte angeschlossen wurden, sind vorbei: Heutige Plattformen fangen bei 125 Euro im Monat an und sind direkt einsatzbereit.

Ein wichtiger Aspekt ist die Weiterverarbeitung der Daten. Die M2M/IoT-Plattform sollte sich nahtlos in die bestehende IT-Infrastruktur einpassen. Maschinen- und Sensordaten müssen in CRM- und ERP-Systeme einfließen. Das unternehmensweite Maschinennetz darf nicht abgeschottet bleiben. Nur dann kann die Unter­nehmens-IT das volle Potenzial vernetzter Objekte und Orte ausschöpfen. So eröffnen die Plattformen auch für Systemintegratoren und Softwarehäuser Chancen. Auf Basis der Plattform können sie integrierte Lösungen schneller entwickeln. Zum einen sind die APIs offen verfügbar. Zum anderen betreiben die Plattform-Anbieter Partnerprogramme. Mit kostenlosen Trial-Accounts können Partner schnell und kostengünstig loslegen.

Autor: Jürgen Hase ist Leiter des M2M Competence Center der Deutschen Telekom.

Praxisbeispiel:

Der Taupunkt-Alarmgeber (Bild 1)
Wie leicht sich Messwerte in die Cloud bringen lassen, demonstrierte die Telekom auf der Embedded World 2014 am Beispiel eines Taupunkt-Alarmgebers. Der Taupunkt bezeichnet eine bestimmte Temperatur von feuchter Luft. Wird sie unterschritten, kann sich Wasserdampf als Tau oder Nebel absetzen. In schlecht gelüfteten Badezimmern führt das zur Schimmelbildung. Mit Hilfe der beiden Messwerte Raumtemperatur und relative Luftfeuchtigkeit lässt sich der Taupunkt berechnen.

Bild 1

© Deutsche Telekom

Eingesetzte Hardware und Software Hardwareseitig kommt das Board Ublox C027 zum Einsatz, das die Open-Source-Entwicklungsplattform ARM mbed unterstützt. Außerdem bietet sich der Sensirion SHT21 an, ein integrierter Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor. Softwareseitig basiert das Beispiel auf M2M Device Cloud, der Plattform der Telekom, entwickelt vom Cloud-Spezialisten Cumulocity. Das Board C027 ist eines von bereits mehr als 30 zertifizierten Geräten, die die Plattform direkt unterstützt. Das Zertifizierungsprogramm der Telekom Device to Cloud Ready (D2C) sorgt dafür, dass die Anzahl zertifizierter Geräte kontinuierlich steigt.

Bild 2

© Deutsche Telekom

Messwerte in die Cloud bringen (Bild 2)
Um das Board mit der Plattform zu verbinden, sind nur wenige Schritte nötig. Einige Zeilen Code registrieren das Gerät zunächst in der Plattform. Anschließend liest das auf dem C027 laufende Programm in regelmäßigen Abständen die Werte der angeschlossenen Sensoren aus und sendet sie in die Cloud. Eine Logdatei speichert die Daten für Dokumentationszwecke und die Weiterverarbeitung – beispielsweise mit einem Tool für die Big-Data-Analyse. Das Webinterface der Plattform stellt die Sensordaten übersichtlich dar. Sämtliche Messwerte werden schnell und einfach online überwacht.

Bild 3

© Deutsche Telekom

Alarm definieren (Bild 3)
Die Logik des Taupunkt-Alarmgebers kann nun direkt über die Funktionen des Webinterfaces realisiert werden. Unter dem Menüpunkt „Event Processing“ stehen in einer Dropdown-Liste mehrere Beispiele für die Weiterverarbeitung bereit.  Nach Auswahl eines Beispiels zeigt das Textfeld unter der Dropdown-Liste den dazugehörigen Javascript-Code an, den Entwickler einfach ergänzen und anpassen können. Für die Alarmfunktion reicht es beispielsweise aus, wenn sie die im Beispiel gesetzte Leerstelle für die E-Mail-Adresse ausfüllen. Ganz ähnlich lässt sich die Vergleichslogik für bestimmte Temperaturwerte und die Luftfeuchtigkeit implementieren – und fertig ist der Taupunkt-Alarmgeber.

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