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Artikel und Hintergründe zum Thema

Windows 10 Build 1903

Lars Bube | Davina Spohn,

Das bringt das Frühjahrs-Update für Windows 10

Ab Ende Mai 2019 will Microsoft das große Frühjahrs-Update für Windows 10 ausrollen. Zu den wichtigsten Verbesserung gehören neue Optionen hinsichtlich Updates, Sicherheit und individuellen Einstellungen sowie die Verknüpfung von 'Cortana' und 'Alexa'.

Microsoft-Hauptquartier in Seattle

© Katherine Welles – Shutterstock

Das große Frühjahrs-Update für Windows 10 (Build 1903) befindet sich derzeit in der letzten Testschleife bei den Insidern. Sollten dann keine gravierenden Bugs mehr auffallen, ist damit zu rechnen, dass sein Rollout wie geplant Ende nächsten Monats beginnen kann. Schon im Vorfeld beruhigt Microsoft die Nutzer, dass es ein ähnliches Hin- und Her wie beim letzten Herbst-Update, das wegen Datenverlusten bei einigen Nutzern nach wenigen Tagen wieder zurückgezogen wurde, nicht noch einmal geben soll. Um das sicherzustellen wurden unter anderem der Feedback-Zyklus und die Qualitätskontrolle optimiert, gerade hinsichtlich nur selten auftretender, aber gravierender Fehler. Mit dem neuen Build kommen zahlreiche Veränderungen, und Neuerungen, die teils auch für Unternehmen sehr interessant sind.

Das beginnt bereits bei einem neuen Update-System. Hier stand Microsoft vor dem Problem, dass im Sinne der Sicherheit einerseits möglichst schnelle Updates angesagt sind, dies aber gleichzeitig viele Administratoren vor erhebliche Schwierigkeiten stellt. Als ersten Schritt zur Lösung dieser Probleme trennt Microsoft mit dem neuen Build die Sicherheitsupdates von den halbjährlichen Funktions-Updates. Diese Trennung schlägt sich sogar im Update-Menü nieder, wo es nun zwei verschiedene Bereiche gibt. Auch wer noch nicht die aktuellste Version installiert hat, bleibt damit also künftig gut geschützt. Erst wenn sich der Supportzyklus des installierten Builds dem Ende zuneigt, fordert das System nachdrücklich zum Upgrade auf und initiiert es schließlich automatisch. Das macht es Administratoren erheblich leichter, neue Versionen eingehend zu testen und sie erst dann einzuführen, ohne dafür Kompromisse bei der Sicherheit eingehen zu müssen.

Aber auch hinsichtlich der einzelnen Updates bekommen die Nutzer und Administratoren nun mehr Kontrolle. Sie können beispielsweise auswählen, ob gefundene Updates sofort installiert werden sollen, oder sie bis zu fünf Mal um jeweils maximal sieben Tage, insgesamt also um bis zu 35 Tage, verschieben. Mit dieser Pausen-Option für Updates lässt sich das häufige Problem verhindern, dass sie ausgerechnet zu einem für den Nutzer ungünstigen Zeitpunkt installiert werden, an dem er nichts riskieren will, da wichtige Arbeitsschritte laufen. Auch die Erkennung passender Zeitpunkte für die automatische Installation von Updates wurde laut Microsoft noch einmal verbessert.

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Cortanas neue Freundin Alexa

Updates sollen sich künftig deutlich besser planen und kontrollieren lassen.

© Microsoft

Eine weitere Neuerung bringt das Frühjahrs-Update hinsichtlich der Mindestvoraussetzungen. Statt wie bisher mindestens 16 GByte fordert Windows 10 dafür künftig 32 GByte freien Speicherplatz. Das ist einerseits darauf zurückzuführen, dass Windows 10 immer größer wird. Schon jetzt ließ sich auf 16 GByte gerade so die 32-Bit-Version unterbringen, für die 64-Bit-Version waren schon gut 20 GByte notwendig. Dass Microsoft die Anforderungen nicht nur leicht nach oben korrigiert sondern gleich verdoppelt, liegt andererseits aber auch an der Einführung des sogenannten »Reserved Storage«. Mit diesem reservierten lokalen Speicherplatz soll sichergestellt werden, dass immer genügend freier Speicherplatz zur Verfügung steht, um alle Updates herunterladen und installieren zu können. Auch der Cache und temporäre Dateien können diesen Speicherplatz teilweise nutzen. Nach den bisherigen Informationen wird der reservierte Speicher aber nur bei Neuinstallationen aktiviert.

Merkliche Verbesserungen verspricht das nächste Update für Windows 10 zudem hinsichtlich der digitalen Assistenzfunktionen. Um die Usability zu erhöhen, hat sich Microsoft dazu entschieden, der eigenen digitalen Assistentin Cortana nun auch Amazons Konkurrentin Alexa als Kollegin an die Seite zu stellen. Jede der beiden kann dadurch nun dazu genutzt werden, die jeweils andere aufzurufen, wenn dies für einen Task erforderlich ist. Konkret kann man damit also beispielsweise Cortana anweisen, Bestellungen bei Alexa aufzugeben. Oder umgekehrt Alexa damit beauftragen, bei Cortana einen Termin im Kalender einzustellen. Dass sich Microsoft hier der marktbeherrschenden Konkurrenz öffnet, ist ein geschickter Schachzug, von dem sowohl das Unternehmen selbst als auch die Nutzer profitieren können.

Darüber hinaus wird mit dem Update auch die Trennung von Cortana und der Suche weiter vorangetrieben. So gibt es nun etwa getrennte Seiten mit unterschiedlichen Einstellungen für die beiden Werkzeuge. Diese erlauben es beispielsweise, die normalerweise auf die üblichen Benutzerordner beschränkte lokale Suche und die dazugehörige Indexierung bequem auf alle Ordner auszuweiten. Auf Wunsch können hierbei auch einzelne Laufwerke und Dateien ausgeklammert werden, um die Suchgeschwindigkeit zu erhöhen.

Mehr Macht für Nutzer

Auch die Schnellzugriffe im Info-Center sollen sich dann besser anpassen lassen.

© Microsoft

Ein immer wieder gerne bemühter Kritikpunkt der Nutzer an Windows – und auch anderen Betriebssystemen – sind darauf vorinstallierte Apps. Deshalb sorgte die Ankündigung Microsofts, bei Windows 10 hier nun die Zügel deutlich zu lockern, schon im Vorfeld für einige positive Reaktionen. Nach dem Update lassen sich zahlreiche dieser bisher verpflichtenden Begleiter wie etwa 3D Viewer, Filme & TV, Groove Music, Kalender, Mail, Paint 3D, Sprachrecorder, Sticky Notes und der Taschenrechner genau wie andere Programme deinstallieren. Das funktioniert sowohl direkt über das Kontextmenü des entsprechenden Startmenüeintrags als auch über die Systemeinstellungen. Hinzu kommen neue Sortierfunktionen im Startmenü, die größere Individualisierungsmöglichkeiten bringen. Bei Neuinstallationen und neuen Accounts soll das von Beginn an zu einer besser aufgeräumten einspaltigen Kachelfläche führen.

Noch mehr individuelle Kontrolle bekommen die Windows-10-Nutzer mit dem Frühjahrs-Update auch über den im Herbst eingeführten Benachrichtigungsassistenten. Dieser kann jetzt beispielsweise auch so eingestellt werden, dass bei der Nutzung von Anwendungen im Vollbildmodus grundsätzlich keine Infos mehr eingeblendet werden, ohne dafür entsprechende Prioritätsregeln definieren zu müssen. Ein wichtiger Schritt um insbesondere bei der Arbeit vor der Ablenkung durch Nachrichtenfenster verschont zu bleiben. Den von einigen Nutzern geäußerten Wunsch, im Info-Center neben den schrittweise durchklickbaren Modi auch einen simplen Schalter zum kompletten An- und Abschalten der Windows-Benachrichtigungen einzubauen, hat Microsoft jedoch nicht umgesetzt.

Eingepflegt wurde dafür der Vorschlag zu einer Erweiterung des Augen und Akkus schonenden Dark Mode. Neben der Einstellung von Hell und Dunkel für Anwendungen können mit dem Windows-Modus jetzt auch wichtige Systembereiche wie das Startmenü und Info-Center angepasst werden. Wer sich nicht auf die düstere Seite begeben will, kann sein System nun auch einen helleren Modus versetzen.

Verbesserungen bei der Secuirty

Des Weiteren bringt Microsoft mit dem Update auch Verbesserungen für die Sicherheit, insbesondere in Bezug auf die Logins. Wer einen Microsoft-Account mit hinterlegter Mobilfunknummer nutzt, kann sich statt der Passworteingabe nun per SMS einen Code für den Login zuschicken lassen. Administratoren dürfen sich auf eine einfachere Verwaltung der Login-Konfigurationen freuen, die zudem um eine Option für den Einsatz von Sicherheitsschlüsseln erweitert werden. Für alle Nutzer ab der Pro-Version kommt die Sandbox, mit der sich potenziell gefährliche Dateien in einem abgesicherten Bereich ausführen lassen. Der Windows Defender wird um einen Manipulationsschutz erweitert. Dieser soll verhindern, dass unberechtigte und gefährliche Änderungen an sicherheitsrelevanten Funktionen inklusive dem Defender selbst vorgenommen werden. Den aktuellen Erkenntnissen entsprechend hat das Unternehmen seine Security-Empfehlungen zur Nutzung automatisch ablaufender Passwörtergestrichen. Die Funktion ist zwar weiterhin verfügbar, aber auch Sicherheitsexperten raten davon ab, da beobachtet wurde, dass der Zwang zur regelmäßigen Neuvergabe in der Praxis zu deutlich schwächeren Passwörtern führt.

Mehr Kontrolle bekommen die Nutzer mit dem Build 1903 darüber hinaus im Info Center. Dort lassen sich die Schnellzugriffssymbole jetzt direkt umsortieren, aus der Ansicht entfernen und neue einfügen. Per Rechtsklick erhält man dazu ein Menü mit der Bearbeitungs-Funktion. Bisher musste man dafür den Umweg über die Einstellungen gehen. Zumindest auf mobilen Geräten lässt sich die Helligkeit des Bildschirms auch wieder stufenlos und bequem per Schieberegler anpassen. Die Notiz-App Sticky Notes kann die Daten jetzt über das Microsoft-Konto synchronisieren und sie so auch auf anderen Geräten zur Verfügung stellen. Für mehr Übersicht sorgt außerdem ein Info-Fenster, das alle aktuellen Einträge anzeigt. Und auch den Dark Mode unterstützt die App jetzt.

Zu den weiteren Neuerungen im Build 1903 zählen unter anderem neue Symbole in der Taskbar, die beispielsweise auf den Verlust der Internetverbindung oder ein angeschlossenes Mikrofon hinweisen.

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