Unternehmenssoftware

Stefan Kuppinger,

Bremsklotz ERP?

Laut einer Umfrage des Marktanalysten IDC schränken umständlich zu bedienende ERP-Systeme fast die Hälfte der befragten Unternehmen ein, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren.

© Industrie Informatik

Die IDC-Studie im Auftrag des ERP-Anbieters IFS untersuchte die Rolle von Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität von Unternehmenssoftware bei Unternehmen in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Benelux, Skandinavien und Indien. Schließlich sind Unternehmen durch den globalen Wettbewerb ständig mit neuen Herausforderungen hinsichtlich Produktivität und Flexibilität konfrontiert. Fast die Hälfte (45 Prozent) Interviewpartner aus der obersten Führungsebene der Unternehmen erwartet, dass innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre nennenswerte Veränderungen in ihrem Geschäftumfeld stattfinden werden. Über 80 Prozent glauben, dass sie ihre Unternehmens-Anwendungen modifizieren müssen, um den Wandel zu unterstützen. Daher gibt es eine wachsende Nachfrage nach Enterprise-Anwendungen, die intuitiv und einfach zu bedienen sind. Die Studie zeigt deutlich, dass ERP-Anbieter ihre Software verbessern müssen, um diesen Anforderungen zu genügen.

Weniger als ein Drittel der Teilnehmer halten ihre Enterprise-Anwendungen für einfach und intuitiv zu bedienen. Mehr als die Hälfte (60 Prozent) hält einige Arbeiten in den ERP-Anwendungen für Zeitverschwendung. 44 Prozent der Befragten meinen, dass ihre ERP-Anwendungen sogar negative Auswirkungen auf die Agilität ihres Unternehmens haben. Anders Elbak, Research Manager bei IDC, kommentiert die Ergebnisse: "Die Untersuchung beweist eindeutig, dass die für den Betrieb eines Unternehmens unerlässlichen ERP-Anwendungen die Produktivität behindern." Als Ursache nennt er unpraktische Anwenderoberflächen, schlechte Integration, schwierige Navigation und unzureichende Suchfunktion.

Dabei werden Anwenderfreundlichkeit und Flexibilität oft als zentrale Aspekte bei der Beurteilung von Unternehmens-Software genannt. Obwohl die Mehrheit der Unternehmen (60 Prozent) Usability als wichtiges Kriterium beim Kauf eines neuen Systems ansieht – 24 Prozent der Befragten hielten das sogar für den wichtigsten Aspekt –, haben weniger als ein Drittel (29 Prozent) aller Befragten aus ihrer Sicht intuitive und benutzerfreundliche ERP-Anwendungen im Einsatz. In einer Untersuchung von IFS aus dem Jahr 2008 zum gleichen Thema hielten noch 42 Prozent der Unternehmen ihre Systeme für einfach bedienbar. Dies deutet darauf hin, dass die Erwartungen hinsichtlich der Bedienung von ERP-Systemen gestiegen sind – eine Entwicklung, die die Usability als Kriterium für die Evaluierung neuer Systeme unterstreicht und zu einem wichtigen Faktor für Software-Anbieter werden lässt.

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