Messtechnik
Was bringt Windows 7?
Ob und welche Vorteile das Microsoft-Betriebssystem in puncto Messwert-Erfassung und Datenverarbeitung bringt, hat die Firma National Instruments untersucht.
Rahman Jamal, Technical Director Central Europe bei National Instruments: „Im Rahmen einer Seminartour zeigen wir, wie sich Windows 7 auf I/O-intensive MSR-Anwendungen auswirkt.“
Mit Windows Vista hat sich Microsoft bekanntlich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. „Bei Windows 7 hat man wieder das Gefühl, dass wirklich an die Anwender gedacht wurde", meint Rahman Jamal, Technical Director Central Europe bei National Instruments, und führt die bedienerfreundlichere Oberfläche und die Reaktionsgeschwindigkeit des Systems als Beispiele an. „Die entscheidende Frage ist, ob diese Performance auch in der Mess-, Steuer- und Regeltechnik zu spüren ist", so Jamal.
Darum hat National Instruments das Verhalten von Windows 7 in punkto Datendurchsatz von Datenerfassungsanwendungen auf Basis von USB-und PCI-Express-Hardware untersucht. Darüber hinaus wurde die Leistungsfähigkeit in Verbindung mit 64-Bit-Prozessoren analysiert.
„Der Verzicht auf überflüssige Timer, die selektive Deaktivierung von Hubs und eine schnellere Initialisierung von USB-Flash-Medien wirkt sich positiv auf die Leistungsfähigkeit von USB-basierten Mess- und Prüfgeräten aus", erklärt Jamal. Genau das zeigen die Benchmarks: Die Bandbreite der NI-CompactDAQ-Plattformen steigt im Vergleich zu Windows XP um 10 %.
Vergleichstests anhand von NI-CompactDAQ-Systemen haben ergeben, dass sich mit Windows 7 ein bis zu 20 % höherer Datendurchsatz erzielen lässt.
Bei High-Speed- oder Multifunktions-I/O-Messungen mit Multicore-Systemen beträgt der Performance-Zuwachs bis zu 20 %. Verantwortlich dafür ist die neue Architektur der grafischen Geräteschnittstelle (GDI, Graphics Device Interface), die für ein verbessertes Antwortverhalten beim gleichzeitigen Ablauf mehrerer Anwendungen sorgt.
Dies steigert die Performance von multithreadingfähigen Mess- und damit auch vieler Labview-Anwendungen. „Labview-Anwender neigen dazu, mehrere rechenintensive, parallel ablaufende Schleifen in einer einzigen Anwendung zu erstellen", skizziert Jamal das Problem." Da Labview und die Treiber der NI-Hardware von Haus aus multithreadingfähig sind, können Anwender unter Windows 7 ihre Applikationen erstellen, ohne einzelne Threads manuell erstellen und verwalten zu müssen.
Auch für sehr hohe Anforderungen an Durchsatz- und Systemleistung im MSR-Bereich eignet sich Windows 7 - vorausgesetzt, man nutzt Bustechnologien wie PCI-Express sowie Multicore-Prozessoren. Die PCI-Express-Datenerfassungskarten der X-Serie bieten eine dedizierte bidirektionale Bandbreite von bis zu 250 MByte/s.
Mit Windows 7 steigt die Leistung einer Labview-Anwendung mit vier parallelen Schleifen auf einem Quad-Core-Rechner um 10 %.
Neben den 32-Bit-Varianten von Windows 7 wurde die Performance von Labview 2009 auf der 64-Bit-Version untersucht. Anwendungen, die auf 64-Bit-Hardware und -Software laufen, können den umfangreicheren physikalischen Speicher nutzen. Besonders nützlich ist das für Anwendungen, die große Mengen zusammenhängender Daten verarbeiten, zum Beispiel HF- oder Bildverarbeitungsapplikationen. Bei solchen Aufgaben kann der Zugriff auf zusätzlichen Speicher die Systemleistung durchaus steigern.
„In Verbindung mit den zusätzlichen Registern einer 64-Bit-CPU haben wir bis zu 20 % höhere Ausführungsgeschwindigkeiten gemessen", zitiert Jamal aus den Untersuchungsergebnissen, die National Instruments Anfang 2010 im Rahmen einer Seminartour vorstellen wird. 32-Bit-Anwendungen lassen sich zwar durch die Emulation „Windows-on-Windows" (WoW) integrieren, was jedoch zulasten der Ausführungsgeschwindigkeit und Leistung geht.













