National Instruments

Stefan Kuppinger,

VIP 2009: Messtechnik zum Anfassen

500 Teilnehmer trafen sich auf den VIP-Tagen der Firma National Instruments zum Meinungsaustausch rund um die Themen Messtechnik und verwandte Automatisierungsdisziplinen.

Der VIP-Tag - VIP steht für virtuelle Instrumente in der Praxis - gilt als Pendant zur NI-Week, auf der National Instruments jedes Jahr im August ein Messtechnik-Forum im texanischen Austin organisiert. Auf dem VIP-Tag ist die F&E-Keynote (Forschung und Entwicklung) ein zentrales Element neben dem mit 75 Vorträgen thematisch breit aufgestellten Kongress und dem Ausstellungsbereich mit mehr als 30 Partnerunternehmen. Traditionell vom technischen Direktor Rahman Jamal moderiert, stellen die Fachleute der deutschen Standorte zusammen mit den aus den USA eingeflogenen Experten die jüngsten Produktinnovationen vor. Dabei kommt weder die Praxis noch der Blick in die Zukunft zu kurz.

Im Mittelpunkt standen eine Reihe von Produktneuheiten, darunter die aktuelle Software-Version für grafisches Systemdesign, Labview 2009. Anhand von Applikationen wurde zum Beispiel die Erweiterung der Wireless-Module demonstriert. Mit einem eigenen Labview-Controller ausgestattet, können die Module selbstständig MSR-Aufgaben erledigen. Auch die letztes Jahr vorgestellte Compact-RIO-Baureihe mit Ethercat als Systembus wurde um Steuerungsfunktionen ergänzt: Nach der Installation eines kostenlosen Treibers können die Remote-I/Os Programmcode von Labview FPGA ausführen.

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Bei National Instruments nur noch von einem Messtechnikanbieter zu sprechen, wäre verkehrt. Das zeigen nicht nur die Touch-Panel- und Industrie-PC-Linien, sondern auch die Entwicklungen im Bereich Motion-Control und Bildverarbeitung. Alle vier Komponenten wurden in einer Applikation kombiniert: Auf einem beweglichen Tablett liegt eine Kugel, deren Position mittels Kamera und Framegrabber-Karte erfasst und auf dem Touch-Panel angezeigt wird. Das Tablett lässt sich über zwei Achsen bewegen und war so anzusteuern, dass die Kugel im Kreis rollt, beziehungsweise nach einer Störung wieder auf die Kreisbahn einschwenkt. Die komplette Applikation - Bildverarbeitung, Regelung, Visualisierung und Motion-Control - wurde in Labview programmiert.

Am Ende der Keynote wurde symbolisch kurz die Decke von einem Prototyp gezogen. John Pasquarette, Vizepräsident Software, zeigte einen Web-Client für LabView. Zielsetzung ist, den momentan noch aufwendig zu programmierenden Remote-Zugriff auf Labview-Applikationen zu vereinfachen. Künftig soll der Web-Client zum Beispiel die Fernwartung von Prüfständen erleichtern. Wann das sein wird, ließ Pasquarette noch offen. Vielleicht zur nächsten NI Week im August 2010 oder zu den nächsten VIP-Tagen.

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