Automation 2010
VDI-Umfrage: Branche auf dem Weg zu alter Stärke
Der VDI-Kongress „Automation 2010“ in Baden-Baden (15./16. Juni) hat es deutlich gemacht: Die Branche der Mess- und Automatisierungstechnik blickt wieder positiv in die Zukunft; viele Anbieter sind auf gutem Weg, bereits in diesem Jahr wieder an die Erfolge des Jahres 2008 anzuknüpfen. Eine aktuelle Umfrage des VDI unter mehr als 1000 Mitgliedsfirmen gibt zudem Aufschluss über die Erwartungen und Herausforderungen für die nächsten Jahre.
„Nicht mit Dienstleitungen wird Deutschland reicher, sondern mit effizienter Produktion!" - diese Botschaft richtete Dr. Kurt D. Bettenhausen, Vorsitzender der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA), an die rund 350 Teilnehmer des diesjährigen VDI-Kongresses in Baden-Baden.
Zwar stünden deutsche Industrieunternehmen unbestritten gerade jetzt in den Zeiten der Krise vor großen Herausforderungen, um der internationalen Konkurrenz gewachsen zu sein, beziehungsweise stets besser zu sein, als die anderen; dennoch ist Bettenhausen überzeugt, dass dies den Unternehmen gelingen wird: „Der Maschinenbau ist nach wie vor weltweit an der Spitze, Bauingenieurwissen „Made in Germany" ist nicht nur in den WM-Stadien in Südafrika gefragt und das deutsche Automobil hat mittlerweile wieder Toyota & Co in allen Pannenstatistiken überholt."
Dr. Kurt D. Bettenhausen: „Die Betriebe haben in den vergangenen Monaten ihre Hausaufgaben gemacht. Und wenn uns die Emotionen nicht dazwischen funken, sind wir bald aus der Krise heraus.“
Auch die Zahlen sprechen laut Bettenhausen für sich: Mit 230.000 Arbeitsplätzen sei die Automatisierungsbranche ein Eckpfeiler der deutschen Wirtschaft. Jeden vierten Arbeitsplatz in der Elektroindustrie stellt die Automation. Deutsche Unternehmen haben weltweit einen Marktanteil von zwölf Prozent und sind zudem der größte Exporteur von elektrischer Automatisierungstechnik. „Allein diese Fakten zeigen die Bedeutung der Branche", so der GMA-Vorsitzende.
Dass Bettenhausen mit seiner positiven Einschätzung der aktuellen Lage nicht allein dasteht, unterstrichen zum einen die Diskussionen und Gespräche der Teilnehmer des „Networking-Events" in Baden-Baden,: Viele der versammelten Automatisierungstechnik-Anbieter dürften sich in den ersten Monaten dieses Jahres wieder über zweistellige Wachstumsraten freuen - nicht selten sogar von über 50 %! Zum anderen schürt auch die aktuelle Befragung unter mehr als 1000 Mitgliedern der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik den aufkeimenden Optimismus: So erwarten immerhin 57 % der Befragten eine positive Entwicklung in den nächsten beiden Jahren, weitere 36 % gehen immerhin von keiner weiteren Verschlechterung aus.
Auf die Frage, worin die größten Herausforderungen für die Mess- und Automatisierungstechnik bestehen, nannten über die Hälfte der Unternehmen (52 %) Fragen und Lösungen der Energieeffizienz (52 % der Nennungen), gefolgt von Schonung von Umwelt und Ressourcen (41 %). An dritter Stelle steht die Mensch-Maschine-Kommunikation und die Mikrosystemtechnik beziehungsweise die weitere Miniaturisierung.
Größter Wachstumsmarkt weltweit wird laut der Befragung in den nächsten drei Jahren China sein. Es folgen Indien sowie die Region Osteuropa. Eine weitere Erkenntnis: Noch ist der Anlagen- und Maschinenbau die wichtigste Anwenderbranche für die Regelungs- und Automatisierungstechnik, sagen 52 % aller Befragten. Zentral sind außerdem die Energietechnik und die Umwelttechnik. Anders bei der Fahrzeugtechnik: Hier sind die Erwartungen seit 2008 von über 50 % auf nur noch 37 % deutlich gesunken.











