Prozessinstrumentierung

Stefan Kuppinger,

Siemens konzentriert Produktion in Haguenau

Die Siemens-Division Industry Automation konzentriert die Fertigung von Komponenten für die Prozessindustrie am französischen Standort Haguenau. Künftig werden dort in einem 10.000 m² großen Fertigungsbereich auch magnetisch-induktive und Ultraschall-Durchflussmessgeräte gefertigt.

© Siemens

Mit der am 18. Juni eingeweihten 10.000 Quadratmeter großen Produktionserweiterung wird der Standort Haguenau bis Ende 2012 zum europäischen Mechatronik-Fertigungszentrum für Prozess-Instrumentierung und -Analytik ausgebaut. Die Gründe erläuterte Anton S. Huber, Geschäftsführer der Siemens-Division Industry Automation, auf einer Pressekonferenz in Haguenau: „Die Konzentration und Erweiterung unserer Produktionskompetenz in Haguenau ist ein wichtiger Schritt für unsere weltweite Wachstumsstrategie in der Prozess-Instrumentierung und -Analytik." Als weitere Grunde nannte er die Nähe zum europäischen Markt und dem F+E-Zentrum in Karlsruhe sowie die notwendigen Kapazitätserweiterungen. Dazu Hans-Georg Kumpfmüller, Geschäftsführer des Geschäftsbereiches Sensors& Communication: „Seit 1999 hat sich der Umsatz von Siemens im Bereich Instrumentierung und Analytik vervierfacht - nicht nur durch Übernahmen, sondern auch durch eigenes Wachstum."

 

Hans-Georg Kumpfmüller, Geschäftsführer des Geschäftsbereiches Sensors& Communication, Anton S. Huber, Geschäftsführer der Siemens-Division Industry Automation und Michael Bruns, Leiter Prozessautomation des Geschäftsbereiches Industrial Automation (v.l.n.r.).

Siemens fertigt in Haguenau bisher Stellungsregler, Druck- und Temperaturtransmitter sowie Prozess-Analytik wie Gasanalysatoren und Laserspektrometer für den weltweiten Markt. „Dieses Produktspektrum wird jetzt mit der Fertigung von Durchflussmessern erweitert", betont Kumpfmüller. Bis Ende 2012 investiert Siemens insgesamt elf Millionen Euro in die Produktionseinrichtungen, darunter in moderne Testanlagen sowie die Durchfluss-Kalibriereinrichtungen für Sensoren mit Nennweiten mit mehr als zwei Metern Durchmesser.

Parallel mit dem Anfahren der Produktion in Haguenau wird die bisherige Fertigung im britischen Standort Stonehouse zurückgebaut. Vom dänischen Siemens-Standort Nordborg wird die Produktion von Ultraschall-Sensoren verlagert. „Nordborg wird unser Competence-Center für Coriolis-Durchflussmessgeräte," erklärt Kumpfmüller. 

Allein die Kalibriereinrichtungen belegen über 1000 m2. Die Kalibrierstände sind für einen Bedarf von mehr als 100.000 Durchflussmessgeräten pro Jahr ausgelegt und können abhängig von deren Nennweite - von DN 2 bis zu DN 2000 - mehrere Durchflussmessgeräte gleichzeitig kalibrieren.

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Elf Millionen Euro investiert Siemens in die Produktions- und Kalibrieranlagen für magnetisch-induktive (MID) und Ultraschall-Durchflussmesser im französischen Haguenau.

© Siemens

Zwei Kalibrierverfahren stehen in Haguenau zur Verfügung: statisches Wiegen und Vergleichsmessung. Beim statischen Wiegen wird der Durchflussmesser über eine Präzisionswaage mit Bezug auf die SI-Einheiten kalibriert. Bei der Vergleichsmessung wird der Sensor mit mehreren Referenz-Durchflussmessgeräten verglichen.

In der Spezifikations- und Entwurfsphase wurde auf schlanke Prozesse geachtet, die eine sehr hohe Effizienz und Flexibilität der Kalibriereinrichtungen sicherstellen. Ein Beispiel hierfür ist die Optimierung der Konfiguration: Bislang sehr komplex und zeitaufwendig, weil die Messgeräte mit austauschbaren Teilen absolut korrekt ausgerichtet werden mussten, können auf der neuen Kalibrierstrecke bis zu fünf Messgeräte auf einer fahrbaren Konstruktion in Reihe montiert werden. Zusätzlich gibt es einige optimierte Schnellkalibrierstände, die jeweils für eine gängige Nennweite und einen Messgerätetyp ausgelegt sind.

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