Endress+Hauser
Marktanteile im Krisenjahr gewonnen
Die Schweizer Firmengruppe Endress+Hauser erreicht trotz eines markanten Umsatzrückgangs über sieben Prozent Umsatzrendite im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009.
2009 war das härteste Jahr in der mittlerweile 57-jährigen Geschichte von Endress+Hauser. „Nicht einmal während der Ölkrise in den 1970ern ist das Geschäft so tief und nachhaltig eingebrochen," macht Klaus Endress, Vorstandsvorsitzender, die Dramatik des vergangenen Geschäftsjahrs deutlich: Erstmals in der Geschichte des Unternehmens sank der Umsatz, von 1,2 Mrd. € auf knapp 1,1 Mrd. € (-9,5 %). Dennoch war die Schweizer Firmengruppe auch im vergangenen Jahr profitabel und erwirtschaftete noch einen Überschuss von 83 Mio. € vor beziehungsweise 59 Mio. € nach Steuern.
„Mit 7,6 Prozent Umsatzrendite haben wir die Krise besser gemeistert als viele unserer Wettbewerber," betont Endress und verweist nicht ohne Stolz auf eine andere wichtige Kennzahl: Die Zahl der Beschäftigten blieb fast unverändert bei weltweit 8419 - nur 15 (-0,2%) weniger als in 2008. Dazu Endress: „Möglichst alle sollen an Bord sein, wenn die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt."
Große Einbrüche verzeichnete der Messtechnik und Sensorspezialist in der chemischen Industrie, einer der für das Unternehmen bedeutendsten Branchen. „Der Umsatzverlust traf klassische Industrieländer wie die USA, Deutschland und Japan", sagt der leitende Geschäftsführer Michael Ziesemer. In Russland brach das Geschäft ein, erholte sich aber wie in China früh. „Dort erreichte der Umsatz wieder das Niveau von 2008. Alles in allem schlug sich Endress+Hauser besser als die restliche Prozessautomation, die um 16 Prozent schrumpfte.
Umsatzmarke von 2008 fällt frühestens 2011
„Wir haben Marktanteile gewonnen", betont Ziesemer, der den Erfolg an verschiedenen Punkten festmacht: Die strategische Entscheidung neben der eigentlichen Instrumentierung auch Dienstleistungen wie Kalibrierservice und Automatisierungslösungen anzubieten. Auch die erarbeitete Kompetenz in der Feldgeräteintegration in Leitsysteme gebe laut Ziesemer immer häufiger den Ausschlag bei Aufträgen.
„Das enorme Wachstum zwischen 2004 und 2008 wird es in den nächsten Jahren aber nicht mehr geben", erklärt Ziesemer, der für Endress+Hauser mit einem mittleren Wachstum von jährlich sechs Prozent rechnet - 2 % weniger als bisher aber immer noch deutlich über den etwas 4 % Branchenwachstum.
Nach vier Monaten im laufenden Quartal liegt der Auftragseingang zweistellig über den Vorjahreszahlen und das Umsatzwachstum deutlich über den konservativ geplanten 5 %. China, Indien, Russland und der Nahe Osten wachsen dynamisch, Asien und die USA entwickeln sich sehr gut. Hält diese Entwicklung an, sind bis zu 10 % Wachstum auf Basis von 2008 möglich. „Aber selbst dann schaffen wir das Umsatzniveau von 2008 nicht in 2010", betont Endress.









