National Instruments

Stefan Kuppinger,

Erweiterungschassis für Messtechnikmodule vorgestellt

Mit PAC – den Programmable Automation Controllern – fing 2004 alles an: Seitdem schließt National Instruments sukzessive die Lücke zwischen der Mess- und Automatisierungstechnik. Auf dem 13. Technologie- und Anwenderkongress „Virtuelle Instrumente in der Praxis“ wurde das besonders deutlich.

Auf der Veranstaltung Anfang Oktober informierten sich insgesamt 630 Teilnehmer über die Trends und Neuheiten rund um die Messtechnik - und verstärkt über die Automatisierungstechnik. Die Themen der Technologie- und Anwendervorträge reichten von der klassischen Mess- und Prüftechnik über dynamisches Testen bis hin zu Strategien für effiziente Testdatenspeicherung, -verwaltung und -auswertung. Daneben bot die Veranstaltung sieben Technologieforen, unter anderem zu den Themen Mechatronik, FPGAs im Einsatz sowie Embedded- und Multicoreprogrammierung.

Technischer Direktor Rahman Jamal mit der Standard- und Embedded-Variante (rechts) des Compact-RIOs, die jetzt auch über Ethercat – und damit deterministisch – erweiterbar sind.

Die Neuheiten von National Instruments, deren weltweiter Launch traditionell auf der NI-Week in Austin, Texas, Anfang August erfolgte (siehe auch Computer& AUTOMATION 2008, H. 9, S. 20), stellte Rahman Jamal, Technical Director Central Europe, in seiner Keynote vor: etwa eine Embedded-Version der Compact- RIO-Controller und Wireless-Adapter zur Aufnahme von Messmodulen sowie einen Signalanalysator und -generator mit 6,6 GHz Bandbreite. Anhand von Live- Demonstrationen wurden neueste Technologietrends und -ideen rund um das grafische Systemdesign vorgestellt.

Als ‚echte‘ Neuheit stellte Jamal ein dezentrales Erweiterungs-Chassis (NI 9144) für Messtechnik-Module (C-Module) vor. „Wir launchen das Produkt bewusst in Deutschland - dem Markt, der die Benchmarks in der Automation setzt", so Jamal. Die Remote-I/Os kommunizieren auf Basis des Ethercat-Protokolls der Ethercat Technology Group - und damit deterministisch im Mikrosekundenbereich. Bislang wurden die Compact-RIO-Erweiterungen über Standard-Ethernet vernetzt. Die Chassis sind für Anwender konzipiert, die labview-basierende Steuer- und Regelungssysteme mit vielen Kanälen und hohen Anforderungen an den Jitter wie auch an die Messgenauigkeit stellen.

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Mit minimaler Konfiguration einsatzbereit

Die Betonung liegt auf labview-basierend: Die Remote-I/Os funktionieren nur in Verbindung mit PXI- und Compact-RIO-Controllern und der Labview-Software. Dazu Jamal: „Wir nutzen Ethercat ausschließlich als unseren Systembus." Umgekehrt können Standard-I/Os und Peripheriegeräte über eine Profibus-DP-Anschaltung integriert werden. Ein passendes Master/Slave-Modul (cRIO-PB) wurde von der Firma Comsoft auf den VIPTagen vorgestellt. Das Modul unterstützt zyklische DPV0-Master-Dienste für den schnellen Austausch von I/O-Daten sowie azyklische DPV1-Master-Dienste für Konfigurations- und Diagnosezwecke. Als DP-Slave konfiguriert, lassen sich die Compact-RIOs in Profibus-DP-Netzwerke einbinden. Das Remote-I/O hat Platz für bis zu acht Messmodule, die mit über 30 Varianten ein breites Spektrum an Analog- und Digital-I/Os abdecken. Über die zwei Ethernet-Ports können mehrere Modulträger in einer Bus-Topologie (Daisy-Chain) vernetzt werden, wobei die Entfernung zwischen zwei Einheiten bis zu 100 m betragen darf.

Das Chassis erfordert nur minimale Konfigurationen, da die Programmierumgebung (Labview-Real-Time-Module 8.6) automatisch alle angeschlossenen Slaves und C-Module erkennt. Das Tool ermöglicht mittels der per Maus verschiebbaren I/O-Variablen einen einfachen Zugriff auf die physikalischen Kanäle. Darüber hinaus stehen mit Live- Testpanel und I/O-Forcing typische Funktionen für die Inbetriebnahme und Fehlersuche zur Verfügung, wie sie Automatisierer von ihren Programmiersystemen her kennen. Und mit Integration der Funktionsbausteinsprache nach IEC-61131-3 in die aktuelle Labview-Version geht National Instruments einen weiteren großen Schritt in Richtung Automation.

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