Analyse-Messtechnik

Stefan Kuppinger,

Die Plattform-Strategie von Endress+Hauser

Mit einer modularen Transmitter-Generation und einer Reihe neuer Analyse-Sensoren forciert Endress+Hauser Conducta ihr Engagement im Bereich Wasser/Abwassertechnik und Analysemesstechnik.

Liquiline M heißt die ab dem ersten Quartal 2010 lieferbare Transmitterplattform, mit der die auf Analysetechnik spezialisierte Endress+Hauser Conducta in Gerlingen ein strategisches Problem für Sensorhersteller löst: Bislang ist für jedes analytische Messverfahren ein eigens dafür ausgelegter Transmitter notwendig. In Kombination mit jeder neuen Sensortechnologien, resultiert daraus eine nur aufwendig und teuer zu pflegende Produktmatrix.

„Mit dem modularen Multiparameter-Transmitter Liquiline M durchbrechen wir diese Kostenspirale und Abhängigkeit," betont Marketing Direktor Dr. Thomas Steckenreiter, nicht ohne die wichtigste Voraussetzung dafür zu nennen: die Digitalisierung der Messwerte im Sensorkopf mittels der 2004 vorgestellten Memosens-Technologie. 

Als einziger 4-Draht-Transmitter auf dem Markt der Analysemesstechnik kann das Liquiline M CM442 bis zu acht verschiedene Parameter messen: pH (Glas-, ISFET- und Keramik-Technologie) Redox, konduktive und induktive Leitfähigkeit, Trübung, Nitrat, gelösten Sauerstoff, Chlor und SAK (spektraler Absorptionskoeffizient). Künftig erweitert wird dieses Portfolio um ionenselektive Elektroden (ISE), mit der gleichzeitig Ammonium, Nitrat und pH bestimmt werden.

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Im ersten Schritt sind zwei Sensoren in beliebiger Kombination anschließbar, im späteren Vollausbau bis zu acht. So können Anwender ihre Messstellen mit weniger Messumformern betreiben und den Wartungsaufwand deutlich verringern. Einen weiteren Ausbau in Richtung Standard-I/Os schließt Steckenreiter nicht aus. „Unsere Plattform eignet sich durchaus zur Automatisierung kleiner autarker Analgenteile im Bereich Wasser/Abwasser." Als Einstieg in den Markt für Kompakt-Leitsysteme will Steckenreiter die Entwicklung aber nicht verstanden Wissen.

Ebenso in Planung sind Hutschienen-Varianten, die direkt in Schaltschränke montiert werden. „Das Display kann dann entweder komplett entfallen oder ist, über ein Standard-Ethernet-Kabel mit dem Controller verbunden, abgesetzt in der Schaltschranktür montierbar," so Steckenreiter. Die Web-basierte Bedienung ermöglicht zudem den Remote-Zugriff auf die Transmitter. Bei Parametrierungsproblemen können sich die E+H-Experten dann in die Anlage einloggen und Optimierungen vornehmen. 

Im ersten Schritt sind Module verfügbar, die jeweils zwei Memosens-Eingänge für digitale Sensoren, SD-Slot, Alarmrelais und zwei Stromausgänge kombinieren. Ein weiteres Modul bietet zusätzlich je zwei Relaisausgänge für die Ansteuerung von Reinigungsdüsen oder Leistungsschützen. Über zwei Analogausgänge können weitere Messwerte wie Temperatur oder der Rohmesswert an das Prozessleitsystem ausgegeben werden. Die Kommunikation mit der übergeordneten Leittechnik erfolgt momentan über Modbus/TCP. Im Endausbau stehen bis zu acht Memosens-Eingänge, ebenso viele Relais und Stromausgänge sowie Busanschaltungen (Profibus-PA und -DP, Foundation Fieldbus) WLAN und GPRS zur Verfügung.

 

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