Industrie-PC

Stefan Kuppinger,

„Unsere Strategie geht auf“

Im Rahmen eines Management-Buy-Out steht der „Embedded-Convienience–Anbieter“ Beck IPC seit dem Frühjahr auf eigenen Beinen. Die Redaktion sprach mit der Vertriebs- und Marketing-Leiterin Sabine Neehoff über die Neuausrichtung des Unternehmens.

Frau Neehoff, das Management-Buy-Out fiel mitten in die Talfahrt der Maschinenbauer und Automatisierungsanbieter - ihr wichtigsten Klientel. Eine denkbar ungünstige Ausgangssituation für einen Firmen-Restart.

Neehoff: Maschinenbau und Automatisierung sind für uns wichtige Branchen. Aber Beck IPC ist wesentlich breiter und weitgehend branchenunabhängig aufgestellt. Wir konnten interessante Projekte gewinnen, mussten aber auch leichte Umsatzrückgänge verschmerzen. Unterm Strich bin ich mit der aktuellen Situation trotzdem sehr zufrieden. Speziell der Bereich Entwicklungsdienstleistung hat sich sehr positiv entwickelt. Hier profitieren wir davon, dass immer mehr Branchen auch außerhalb der klassischen Automatisierungswelt auf neue Technologien, vorwiegend im Bereich Kommunikation, setzen.

Wie ist das Unternehmen jetzt aufgestellt?

Neehoff: Neben den beiden Geschäftsfeldern IPC@Chip und Entwicklungsdienstleistung bringen wir mit com.beck eine neue Produktlinie auf den Markt - ein Spektrum an Basistechnologien für Kommunikationslösungen in mehreren Gerätetypen integriert. Die neue Produktlinie ist allerdings beiden Bereichen zuzuordnen.

Ist der Markt für Gateway-Lösungen nicht schon längst besetzt?

Neehoff: Keine Frage, hier gibt es viele. Wir bieten aber eine Lösung, die erstmals Telemetrie mit Fernwirktechnik kombiniert. Die Produktfamilie ist ausgerichtet für den Bereich Fernkommunikation in Verbindung mit Steuern und Visualisieren. Ergänzend dazu bauen wir ein Internet-Portal zur weltweiten Datenbereitstellung auf.

Auf welche Technologien konzentrieren sie sich?

Neehoff: Der IPC@Chip bietet mit seinem TCP/IP-Stack die ideale Basis für eine Kommunikation per Internet. Zusätzlich stehen Erweiterungen zur Verfügung, beispielsweise Bluetooth, WLAN, Mobilfunk sowie Grafik-Erweiterungen für Touchdisplays und SPS-Funktionen. Auf dieses Grundgerüst stellt Beck zwei wichtige technologische Säulen - ein Internet-Portal zur Datenaufbereitung und das Fernwirk-Protokoll IEC 61850, dessen Bedeutung stetig steigt - Stichwort Windkraftanlagen und Solarfarmen.

Treten sie mit com.beck nicht in Konkurrenz zu Kunden?

Neehoff: Nein, mit der neuen Produktlinie sorgen wir dafür, dass unsere Kunden noch schneller zu Ihren Lösungen kommen.

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Fernwirken/Fernwartung - Web-Portal inklusive

Das abgestufte Geräteprogramm ermöglicht individuelle Implementierungen in vorhandene Automatisierungsstrukturen.

Ein Modem oder ein Ethernet-Port allein macht noch keine Fernwirk-/Fernwartungslösung. Entscheidend sind die bereitgestellten Funktionen. Daher hat die Firma Beck neben den vier Geräten com.tom-basic, -wireless, -radio und -graphic ein Internet-Portal zur Datenbereitstellung aufgebaut.

Die Telecontrol-Lösung com.tom-basic wurde für Umgebungen mit vorhandener WLAN-Anbindung und bestehender Steuerung konzipiert. Die Kommunikation mit dem Web-Portal erfolgt hier via Ethernet und der vorhandenen Netzwerkstruktur. Prozessseitig wird über eine serielle Schnittstelle oder direkt über digitale Ein-/Ausgänge kommuniziert. Letztere können über einen MikroPLC-Editor auf dem Web-Server mit einfachen SPS-Funktionen miteinander verknüpft werden.

Die gleichen Funktionen unterstützt auch die drahtlose Variante (wireless). Stehen weder LAN noch WLAN zur Verfügung, bleibt nur noch Mobilfunk (radio) übrig - bei weit verteilten Systemen oft der einfachste Weg. Die „radio"-Version unterstützt zusätzlich CANopen und die Programmierung mittels IEC 61131-3 (Codesys der Firma 3S). Mit der Komplettlösung com.tom-graphic lassen sich auch Daten oder Betriebszustände vor Ort darstellen und mit der SPS kombinieren. Die Visualisierung wird über Codesys programmiert oder über das grafische Entwicklungstool SpiderControl.

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