Moxa
Näher an der Embedded-Szene
Mit rund 80.000 Systementwicklern hat der deutsche Markt für die Anbieter von Embedded-Computern eine zentrale Bedeutung. Moxa verstärkt deshalb den den Geschäftsbereich Systems in München. Dazu befragte die Redaktion den Europa-Geschäftsführer Justin Kao.
Justin Kao, General Manager Moxa Europe: „Da in Deutschland die Benchmarks für Embedded-Computer und Industrie-PCs gesetzt werden, verlagern wir die Europa-Verantwortung für diesen Geschäftsbereich nach München“.
Herr Kao, wann greift die Umstrukturierung des Geschäftsbereichs Moxa Systems?
Kao: Anfang 2009 geht es los. Das globale Produktmanagement für den Unternehmensbereich Systems bleibt zwar im Headquarter in Taiwan, jedoch können wir über die neue Struktur das Produktmanagement und die Entwicklung beeinflussen. Um die Projekte und Anforderungen unserer Kunden besser kennen zu lernen, bauen wir jetzt die notwendigen Ressourcen im Bereich Business-Development, Produktmanagement und Produktmarketing, Applikations-Entwicklung sowie Support in München aus. Parallel dazu haben wir in Taiwan ein Consulting-Service-Center geschaffen, das die Rückmeldungen aus Europa und den anderen Regionen aufnimmt. Es ist aber nicht ausgeschlossen, auch die Produktentwicklung lokal anzusiedeln.
In Europa kämpft Moxa gegen internationale Konkurrenz. Wie differenzieren sie sich gegen die Embedded-Platzhirsche?
Kao: Der Embedded-Markt bietet genügend Wachstumschancen. Allein in Deutschland erzielt die verarbeitende Industrie rund 80 % ihrer Wertschöpfung mit Produkten, die Embedded-Systeme enthalten. In der Unterhaltungselektronik entfallen inzwischen 60 % der Produktkosten auf Embedded-Systeme. Zudem werden über 50 % aller Projekte nicht termingerecht abgeschlossen; der durchschnittliche Verzug liegt bei über 4 Monaten. Und jeder zweite Entwickler befürchtet, sein Projekt nicht pünktlich fertig zu stellen. An diesen Schwachstellen setzen wir mit unserer Strategie an: Die größere Kundennähe deckt die Bedürfnisse auf, die Moxa durch das stärkere Customizing besser und schneller in Lösungen umsetzen kann.
Neue Strategien - kürzere Projektlaufzeiten
Allein die Kundennähe soll es richten?
Kao: Nein, die neue Struktur ist nur ein Aspekt. Mit der Rcore-Strategie wollen wir die Kosten für die Softwareentwicklung reduzieren und die Projekt-Laufzeiten insgesamt verkürzen, das heißt die Application-Time to Market. Die Basis bilden die x86- und RISC-basierender Embedded-PCs inklusive vorinstallierter Betriebssysteme umfangreicher Middleware wie Security, Web-Services, Firewall und VPN sowie Programmbeispiele. Außerdem wird Moxa einerseits Produktlinien mit neuen CPU-Architekturen und erweiterten Betriebstemperaturen komplettieren und andererseits erweitern, beispielsweise um Hutschienen-PCs und Panel-PCs sowie Lösungen für vertikale Märkte wie die Solarenergie und für maritime Anwendungen.
Wo wollen Sie in einigen Jahren stehen?
Kao: Mit der Stärkung der lokalen Ressourcen und der Fokussierung der Teams in Taiwan auf die Unterstützung der Ländergesellschaften folgen wir dem Gedanken „think global, act local“. Als globales Unternehmen wollen wir wie bisher im zweistelligen Bereich wachsen. Dabei rücken die Ländergesellschaften in Europa, USA, Asia-Pacific und China stärker als zuvor in den Mittelpunkt. Unser Ziel für Europa ist es, die Industrien und vertikalen Märkte mit unseren vier Geschäftsbereichen Industrial Ethernet, Industrial Wireless, Connectivity und Embedded Computer noch stärker zu durchdringen.










