Embedded Computer

Stefan Kuppinger,

Kontron profitiert von Outsourcing-Welle

Die Kontron AG glänzt mit guten Zahlen im ersten Quartal 2009: 106,6 Mio. € Umsatz, 123 Mio. € Aufragseingang und Design-Wins in Höhe von 117 Mio. € stimmen den IPC-Spezialisten optimistisch.

Trotz der sich weiter verschärfenden Wirtschaftskrise kann die Firma Kontron ihren Wachstumskurs fortsetzen und erreicht mit einem Umsatz von 106,6 Mio. € ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum (105,9 Mio. €). Die gute Geschäftsentwicklung verdeutlichen auch die Auftragseingänge im ersten Quartal, die den Auftragsbestand auf 306,3 Mio. € anwachsen lassen (291,4 Mio. € zum Jahreswechsel). Insbesondere die Design-Wins, der wichtigste Indikator für das mittel- und langfristige Wachstum, konnten im ersten Quartal auf einen historischen Höchstwert von 117 Mio. € gesteigert werden – ein Plus von 56 %. Dieses starke Wachstum gegenüber 75,1 Mio. € im 1. Quartal 2008 bestätigt den in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zunehmenden Outsourcing-Trend zu Embedded-Computer-Spezialisten wie Kontron.

 

Die schwächelnden Branchen

Dabei registriert Kontron unterschiedliche Entwicklungen in den vertikalen Märkten. Rückgänge in den Bereichen Automation und Infotainment konnten durch eher konjunkturunabhängige Aufträge in den Bereichen Telekommunikation, Energie, Transportation und Government aufgefangen werden. So hat der weltweit agierende Embedded-Computer-Anbieter bereits zwei große Design-Wins großer internationaler Telekommunikationsausrüster gewonnen. Auch im Bereich Verkehrstechnik wurde ein Großauftrag akquiriert. Das operative Ergebnis (7 Mio. €) wie auch der Quartalsüberschuss von 4,9 Mio. € Euro lagen unter den Vorjahreswerten (8,7 Mio. € bzw. 6,8 Mio. €). Als Ursache nennt Kontron die im Zuge der Rezession schneller und intensiver als ursprünglich geplante Umsetzung des Profit Improvement-Programms und dessen Umstrukturierungskosten. Ausgewirkt haben sich insbesondere die vorgezogenen Maßnahmen zur weiteren Produktionsverlagerung von Amerika und Europa an den kostengünstigeren Standort in Malaysia. Dort erfolgen bereits 60 % der Basisproduktion. Mittel- und langfristig werden sich diese Investitionen allerdings positiv auf die Ergebnissituation auswirken.

 

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Geht Kontron auf Einkaufstour?

Mit einem operativen Cash-Flow von 10,1 Mio. € (Vorjahreszeitraum: -5,3 Mio. €), einem von 54,2 Mio € auf 58,8 Mio. € gewachsenen Bestand und knapp 13 Mio. € (11,7 Mio. €) Bankverbindlichkeiten verfügt Kontron über eine solide Finanz- und Vermögenslage. Die Liquidität lässt darüber hinaus Spielraum für aktionärsorientierte Maßnahmen wie auch für mögliche „Lucky-Buys“. Der Vorstand geht auch in den nächsten Monaten von einem schwierigen Umfeld aus, insbesondere in den Bereichen Infotainment und Automation. Auf der anderen Seite erweisen sich die Bereiche Telekommunikation, Medizintechnik und Infrastruktur-Projekte als sehr stabil mit möglichem Wachstumspotenzial.

 

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