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Artikel und Hintergründe zum Thema

Systemsoftware

Intel verkauft Wind River an Finanzinvestor

Wind River wird von der Investmentfirma TPG Capital übernommen. Der Betriebssystem- und Software-Hersteller hofft, so wieder unabhängiger agieren zu können.

Mit einem neuen Markenauftritt präsentierte sich Wind River auf der embedded world 2015. 2018 war Wind River dort nicht mehr mit eigenem Stand vertreten.

© Uwe Niklas – WEKA Fachmedien

In den fast 40 Jahren seines Bestehens hat Wind River sich vom Hersteller eines Echtzeit-Kernels zu einem umfangreichen Software-Dienstleister für industrielle Gerätesoftware entwickelt. Vom Betriebssystem ‘VxWorks’ gibt es Varianten für Luftfahrt und Militär und mit dem Boom der Telekommunikationsmärkte um die Jahrtausendwende begann Wind River eine eigene Linux-Distribution aufzubauen und zu pflegen. Daneben kamen Entwicklungsumebung, Compiler, Debugger und andere Tools – auch durch die Akquisition anderer Software-Anbieter – hinzu.

Von Intel gab es nur einen relativ nichtssagenden Kommentar zu der Übernahme: “Dieser Schritt soll unseren Fokus auf Wachstumsmöglichkeiten schärfen, die sich an Intels datenzentrischer Strategie orientieren”, sagte Tom Lantzsch, Senior Vice President und General Manager der Internet of Things Group bei Intel, und er vergisst nicht, hinzuzufügen, dass “Wind River ein wichtiger Ökosystempartner” für Intel bleiben soll.

Die Pressemitteilung von Wind River enthält weitere Zitate von TPG und Wind-River-CEO Jim Douglas, in denen das Wort “unabhängig” wohl den Schlüssel für das Verständnis dieser Übernahme liefern dürfte. Denn immer wieder gab es Kritik und Zweiflel, ob Wind River als Teil von Intel die Weiterentwicklung seiner Software für andere Architekturen wohl genauso priorisieren würde.

Nehal Raj, Partner und Head of Technology bei TPG sagt: “Wir freuen uns über die Aussichten für Wind River als unabhängiges Unternehmen” und Jim Douglas lässt sich zitieren mit: “Diese Akquisition wird Wind River als einen führenden unabhängigen Softwareanbieter etablieren...”. Es geht also offensichtlich darum, Wind River wieder unabhängig von Intel zu machen. Außerdem erhofft sich Douglas von TPG die Flexibilität und die finanzielle Ressourcen für weiteres Wachstum. Aus technologischer Sicht war es um Wind River in den letzten Jahren recht ruhig geworden – trotz des IoT-Booms mit seinen vielen Herausforderungen an die Software. Nehal Raj sagt: “Wir wollen mit Investitionen in organisches und anorganisches Wachstum auf dem starken Fundament des Unternehmens aufbauen.”

Jim Douglas und sein bestehendes Management-Team werden nach Abschluss der Transaktion, der voraussichtlich im zweiten Quartal 2018 erfolgen soll, das unabhängige Wind River weiterführen.

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