Beck IPC

Stefan Kuppinger,

Eigentümerwechsel: Klare Verhältnisse

Im Juli 2008 kündigte die Festo AG den Verkauf ihrer Firmentochter Beck-IPC an. Im Rahmen eines Management-Buy-Out hat das Unternehmen mit Markus Stelzmann und Thomas Schumacher nun zwei neue Eigentümer.

Herr Schumacher, der Verkauf von Beck-IPC sollte ursprünglich bis Ende 2008 komplett abgewickelt sein. Wie steht es damit?

 

Schumacher: Im letzten Jahr haben wir gemeinsam mit Festo versucht, ein Unternehmen zu finden, das – wie bisher Festo – künftig die Rolle als Muttergesellschaft und Auftraggeber übernimmt. Nachdem bis zum Herbst kein solcher Interessent gefunden werden konnte, haben wir im November beschlossen, die Kernbereiche von Beck im Rahmen eines Management-Buy-Out weiterzuführen. Diese Option bestand von Anfang an, wurde von Festo jedoch nicht als erste Möglichkeit favorisiert. Das MBO versetzt uns jetzt in die Lage, das Unternehmen und seine Technologien künftig unabhängig von einem Mutterkonzern auf die Belange unserer Kunden hin zu entwickeln. Vor allem die strukturellen Vorteile als eigenständige Firma Beck-IPC geben uns erheblich mehr Flexibilität sowie deutliche Kostenvorteile.

 

Wie ist der aktuelle Status der Umstrukturierung?

 

Schumacher: Stand heute sind wir mit den meisten Bereichen wie Organisation und IT-Umstellung soweit fertig. Parallel dazu haben wir alle vertragsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen und die Gesellschafteranteile übertragen. Damit ist der Verkauf abgeschlossen, abgesehen von einigen kleineren Restarbeiten.

 

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Thomas Schumacher, Geschäftsführer bei Beck IPC: „Festo bleibt auch nach dem Management-Buy-Out ein wichtiger Kunde für uns.“

Experten und Beratungsunternehmen attestieren ihrem Geschäftsmodell ein großes Potenzial. Weshalb trennt sich Festo überhaupt von Beck-IPC?

 

Schumacher: Wie in einem solchen Verkaufsprozess üblich, wurde Beck in der Tat seitens McKinsey analysiert und bewertet – mit einem für Markus Stelzmann und mich nicht überraschenden Ergebnis. Unser Unternehmen hat eine hohe Akzeptanz am Markt und eine solide Geschäftsgrundlage. Mit der IPC@Chip-Reihe und den dazugehörigen Add-Ons bietet Beck eine Plattform, auf der unsere Kunden annähernd alles entwickeln können – mit einem geringen Entwicklungsrisiko und geringen Entwicklungskosten sowie einer kurzen Time-to-market. Für Festo war die Trennung eine strategische Entscheidung. Bei den großen Stückzahlen braucht Festo auf die einzelnen Produkte hin optimierte Lösungen. Das erfordert im Sinne der Wertschöpfung und aus Kostensicht eigene Entwicklungsabteilungen vor Ort in Esslingen. Beide Geschäftsmodelle waren somit nicht mehr sinnvoll zu kombinieren.

Damit verliert ihr Unternehmen langfristig wohl den wichtigsten Kunden?

Schumacher: Überhaupt nicht! Festo ist und bleibt ein wichtiger Kunde. Nur die Dimension der Zusammenarbeit als strategischer Partner ist beendet. Wir wollen uns als Beck-IPC künftig auch nicht mehr den einen, wichtigsten Kunden leisten. In diesem Sinne bauen wir unseren Kundenstamm sehr diversitär aus. Das bezieht sich sowohl auf Branchen als auch auf die Umsatzanteile einzelner Unternehmen.

 

Welche Konsequenzen hat die Strategie von Festo auf ihre Umsätze und damit auf die eigene Unternehmensstruktur?

 

Schumacher: Das IPC@Chip-Geschäft wächst seit seiner Gründung im Jahr 2001 stetig. Aufgrund unserer Kundenstruktur als auch wegen unserer Produkt-Eigenschaften – geringste Entwicklungskosten bei höchster Funktionalität – schauen wir sehr zuversichtlich in die Zukunft. Den Geschäftsteil, der ausschließlich für unseren Mutterkonzern zuständig war, haben wir teilweise in die anderen Bereiche integriert beziehungsweise sozialverträglich abgegeben.

 

Wie sehen ihre nächsten Schritte aus?

 

Schumacher: Wir verfolgen unsere erfolgreiche Geschäftsidee weiter und bauen die Plattform an IPC@Chips aus. Die Controller- Familie stellt einen einfachen Zugang zur Embedded-Technologie bereit und zeichnet sich durch ihre geprüften und erprobten Komponenten aus. Über diese Kernprodukte hinaus werden wir die Entwicklungsdienstleistung künftig stärker als bisher forcieren. Zielgruppe sind Unternehmen ohne eigene oder mit geringen Entwicklungsressourcen.

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