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Artikel und Hintergründe zum Thema

3 Fragen an … Microsoft

Andrea Gillhuber | Andrea Gillhuber,

»Edge Computing ist letztlich die Cloud«

Ist Edge Computing ohne Cloud sinnvoll? Wolfgang Leindecker von Microsoft Österreich zeigt, wie sich die Technologien gewinnbringend verbinden lassen.

Wolfgang Leindecker, Microsoft

© Microsoft

Als Leiter des Lösungsvertriebs und Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Österreich begleitet Wolfgang Leindecker österreichische Unternehmen bei der Entwicklung hin zu Gewinnern des digitalen Wandels. Vor seinem Wechsel war er Vorstandsvorsitzender von TTTech Industrial. In dieser Position hat er die weltweite Standardisierung von OPC UA over TSN sowie die Verbreitung von Edge Computing im Bereich Manufacturing mit vorangetrieben und war unter anderem Aufsichtsrat eines Start-ups im Silicon Valley.

Durch das Industrial Internet of Things fallen immer mehr Daten an, die es zu bewältigen gilt. Es gilt, dieser Datenkomplexität Herr zu werden. Welche Rolle spielt dabei Edge Computing?

Leindecker: Edge Computing ist der entscheidende Faktor, der es ermöglicht, die rasant steigenden Datenmengen und insbesondere die Anforderungen an Echtzeit-Manipulation dieser Daten zu bewältigen.

Wobei Edge nicht als Solitär funktioniert, sondern nur nahtlos eingebunden und als logische Erweiterung der Cloud die volle Funktionalität entfaltet. Edge Computing ist letztlich die Cloud, erweitert um lokal verteilte Rechenpower.

An der Edge werden Sensordaten vorausgewählt, Softwareapplikationen abgearbeitet oder gar KI-Berechnung durchgeführt. Was sollten Anwender in Bezug auf die Edge-Software-Landschaft beherzigen? Welche Technologien sollen/müssen unbedingt berücksichtigt werden

Leindecker: Die Software-Umgebung am Edge muss im Wesentlichen folgende Kriterien erfüllen:

  • Vollständige „remote Orchestration“: jegliche Software am Edge muss von einer zentralen Instanz aus vollständig erstinstalliert (als Container oder auch als vollständige virtuelle Maschine), aktualisiert und parametrisiert werden können. Dies gilt auch für Edge Betriebssysteme.
  • Echtzeitfähiges Handling von gewaltigen Datenströmen mit offenen Schnittstellen in die Maschinenwelt auf der einen Seite und die Cloud auf der anderen Seite sowie die lokale Zwischenspeicherung dieser Daten.
  • Tief integrierte, umfassende Security-Funktionen die einem Gesamtkonzept unterliegen – „Security by Design“. Ohne Security ist die Edge Computing-Technologie unbrauchbar.

Microsoft bietet hierfür eine umfassende Suite an Software-Bausteinen sowie integrierte Partner-Lösungen mit z.B. Azure IoT Edge, Azure Defender for IoT bis hin zu einem holistischen Security-Ansatz mit Azure Sentinel, wo Anomalien detektiert und gleich auch automatisierte Reaktionen ermöglicht werden.

Mit den Aufgaben wachsen die Anforderungen an die Hardware. Auf was sollten Anwender bei der Auswahl der passenden Edge-Computing-Hardware achten?

Leindecker: Die Hardware am Edge muss ausreichend Rechenpower und Arbeitsspeicher zur Verfügung stellen, um eine Reihe von Anwendungen in virtualisierter Form nebeneinander ausführen zu können, ohne dass sich diese gegenseitig beeinträchtigen. Moderne Industrie-PCs am Markt erfüllen typischerweise diese Anforderungen ohne Probleme.

Darüber hinaus sind Umgebungsvariablen wie zulässige Temperatur-Bereiche, Staub- und Vibrationsschutz zu beachten.

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