embedded world 2012
Die Highlights
Letztes Jahr standen COM-Boards mit AMDs damals neuester CPU-Generation Fusion und Intels Multi-Chip-Lösung, eine Kombination von Atom-Prozessor und FPGA, im Mittelpunkt. Dieses Jahr liegt der Fokus auf ARM-CPUs.
Bereits im November kündigten Kontron, MSC und Congatec auf der SPS/IPC/Drives an, die ARM-Architektur zu unterstützen beziehungsweise zeigten bereits erste Implementierungen von Computer-on-Modules (COM) mit ARM-Prozessor an Bord. Auf der embedded world ist dieses Jahr nun mit ersten beziehungsweise weiteren Boards zu rechnen. Übrigens: COM-Boards auf Basis von ARM-Prozessoren gibt es bereits seit Jahren von einem Anbieter – TQ Components. Die Firma bekommt nun massive Konkurrenz.
Gleichzeitig läuten die Firmen mit ihren ARM-Aktivitäten eine neue Runde in der Definition von COM-Spezifikationen ein. Einmal mehr. Kontrons COM-Spezifikation erfuhr beispielsweise von Adlink bereits auf der SPS/IPC/Drives Unterstützung, während MSC und Congatec ihre Qseven-Produktfamilien um ARM-Prozessoren erweitern. Das Unternehmen TQ Components will sich bis zur embedded entscheiden, welche der Standardisierungsbestrebungen es mit eigenen COM-Modulen unterstützt.
Ein Highlight wäre es, wenn Microsoft auf der Embedded wider Erwarten doch noch Windows 8 embedded zeigen würde – vielleicht auf einem der neuen ARM-Boards? Windows 8 gilt als Brücke zwischen ARM und x86-Welt. Schließlich hat Microsoft angekündigt, dass Software, die für x86-Plattformen entwickelt wurde, unter Windows 8 auch auf ARM-Prozessoren laufen soll. Insidern zufolge ist das Beta-Programm von Windows 8 embedded gerade angelaufen.
ARM in Automation
Dass ARM-Prozessoren in der Automation längst angekommen sind, zeigt der Prozessor-Anbieter zusammen mit der OPC-Foundation in Halle 4, Stand 336, anhand einer M2M-Demo auf Basis der OPC Unified Architecture, die in verschiedenen Geräten implementiert ist. M2M (Machine-to-Machine) steht für den automatisierten Informationsaustausch zwischen Endgeräten, wie Maschinen, Automaten, Fahrzeugen und Containern, untereinander oder mit einer zentralen Leitstelle. In vielen Fällen stellt die durchgängige Kommunikation allerdings immer noch eine Herausforderung dar. „Der Hinweis auf die Verwendung von TCP, HTTP, WLAN, GSM oder GPRS im Gerät greift zu kurz“, betont Stefan Hoppe, President von OPC-Europe und nennt den Grund. „Das sind lediglich Transport-Layer, die noch keine durchgängige Interoperabilität bieten.“
Hoppe zeigt auf dem ARM-Stand, wie diverse ARM-basierte Komponenten, vom kleinen intelligenten Sensor über SPS-Controller bis zu HMI- und Remote-Control-Lösungen in Tablets und Smartphones, via OPC UA untereinander und bis zur Enterprise-Ebene kommunizieren. Von der Firma Embedded-Labs ist beispielsweise eine ARM-Coretex-M3-basierendes Modul zu sehen. Kleiner als ein Dollarschein ist eine weitere Hardwarelösung, die über Power-Over-Ethernet 20 GPIOs (General Purpose Input/Output) als Sensoren steuern kann. Die Plattform regelt beispielsweise in intelligenten Wasserhähnen den Durchfluss und die Temperatur.
Multitouch in Embedded-Geräten. Neben der Bedienfähigkeit mit Handschuhen kommt es auf das Design individueller Gesten an.
© InosoftDie Kategorie Steuerungen wird von dem SPS-Controller CX8091 mit 32-Bit ARM-CPU repräsentiert. Als OPC-UA-Server stellt der Controller nicht nur die eigenen SPS-Daten nach außen zur Verfügung. „Als erstes Produkt im Markt sammelt es als UA-Client zudem eigenständig die Daten der anderen UA-fähigen Sensoren ein“, betont Hoppe. Das HMI basiert auf einer leistungsstarken Cortex-A8-CPU. Den Fernzugriff ermöglicht ein Smartphone mit einem ARM-Cortex-A9-Dual-Core mit einer UA-basierenden Software-Lösung der Firma Unified Automation.
Ein Blickfang auf vielen Ständen wird Multitouch sein, nicht nur was die verschiedenen Eingabe-Technologien betrifft sondern auch die Programmierung individueller Gesten und deren Integration in die Applikationssoftware.












