Industrie-PC embedded

Stefan Kuppinger,

Der SPS-Bausatz

Der Trend zu PC-basierenden Steuerungen führt zwangsläufig zur Embedded-SPS. Der Panel- und Industrie-PC-Hersteller MSC Tuttlingen bietet dazu nun eine Embedded-Baureihe an. Produktmanager Roland Haag erläutert die Hintergründe.

Herr Haag, 'embedded' ist ein häufig strapaziertes Schlagwort. Wie definiert MSC Tuttlingen den Begriff?

Haag: Für uns bedeutet 'embedded' eine hinsichtlich der Aufgabenstellung genau angepasste Lösung in Hard- und Software, die sich klar von offenen, erweiterungsfähigen Lösungen abgegrenzt. Unsere Embedded-Plattform basiert auf COM-Express-Modulen mit einem Baseboard oder auf einem angepassten Singleboard-Computer.

Welchen Entwicklungen tragen sie mit ihrer Rechnergeneration Rechnung?

Haag: Mit der IPC-Marke Prime Cube stellen wir den Kunden und seine Applikation noch stärker in den Mittelpunkt. Wir folgen damit nicht blind einem Trend, sondern verfeinern das, was wir seit über 30 Jahren praktizieren - die Entwicklung individueller und zuverlässiger IPC-Lösungen.

Worin unterscheidet sich Ihr Angebot von dem Anfang des Jahres von MSC Stutensee vorgestellten SPS-Bausatz?

Haag: Die Kollegen aus Stutensee adressieren mit ihrem Bausatz eher Anwender mit eigenem Entwicklungs-Know-how und entsprechenden Ressourcen. Wir stellen Kunden dagegen ein auf ihre Anforderungen abgestimmtes, langzeitverfügbares Gesamtsystem zur Verfügung. Zudem übernehmen wir die Systemverantwortung und begleiten den Kunden über die gesamte Produktlebensdauer hinweg.

Welches Know-how ist anwenderseitig notwendig, um ihre Embedded-Steuerungen implementieren zu können?

Haag: Wir liefern zu allen Hardwarefunktionen die Treiber mit entsprechender API, um diese in eine Applikation einbinden zu können. Alternativ dazu integrieren wir die Treiber in standardisierte Softwarekomponenten. Der Maschinenbauer kann sich daher ganz auf sein anwendungsspezifisches Know-how konzentrieren.

Welche Zielapplikationen adressieren Sie mit der IPC-Reihe?

Haag: Aufgrund des modularen Aufbaus können wir mit nur drei Plattformen nahezu alle IPC-Anwendungen abdecken, von der einfachen HMI-Station über anspruchsvolle, echtzeitfähige Steuerungs- und Visualisierungsanwendungen bis hin zu Server-Applikation. In Verbindung mit dem ebenfalls neuen, rundum IP65-geschützten Anbausystem in Edelstahl wollen wir uns jetzt auch im anspruchsvollen Hygiene-Umfeld positionieren.

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Embedded-SPS – Premiere in Nürnberg

Die auf der SPS/IPC/Drives 2009 erstmals vorgestellte IPC-Marke Prime Cube umfasst eine speziell für kombinierte Steuerungs- und Visualisierungsanwendungen konzipierte Rechnerplattform. Als CPU-Kern kommen COM-Express-Module mit Celeron M 440 (1,86 GHz) oder Core-Duo-L2400-Prozessoren (2 x 1,66 GHz) zum Einsatz, die im MSC-Konzern entwickelt und produziert werden.

Das passende Base-Board hat MSC Tuttlingen anwendungsspezifisch mit Funktionen ergänzt. Dazu zählen Powerfail-Erkennung, nichtflüchtiger Speicher zur Sicherung des Betriebszustands (remanente Daten) sowie von außen bedienbare Reset- und Start-Stop-Schalter. Im SPS-Umfeld obligatorisch sind ebenso Schnittstellen für ein E/A-Erweiterungsmodul, ein CAN-Interface sowie ein PCI/PCIe-Steckplatz für Feldbus-Anschaltungen. Daneben verfügen die Systeme über drei Gigabit-Ethernet-Ports, wovon zwei echtzeitfähig sind und somit etwa Ethercat- oder Powerlink-Stacks unterstützen.

Betriebssystemseitig wurde Embedded-Linux mit Echtzeit-Kernel (OSADL) und Windows-Embedded-Standard auf die Plattform anpasst. Beide Betriebssysteme lassen sich auf einem System mit Zweikern-CPU auch parallel nutzen. Die Kommunikation zwischen beiden Betriebssystemen erfolgt dabei über einen Real-Time-Hypervisor mit Shared-Memory und Virtual-Network.

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