Embedded Industrie-PCs

Stefan Kuppinger,

CPU-Kürzel entschlüsselt

Kaum ein Hersteller von Embedded-Boards oder Panel-PCs, der nicht wenigstens ein Gerät mit Atom-CPU im Programm hat. Bei über 17 Varianten fällt die Differenzierung nicht leicht: Wer kennt schon alle Features, die sich hinter Hieroglyphen wie Z530PT, N270, US15WPT und ICH7M verstecken?

Michael Vierheilig von Intel: „Aufgrund der Performance/Kostenstruktur und seiner Schnittstellen wird der N270-Prozessor oft in Bediengeräten und Steuerungsplattformen eingesetzt.“

Allein für Netbooks, Nettops, Mobile-Internet-Devices und Consumer-Electronic gibt es Atom-CPUs in mehr als zehn Varianten. Für den Embedded-Bereich stehen weitere sieben Typen zur Verfügung. „Embedded heißt bei Intel mindestens sieben Jahre Liefergarantie und umfangreiche Betriebssystem- und Treiberverfügbarkeit", betont Sales-Manager Atom Michael Vierheilig, „von Microsoft Windows-Betriebssystemen über diverse Linux-Varianten bis hin zu Echtzeit-Betriebssystemen." Bei Prozessoren mit 1,3 GHz und 1,6 GHz Systemtakt ist zusätzlich Intels Virtualisierungstechnologie implementiert, so dass ein Echtzeit-Betriebssystem mit einem Standard-Betriebssytem auf der gleichen CPU betrieben werden kann.

Für besonders strom- und platzsparende, lüfterlose oder batteriebetriebene Designs eignen sich die Atom-Prozessoren Z510 und Z530. Bei einer Gehäusegröße von nur 13 mm x 14 mm und 1,1 GHz oder 1,6 GHz Taktfrequenz werden zusammen mit dem System-Controller-Hub (SCH) US15W nur 666 m<+>2<$> Fläche auf der Platine benötigt.

Die als Menlow-XL bekannte größere Baureihe Z5xxP(T) ist in der P-Variante im Standard-Temperaturbereich mit bis zu 1,6 GHz lieferbar und in der PT-Variante für einen erweiterten Temperaturbereich zwischen -40 und +85 °C ausgelegt, bei einem Systemtakt bis 1,33 GHz. Aufgrund der größeren Gehäuse bauen CPU-Kern und SCH rund dreimal so groß wie die Standard-Menlow-Baureihe. Der Vorteil: Die Komponenten sind leichter zu verarbeiten und robuster. Als typische Zielanwendungen nennt Vierheilig Automotive und härteste Industrie-Applikationen.

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Sämtliche I/O-Schnittstellen sowie das Memory-Interface, HD-Videobeschleuniger und der 2D/3D-Grafikbeschleuniger sind für beide Serien identisch und im System-Controller-Hub US15W/PT konzentriert. Der Schnittstellenumfang umfasst 18/24bit LVDS, SDVO, 2 x PCI-Express, PATA/IDE, 4 x HD-Audio, 8 x USB2.0, 3 x SDIO 1.1/MMC 4.0. Schnittstellen wie SATA oder Ethernet fehlen auf dem SCH, lassen sich mit externen Komponenten aber auf dem CPU-Board implementieren. Prozessor und SCH kommen mit 4,5 W Leistung aus.

Stehen die Systemkosten und ein PC-ähnlicher Schnittstellenumfang im Vordergrund, kommt der 1,6 GHz schnelle N270-Prozessor mit 82945GSE Graphics Memory Controller Hub und dem I/O-Controller-Hub ICH7-M zum Einsatz. „Im Automatisierungsumfeld ist der N270 das Arbeitspferd", so Vierheilig.

Auf rund 2174 mm² Gesamtchipfläche und einer Verlustleistung bis 10 W stehen zwei unabhängige Display-Schnittstellen für SDVO, VGA, Dual-Channel LVDS und analog TV zur Verfügung. Mit dem integrierten Grafikbeschleuniger (GMA950), 2 x SATA, 6 x PCI, 4 x 1 oder 1 x4 PCI-Express, 10/100MBit/s Ethernet, 8 x USB 2.0 und HD-Audio Interface eignet sich diese Plattform für Anwendungen mit größeren Displays und Erweiterungsbedarf via PCI-Steckplätze. HMI- und Bedienpanels sowie Steuerungen sind die klassischen Anwendungen im industriellen Umfeld, gefolgt von Gaming-Applikationen, in POS-Terminals oder im Digital-Signage-Umfeld.

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