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Artikel und Hintergründe zum Thema

embedded world 2019

Alles intelligent!

"Embedded Intelligence" war schon 1997 das Motto der Embedded-Konferenz und ist es jetzt wieder, allerdings unter ganz anderen Vorzeichen. Messe und Kongress sind im KI-Fieber.

© Frank Boxler | NürnbergMesse

“Embedded Intelligence” hieß der Kongress, den die Design&Elektronik im Jahr 1997 veranstaltete. Das Programm, das heute 16 Seiten DIN A4 umfasst, passte noch auf eine Doppelseite DIN A5. Aus heutiger Sicht ist es kaum zu glauben, dass 8-bit-Controller seinerzeit als “intelligent” galten. Intel hatte gerade seinen ‘Pentium MMX’ mit 133 bis 233 MHz vorgestellt und das Rennen um immer höhere Taktfrequenzen bei PC-Prozessoren war in vollem Gange.

Heute haben “kleine” Embedded-Controller mehr Rechenleistung als damalige PC-Boliden. Die großen Prozessor- und Mikrocontroller-Hersteller wie Intel, NXP, Renesas und ST haben jeweils eigene Software-Werkzeuge angekündigt, mit denen künstliche Intelligenz auf auch Mikrocontrollern ausgeführt werden kann. Während es in der Konsumindustrie zum Beispiel bei den Spracherkennungen Siri von Apple und Alexa von Amazon so funktioniert, dass die Daten in die Cloud gesendet und dort ausgewertet werden, geht es den Mikrocontroller-Herstellern darum, die Verarbeitung im Endgerät möglich zu machen. Das funktioniert so, dass trainierte neuronale Netze auf diese Geräte übertragen werden. Die Konvertierung des Codes besorgen die Software-Tools der Hersteller.

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Keynotes von Mathworks und ST

Mathworks-Fellow Jim Tung hält die Keynote des ersten Tages. Titel: “Developing Game-Changing Embedded Intelligence”.

© Mathworks

Was damit möglich ist, darauf geben die Keynotes des Jahres 2019 einen Ausblick. Am Dienstag, dem ersten Messetag, spricht Mathworks-Fellow Jim Tung zum Thema “Developing Game-Changing Embedded Intelligence”. Wenn Jim Tung nicht nur die Game-Changer benennt, sondern außerdem auf das Development zu sprechen kommt, dürfte es auch um die Herausforderungen gehen, vor denen Entwickler stehen. Sie müssen zahlreiche Entscheidungen treffen, bevor ein Gerät intelligent wird: Algorithmen, Prozessoren, Res-sourcenstandort, Architekturzuordnung, Kommunikation und mehr.

Die Keynote des zweiten Tages bestreitet Jean-Marc Chéry, CEO von STMicroelectronics. Sein Thema lautet: “Embedded Intelligence for the Next Wave of Smart Systems – Opportunities and Challenges on the Edge”. In seinem Vortrag geht es schwerpunktmäßig um die Endgeräte und wie sie sich in Zukunft verändern werden. Auch die Herausforderungen, die Vernetzung, Datenschutz und Security mit sich bringen, wird er wohl adressieren. Zu beiden Keynotes haben alle Messebesucher kostenfreien Zutritt.

KI braucht viel Know-how

Bei allen Erfolgsmeldungen könnte man den Eindruck gewinnen, man müsse jetzt nur noch ein neuronales Netz mit genügend Daten füttern, und schon optimiert es sich von selbst. Das wird es zweifellos auch tun, allerdings ist die Gefahr groß, dass es falsch trainiert wird und Dinge lernt, die überhaupt nicht beabsichtigt waren. Fachleute weisen darauf hin, dass es sehr viel Know-how erfordert, ein wirklich intelligentes System, das Entscheidungen mit guter Trefferquote herbeiführt, zu entwickeln. Dafür ist die embedded world Conference der Treffpunkt aller Fachleute, um dieses Wissen zu teilen und zu diskutieren.

Doch nicht nur KI drückt der embedded world Conference ihren Stempel auf. Die stetig steigende Leistung von Prozessoren und Mikrocontrollern lässt Software-Projekte immer größer und komplexer werden. Allein die Menge von sieben halbtägigen Sessions zum Thema Software-Engineering zeigt, vor welchen Herausforderungen Software-Entwickler stehen – und da sind Safety und Security noch nicht einmal mit eingeschlossen, die in eigenen Sessions behandelt werden.
Eine weiterer Trend vollzieht sich in der Bildverarbeitung: an die Stelle klobiger Kameras treten leistungsfähige Embedded-Vision-Systeme, die entweder direkt in die Kamera integriert sind oder sich als kompakter Rechner direkt in der Nähe des Bildsensors befinden. Aufgrund der fortschreitenden Integration findet die Bildverarbeitung über die klassische Anwendung in der industriellen Inspektion immer mehr Anwendungen: in Assistenzsystemen in Autos, der Landwirtschaft, in Medizin, Gebäuden, Security, Sport etc. Am ersten Konferenztag gibt es am Vormittag und Nachmittag je eine Session zum Thema Embedded Vision.

Open Source für die Hardware

“Embedded Intelligence” war schon 1997 der Titel der Konferenz. Damals passte das Programm noch auf zwei DIN-A5-Seiten.

© J. Kroll | Elektronik

Ein Hardware-Thema, das viel Schwung gewonnen hat, ist die RISC-V-Architektur. Diese offene Befehlssatzarchitektur schickt sich an, eine ernsthafte Alternative zu ARM zu werden. Sicherlich ist der Leistungsumfang von RISC-V nicht vergleichbar mit ausgewachsenen ARM-Prozessoren, aber im Low-End-Bereich sind bereits erste Mikrocontroller verfügbar. Wie es weitergehen könnte, welche Hard- und Software es gibt und wie sich RISC-V im Vergleich zu ARM schlägt, wird auf vielfältige Weise besprochen: am Dienstag in drei RISC-V-Sessions und am Mittwoch in einem RISC-V-Workshop sowie einer Podiumsdiskussion im Messeforum in Halle 3A – moderiert von Design&Elektronik-Chefredakteur Frank Riemenschneider.

Start-up Area: junge Firmen, frische Ideen

Schon in den vergangenen Jahren gab es einen vom BMWi geförderten Ausstellungsbereich mit ‘jungen innovativen Unternehmen’. Diesen Bereich gibt es auch weiterhin. Er heißt jetzt ‘Innovation made in Germany’. Die dort vertretenen Unternehmen waren in der Vergangenheit allerdings nicht immer “jung” sondern hatten teils schon einige Jahre hinter sich.

Die Messe hat jetzt zum ersten Mal auch eine dedizierte ‘Start-up Area’ eingerichtet, die offenbar auf gute Resonanz gestoßen ist. Die Start-up Area befindet sich in Halle 3A, in der sich auch das Messeforum befindet. Die Start-ups bekommen auf diesem Forum einen Slot und dürfen einen Vortrag halten. Bedingung für die Teilnahme war, dass die Firmen nicht länger als fünf Jahre existieren und höchstens 20 Mitarbeiter haben. Im Gegensatz zu ‘Innovation made in Germany’ dürfen dort die Start-ups auch aus dem Ausland kommen, müssen allerdings Neuaussteller sein.

Mehr Andrang, neue Hallen

embedded world 2019

26.–28. Februar 2019
Messe Nürnberg

Messeinfo und Eintrittskarten:
http://www.embedded-world.de

embedded world Conference
26.–28. Februar 2019

12 Classes, 2 Keynotes, 42 Sessions,
über 250 Vorträge
Keynote Jim Tung: Dienstag, 13:30 Uhr
Keynote Jean-Marc Chéry: Mittwoch, 13:30 Uhr

Programm und Anmeldung:
www.embedded-world.eu
Electronic Displays Conference

27.–28. Februar 2019
13 Sessions, 8 Keynotes, 40 Vorträge
Programm und Anmeldung:
http://www.electronic-displays.de

 

Die Halle 3A, in der sich Start-up Area und Messeforum befinden, ist eine der modernsten Hallen der Messe Nürnberg. Ebenfalls neu ist die noch größere Halle 3. Beide Hallen sind zum ersten Mal in die embedded world einbezogen und schaffen damit mehr Platz für Aussteller und Besucher. Außerdem zeichnen sich die neuen Hallen durch große, verschattbare Glasfronten und viel Tageslicht aus.

Ebenfalls in Halle 3A befinden sich die WEKA FACHMEDIEN, die dort unter anderem die Titel Elektronik, Computer&Automation, Design&Elektronik und Markt&Technik präsentieren.

Neu am Stand sind die gläserne Redaktion der Messe-Tageszeitung, die es tagesaktuell an den Eingängen, am WEKA-Stand und Partnerständen gibt, sowie die VIP-Bühne, auf der Redakteure der WEKA FACHMEDIEN mit Vertretern aus Wissenschaft und Industrie diskutieren.

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