M2M
Raus aus der Fertigung!
Der Einsatz von Machine-to-Machine (M2M)-Kommunikation in der Industrie nimmt rasant zu - Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage von Vodafone unter 600 Firmen aus 14 Ländern. Demnach nutzen aktuell 22 Prozent der Unternehmen M2M-Kommunikation um Geräte, Fahrzeuge oder Maschinen automatisch Daten über das Internet austauschen zu lassen.
Vodafone führte schon 2013 eine vergleichbare Anwenderbefragung durch mit dem Ergebnis, dass damals erst 12 Prozent der Firmen eine M2M-Applikation vorweisen konnten. "Wir verzeichnen also aktuell eine Steigerung um 80 Prozent pro Jahr, was den M2M-Einsatz angeht", sagt Marc Sauter, der bei Vodafone für das operative M2M-Geschäft in Europa und Afrika zuständig ist. Sauter geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt: "Bis zum Jahr 2016 planen mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten den Einsatz von M2M-Lösungen."
Neben dem deutlichen Anstieg an M2M-Realisierungen zeigt der Report auch, dass die M2M-Technologie bis dato vor allem für interne Projekte, etwa die Optimierung von Arbeits- und Logistikprozessen oder die Geräteüberwachung in der Fertigung eingesetzt wird. 41 Prozent der Firmen die M2M-Projekte realisiert haben, setzen demnach M2M bis dato ausschließlich für derartige interne Projekte ein. Weitere 41 Prozent nutzen M2M für intern und extern gemischte Projekte (etwa zur Fernwartung) und lediglich 18 Prozent setzen M2M für rein externe Projekte ein.
Hier zeichnet sich jedoch eine Verlagerung ab: Laut der Umfrage werden bis 2016 drei Viertel der Unternehmen auch externe M2M-Anwendungen mit direktem Kundenbezug implementieren und nur noch 25 Prozent rein auf interne Projekte fokussieren. Diese nächste Welle der Entwicklung von M2M-Kommunikation wird mit einem stärkeren Transformationsprozess in den Unternehmen einhergehen, da sie die Produkte und Services der Firmen verändern wird. "Zudem bietet die Entwicklung die Chance, neue Geschäftsmodelle auf Basis von M2M-Anwendungen zu etablieren", argumentiert Sauter.
Automobilbau bei M2M vorne dabei
Was die Marktdurchdringung betrifft, sind die M2M-Anwendungen mit jeweils fast 30 Prozent in den Branchen Consumer Electronics, Energieversorgung und Automobilindustrie besonders stark vertreten. Am häufigsten nutzen Unternehmen aus dem Bereich Consumer Electronics die M2M-Technologien. Die Verbreitung liegt hier bei derzeit 29 Prozent unter den befragten Firmen. Grund dafür ist unter anderem, dass immer mehr Geräte für Endverbraucher, wie etwa Smart-TVs und Spielkonsolen, via M2M-Lösungen mit dem Internet verbunden werden. Diese Entwicklung wird laut der Studie das Wachstum in den kommenden Jahren noch verstärken. Bis 2016 werden demnach nahezu drei Viertel (74 Prozent) der Elektrogeräte-Hersteller M2M-Kommunikation einsetzen. Der Trend geht dabei hin zu vernetzten Haushaltsgeräten, wie beispielsweise Heizungsthermostaten oder Küchengeräten.
Auch die Energieversorger setzen schon heute stark auf M2M-Kommunikation. 28 Prozent der Unternehmen aus diesem Sektor bieten ihren Kunden M2M-basierte Lösungen wie beispielsweise Smart Meter (intelligente Messzähler) oder Smart Home (intelligente Hausvernetzung) an. Dieser Trend soll sich in den kommenden Jahren fortsetzen: Insgesamt 62 Prozent der befragten Unternehmen aus der Energiebranche wollen im Lauf der nächsten zwei Jahre M2M-Technologie nutzen. Zu diesem Wachstum trägt auch die steigende Verbreitung komplexerer Lösungen bei, zum Beispiel für Energiedatenmanagement.
In der Automobilbranche kommt M2M-Kommunikation schon seit einigen Jahren zum Einsatz. Laut der Umfrage sind es aktuell 28 Prozent der Firmen, Tendenz steigend. Klassische Anwendungsgebiete sind etwa Notrufsysteme oder Infotainment Dienste, die derzeit vor allem in PKWs aus der oberen Mittel- und Oberklasse eingebaut und zukünftig in immer mehr Fahrzeugklassen zu finden sein werden. So gaben mit 53 Prozent mehr als die Hälfte aller Automotive-Firmen an, in zwei Jahren eine M2M-Lösung einzusetzen.
M2M-Vorreiter Asien-Pazifik
Wie der Report im vergangenen Jahr bereits prognostizierte, sind die USA von der Region Asien-Pazifik mit einer M2M Einsatzquote von 27 Prozent deutlich überholt worden. Auf Platz zwei folgt Europa mit 21 Prozent der befragten Unternehmen, die bereits M2M-Lösungen nutzen, wobei Deutschland mit 28 Prozent klarer Spitzenreiter ist. Die USA liegen im regionalen Vergleich mit aktuell 17 Prozent auf dem dritten Platz. Laut den Verfassern des Reports ist das deutliche Wachstum im asiatisch-pazifischen Raum vor allem auf die starke Unterstützung der öffentlichen Hand in den Bereichen Smart Cities und Smart Metering zurückzuführen. Allerdings zeigt der diesjährige Report auch, dass sich die Regionen in zwei Jahren auf einem vergleichbaren Niveau von rund 50 Prozent Einsatzquote bewegen werden.












