M2M-Hotspot
M2M im öffentlichen Nahverkehr
Egal ob Bus, Bahn oder Straßenbahn: M2M-Lösungen halten verstärkt im Personenverkehr Einzug. Zwei aktuelle Beispiele.
Kapsch CarrierCom, Bombardier und die Linz Linien zeigen in einem Pilotprojekt, wie M2M-Kommunikation zu einer deutlichen Optimierung im Personennahverkehr beitragen kann. Die von Kapsch entwickelte Lösung wurde in Kooperation mit dem Hersteller Bombardier in mehreren Straßenbahngarnituren der Stadt Linz eingebaut. Seit September des Vorjahres liefern die intelligenten Straßenbahnen laufend rund 50 Systemparameter an die Betriebszentrale. Auf dieser Basis sollen sich sowohl kurz- als auch langfristige Maßnahmen realisieren lassen, die zum effizienteren Energie-Einsatz, zur Senkung der Betriebskosten und zu höherem Komfort für die Fahrgäste beitragen.
Mit dieser Lösung reduziert der Betreiber den Energiebedarf bei den 23 Cityrunnern der zweiten Generation um 10,2 % – vor allem durch eine effizientere Nutzung bei Beschleunigungs- und Bremsvorgängen sowie der Heizsysteme. "Wir produzieren damit 85 Tonnen weniger CO2. Das Einsparpotenzial für die gesamte Fahrzeugflotte der Linz Linien entspricht etwa dem Jahresstromverbrauch von 300 Haushalten", betont Erich Haider, Vorstandsdirektor der Linz Linien. Neben der Senkung der Energiekosten bringt die M2M-Lösung wesentliche Verbesserungen bei der Wartung der Verkehrsmittel.
Der Betriebsleiter fährt mit
Die Straßenbahnen sind mit zahlreichen Sensoren ausgerüstet. Die damit gemessenen Parameter werden in einer Black Box gesammelt und in Echtzeit an die Betriebszentrale übermittelt. Dort werden die Daten laufend ausgewertet. Der Betriebsleiter fährt quasi in der intelligenten Straßenbahn mit. Dabei sei eine aufwendige Integration der M2M-Lösung in bestehende IT-Systeme oder gar eine Adaption der IT-Infrastruktur nicht nötig. Die Asset-Management-Plattform funktioniert als sogenannte Software-as-a-Service (SaaS). Neben einer Fülle an individuell gestaltbaren Auswertungsmöglichkeiten biete sie höchste Sicherheit bei der Datenhaltung. Als Amortisationszeit gibt Kapsch weniger als ein Jahr an.
Die jüngste Generation der Niederflur-Straßenbahnen des Typs Flexity erfassen bereits serienmäßig den zum Fahren benötigten Energieverbrauch. Dazu messen sie die beim Bremsen erzeugte und in das Netz zurückgespeiste Energie. Zudem ermöglicht die Leittechnik nicht nur die Datenausgabe an externe Systeme, sondern auch die Integration weiterer Sensoren. Solche Sensoren in den Straßenbahnen können unter anderem die Position sowie die Belegung von einzelnen Wagen – leer, halbvoll, voll – erfassen. Somit ist es denkbar, diese Informationen künftig über Apps dem Fahrgast zur Verfügung zu stellen.
Ortswechsel Lübeck
Als einer der ersten Linienbusverkehre im norddeutschen Raum bietet der Stadtverkehr Lübeck nun WLAN für seine Passagiere an. Dazu wurden im November zunächst 35 Busse mit WLAN-Hotspots ausgestattet, alle nachfolgenden Fahrzeuge werden ebenfalls WLAN-Hotspots erhalten. Für Abonnenten ist der Service kostenlos, ansonsten können sich Fahrgäste nach der Registrierung gegen eine geringe Gebühr in das WLAN-Netz der Busse einloggen. Verglichen mit den üblichen Mobilfunkdiensten zur Datenübertragung wie UMTS oder GPRS gewährleisten Hotspots eine schnellere und zuverlässigere Verbindung in fahrenden Objekten. Zusätzlich kommen die Passagiere dank des Fahrgast-Informationssystems in den Genuss digitaler Informationen wie Infotainment und Fahrtziel-Anzeigen.
Der hier eingesetzte Wireless Router der Firma NetModule mit e1-Automotive-Zertifizierung (72/245/EWG) ist speziell für den Einsatz in mobilen Netzwerken in Bussen und anderen Straßenfahrzeugen (Tram, Taxi, Feuerwehr-, Polizeiwagen) konzipiert. Dieses Gerät ermöglicht nicht nur Passagieren den mobilen High-Speed-Internet-Zugang als WLAN Access Point in den Fahrzeugen, sondern es stellt auch die unterbrechungsfreie Übertragung von Fahr- und Betriebsinformationen von der Zentrale aus auf die Endgeräte sicher. Dank bidirektionaler Kommunikation ist der Austausch aller relevanten Informationen im Sekundentakt möglich. VPN-Technologie sichert eine transparente Kommunikation für alle Arten von Anwendungen, zum Beispiel Infotainment und Digital Signage, elektronische Bezahlsysteme für Ticketautomaten und die Sprachkommunikation auf Basis von VoIP. Ein GSM-VoIP-Gateway ermöglicht das Telefonieren über Internet, so können Sprachanrufe – etwa Anfragen des Fahrers an die Leitstelle – sowohl über GSM als auch VoIP standortunabhängig direkt vom Fahrzeug aus erfolgen. Multifunktionsgeräte wie Display, Mediaplayer, Ticketautomaten oder Controller für die Betriebsdatenerfassung lassen sich über den Multiport Ethernet Switch des Routers anschließen. Weil die Lösung webbasiert ist, kann der Zugriff auch losgelöst von der Zentrale von jedem Arbeitsplatz erfolgen.










